Finanzen

Weltspartag 2016

Auf die Kosten kommt es an: So sparen Großeltern richtig für die Enkel
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Ersparnisse wachsen lassen? Das Sparschwein ist nach Expertenmeinung die schlechteste Form, um für den Nachwuchs Geld anzulegen. Foto: beyond/Vladimir Godnik
Ersparnisse wachsen lassen? Das Sparschwein ist nach Expertenmeinung die schlechteste Form, um für den Nachwuchs Geld anzulegen. Foto: beyond/Vladimir Godnik
Großeltern wollen oft schon bei der Geburt des Enkelkindes für dessen Zukunft sorgen. "Junior Depot", "Junior Sparplan" - Banken haben natürlich Produkte, die sich an junge Kunden richten. "Es sind ganz normale Sparprodukte", sagt Jan Philip Weber vom Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Das bedeute, alle Einlagen sind genauso abgesichert wie bei anderen Sparplänen und Sparbüchern, die Zinsen seien auf dem gleichen Niveau. Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen rät Großeltern, alle Produkte genau zu überprüfen, bevor sie einen Vertrag unterzeichnen. Von Kombiprodukten, die zu einem Teil aus Sparprodukt, zum anderen aus einer Versicherung bestehen, rät sie ab. "Solche Produkte verursachen hohe Kosten und sind relativ unflexibel."


Keine Kombi-Produkte

Auch Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg lehnt Kombi-Produkte ab. "Wir hören in den Beratungen etwa von fondsgebundenen Rentenversicherungen mit Laufzeiten von 60m Jahren", sagt er. "Finger weg, da verliert man Geld." Neben speziellen Kinderprodukten steht Omas und Opas natürlich die ganze Bandbreite der Geldanlage offen. "Für Großeltern sind Banksparpläne oft die erste Wahl, weil sie vermeintlich das Sicherste sind", sagt Uwe Döhler von der Stiftung Warentest. "Damit kann man erst einmal anfangen." Die meisten Sparpläne der Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken seien variabel verzinst, würden also dem Zinsniveau angepasst. Zurzeit gebe es daher kaum Zinsen auf das Geld. Solange die Zinsen niedrig sind, können sich für eine langfristige Anlage auch Aktien eignen. "Das absolute Basisinvestment wären Wertpapiere eines Exchange Traded Funds (ETF), möglichst auf einen internationalen Index wie den MSCI World", sagt Döhler. Diese passiv gemanagten Fonds bilden einen Aktienindex ab, enthalten also Wertpapiere unterschiedlicher Unternehmen und Branchen.


Auf Nebenkosten achten

"Achten Sie auf die Kosten für die Depotführung, die Transaktionen und die Produkte", rät Thilo Stadler von der Independent Capital Management Vermögensberatung in Mannheim. Die Nebenkosten seien bei langfristigen Sparplänen oder Depots mit häufigen Transaktionen von großer Bedeutung. Passiv gemanagte ETFs kosteten pro Jahr in der Regel nicht mehr als 0,25 Prozent. Schaarschmidt empfiehlt auch Großeltern, nur in ein Produkt zu investieren, das sie verstehen und mit dem sie sich identifizieren. Deswegen hält er selbst ein Tagesgeldkonto, auf das es zurzeit so gut wie keine Zinsen gibt, in vielen Fällen für eine gute Wahl. "In der Regel kennen sich die Senioren mit Aktien nicht so gut aus."
dpa-mag
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