Aktiv im Alter

Ruhestand am Meer

Wer sich im Ruhestand ins Ausland absetzen will, muss einige bürokratische Hürden überwinden. Ein Überblick.
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Den Ruhestand am Meer genießen - viele träumen davon. Die gute Nachricht: Wer tatsächlich umzieht, bekommt seine Rente in der Regel ins Ausland überwiesen.  Foto: Westend61/Jan de Kelder
Den Ruhestand am Meer genießen - viele träumen davon. Die gute Nachricht: Wer tatsächlich umzieht, bekommt seine Rente in der Regel ins Ausland überwiesen. Foto: Westend61/Jan de Kelder
Es klingt toll: das Alter im Ausland in der Sonne genießen. Doch damit sind viele bürokratische Hürden verbunden. Was Rentner wissen müssen - ein Überblick.

- Renten: "Die Renten-Überweisungen ins Ausland erfolgen in aller Regel ohne Kürzungen", sagt Dirk von der Heide von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Einschränkungen kann es in Ausnahmefällen geben. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Rentenansprüche von Vertriebenen oder Spätaussiedlern nach dem Fremdrentengesetz erworben wurden. Vor einer möglichen Wohnsitz-Verlagerung ins Ausland sollten Interessierte daher bei ihrem Rentenversicherungsträger ihre Ansprüche klären und sich beraten lassen, damit sie beim Lesen ihres Kontoauszugs in der neuen Heimat nicht aus allen Wolken fallen.

- Private Altersversorgung: Auch ihre private Altersversorgung müssen Ruheständler vor einer dauerhaften Wohnsitzverlegung ins Ausland im Auge haben. Sie müssen zwar nicht mehr - wie es bis vor einigen Jahren der Fall war - bei einem Umzug außerhalb von Deutschland staatliche Riester-Förderungen wie Zulagen oder Steuerersparnisse zurückzahlen. Dies gilt aber nur innerhalb der Europäischen Union. "Wird der Wohnsitz ins nicht-europäische Ausland verlagert, dann müssen die etwa über die Riester-Rente erhaltenen Zulagen vollständig zurückgezahlt werden", sagt Hasso Suliak vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

- Steuern: Bedenken müssen Ruheständler auch, dass auf ihre Renten Abgaben fällig werden. Das Finanzamt in Neubrandenburg hat die Besteuerung von Renten, die ins Ausland fließen, im Visier. "Grundsätzlich werden die Renten von Rentnern im Ausland genauso besteuert wie von Rentnern im Inland", erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Allerdings gibt es für die im Ausland lebenden Senioren Nachteile. Anders als in Deutschland haben sie keinen Steuerfreibetrag. Auch das Ehegattensplitting entfällt. Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen können nicht steuermindernd abgezogen werden.

- Krankenversicherung: Bei einer dauerhaften Verlegung des Wohnsitzes innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums bleibt die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland bestehen. "Das setzt voraus, dass die Betroffenen nur eine Rente der deutschen Rentenversicherung beantragt haben oder erhalten. Außerdem dürfen sie im neuen Wohnstaat keinen eigenen Leistungsanspruch etwa aufgrund einer Beschäftigung haben", erläutert Ann Marini vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband).
Für privat Krankenversicherte ändert sich nichts. Sie bekommen die vereinbarten Leistungen. "Sind allerdings Behandlungen teurer als in Deutschland, dann muss der Versicherte den verbleibenden Teil mitunter aus eigener Tasche bezahlen", erklärt Nina Schultes vom Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV).
dpa-mag
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