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Versicherung

Haftpflichtversicherung: Deswegen kann sich ein Wechsel lohnen

Haftpflichtversicherungen schützen den Versicherten vor hohen Kosten bei Unfällen. Ein Wechsel der Versicherung kann sich lohnen.
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Wer Schäden verursacht, muss auch dafür aufkommen. Mit einer Haftpflichtversicherung hält sich das finanzielle Risiko in Grenzen. Foto: Franziska Gabbert, dpa
Wer Schäden verursacht, muss auch dafür aufkommen. Mit einer Haftpflichtversicherung hält sich das finanzielle Risiko in Grenzen. Foto: Franziska Gabbert, dpa
Ein Blumentopf, der vom Balkon fällt und einen Passanten trifft. Oder ein umgeschüttetes Glas Wasser auf dem Laptop eines Freundes: Für solche Schäden muss der Verursacher in der Regel geradestehen. Das kann ganz schön teuer werden. Deshalb raten die meisten Experten zu einer privaten Haftpflichtversicherung. Und die lohnt sich heute offenbar mehr denn je. Der Grund: Viele Haftpflichtversicherer haben ihre Verträge verbessert. Das geht aus dem jüngsten Vergleich von 218 privaten Versicherungen durch die Stiftung Warentest hervor. 90 Tarife bewerteten die Experten mit "sehr gut". "Gut" waren immerhin noch 89 Versicherungen, nur zwölf Tarife waren "ausreichend" oder "mangelhaft". Doch was hat sich konkret verbessert? "Vor allem ist die Versicherungssumme gestiegen", erklärt Christoph Herrmann von der Stiftung Warentest. Viele Versicherer kämen für Schäden von bis zu zehn Millionen Euro auf. Manche zahlen sogar noch mehr. Auch sind die Bedingungen besser geworden. Versicherer zahlen unter Umständen auch, wenn ein Versicherungsnehmer als freiwilliger Helfer bei einem Umzug einen Schaden verursacht.


Verletzung der Aufsichtspflicht

Dabei gilt hier: "Für Schäden bei sogenannten Gefälligkeitshandlungen müssten Sie als Verursacher gar nicht haften", sagt Herrmann. Das Gleiche gilt auch für Schäden, die kleine Kinder verursacht haben. Stößt ein Fünfjähriger beispielsweise die teure Vase eines Bekannten um, müssen die Eltern dafür grundsätzlich keinen Schadenersatz zahlen - solange sie ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben. Der Bekannte hätte Pech gehabt. Bei solchen Fällen zahlen Versicherer heute etwas mehr als früher, so Herrmann.


Auf Deckungssumme achten

Ebenfalls neu bei vielen Versicherern: der Schutz für Drohnen und Flugmodelle. "Sowohl die Konditionen für Kinder als auch für Drohnen sollte man aber immer mit dem Versicherer besprechen", empfiehlt Claudia Frenz vom Bund der Versicherten. Außerdem sollten Versicherungsnehmer beim Vertrag darauf achten, dass die Deckungssumme insgesamt nicht weniger als fünf Millionen Euro für Sach-, Personen- und Vermögensschäden beträgt. Für Mietschäden an Wohnräumen empfiehlt Frenz eine Mindestsumme von 500 000 Euro. Schäden durch häusliche Abwässer sollten ebenso eingeschlossen sein wie Umweltschäden durch das Risiko, dass gewässerschädliche Stoffe aus Dosen oder Kanistern austreten. Wer sich ehrenamtlich engagiert, sollte diese Tätigkeiten auch versichern. International gilt: Innerhalb Europas müsste ein unbegrenzter Aufenthalt mitversichert sein, im außereuropäischen Ausland zeitlich begrenzt. Jedoch können Verbraucher nicht alle Risiken in der privaten Haftpflichtversicherung abdecken.


Extra-Schutz für Tierhalter

Für manche Fälle brauchen sie Extra-Schutz. Wer zum Beispiel einen Hund oder ein Pferd besitzt, sollte eine Tierhaftpflichtversicherung abschließen, rät Frenz. Haus- und Grundbesitzer benötigen eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. Wer ein Haus mit Öltank besitzt, sollte den Schutz erweitern. Unverzichtbar ist der Expertin zufolge auch eine sogenannte Forderungsausfalldeckung. Die schütze Versicherungsnehmer vor dem Fall, dass sie jemand schädigt, der keine private Haftpflichtversicherung hat. In diesem Fall zahlt der Versicherer des Geschädigten. Außerdem empfiehlt Frenz Versicherten, mit ihrem Versicherer einen Selbstbehalt zu vereinbaren. Dabei verpflichtet sich der Kunde, eine gewisse Summe pro Schadensfall selbst zu zahlen: "Sonst kann der Versicherer im Schadensfall schon wegen Bagatellschäden kündigen. Wir empfehlen einen Selbstbehalt zwischen 100 und 500 Euro", sagt Frenz. Und was können Versicherte tun, die einen besseren Tarif haben wollen? "Wenn der aktuelle Vertrag fünf Jahre oder älter ist, ist ein sehr guter Vertrag aus unserem aktuellen Vergleich höchstwahrscheinlich besser", sagt Tester Herrmann.
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