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Von O bis O - Alles rund ums Reifenwechseln

Im Herbst müssen Fahrzeughalter die Sommerreifen gegen Winterreifen austauschen. Alles rund ums Reifenwechseln lesen Sie hier.
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Foto: Angelika Warmuth/dpa +++(c) dpa
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Zwei Mal im Jahr müssen Autobesitzer die Räder ihrer Wägen wechseln lassen. Nun wird es wieder Zeit für die Winterreifen. Was manch einem lästig erscheinen mag, dient zum Schutz der Autoreifen - und der Autofahrer selbst.


Von O bis O

Die Faustregel beim Reifenwechsel lautet: Von Oktober bis Ostern, kurz: Von O bis O. Demzufolge sollten Autofahrer im Oktober die Winterreifen und um Ostern herum die Sommerreifen aufziehen lassen. Diese Regel dient allerdings lediglich zur Orientierung, da sie keinerlei Aussagen über die Wetterbedingungen gibt.


Am besten nicht mehr lange mit dem Reifenwechsel warten

Im Herbst können Schneefall und Glatteis oft plötzlich und unerwartet kommen. Deshalb sollten Autofahrer frühzeitig auf Winterreifen umsteigen. "Wer bis zuletzt wartet, kommt in Nöte", sagt Ruprecht Müller vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg. Am besten macht man jetzt einen Termin, rät er. Solange die Nachfrage nicht so hoch ist, komme man unter Umständen sogar an günstigere Angebote. Wer aber bis zum ersten Kälteeinbruch abwartet, bekommt mitunter kurzfristig keinen Termin mehr. "Dann kommen alle auf einmal, und die Werkstätten sind überlastet.". Auch Dominik Keidel von Reifen Wagner berichtet, dass bereits die ersten Kunden zum Reifenwechseln kommen.

Nach Ostern können wiederum noch Temperaturen im Minusbereich und glatte Straßen vorherrschen. Hier ist es durchaus sinnvoll, genauer auf die Natur zu achten: Wenn beispielsweise die ersten Frühlingsblumen blühen und die ersten Knospen aufgehen, ist das ein gutes Zeichen für mildere Temperaturen - und einen Umstieg von Winter- auf Sommerreifen. Außerdem lohnt sich lau t Keidel ein Blick aufs Thermometer: Bereits bei Temperaturen unter sieben Grad Celsius machen Winterreifen Sinn.


Ein Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen ist sinnvoll

Winterreifen bestehen aus einem eher weicherem Gummi. Im Sommer wiederum sind die Reifen oft extremen Temperaturen ausgesetzt und müssen so sehr belastbar sein. Aus diesem Grund ist ein härterer Gummi für Sommerreifen nötig.

Auch im Reifenprofil gibt es Unterschiede: Winterreifen haben sogenannte Lamellen, die für eine sicherere Fahrweise bei Schnee und Eis sorgen sollen. Sommerreifen wiederum sind besser für Starkregen geeignet als Winterreifen. Sie transportieren Regen auf nassen Straßen optimal ab.

Fährt man im Sommer mit Winterreifen, muss man mit einem höheren Abrieb und einem aufgrund des weichen Materials längeren Bremsweg rechnen. "Temperaturen bis 15 Grad machen sie dauerhaft locker mit", sagt Müller. Erst wenn es länger über 25 Grad warm wird, haben die Pneus Probleme mit ihrer Performance. Im umgekehrten Falle bieten Sommerreifen im Winter für unzureichenden Schutz vor glattem Untergrund.


Wer im Winter mit Sommerreifen fährt, riskiert unter anderem eine Geldstrafe

Seit Dezember 2010 herrscht in Deutschland laut Straßenverkehrsordnung § 2 Absatz 3a Winterreifenpflicht. Das bedeutet, wer im Winter mit Sommerreifen fährt, riskiert laut Bußgeldkatalog einen Punkt in Flensburg sowie ein Bußgeld in Höhe von mindestens 60 Euro.

Baut man dann noch einen Unfall, erhöht sich das Bußgeld auf 120 Euro. Hinzu kommt, dass die Kaskoversicherung die Regulierung des Schadens am eigenen Fahrzeug verweigern kann, wenn sich die fehlenden Winterreifen als Ursache herausstellen.

Der überzeugendste Grund für einen Wechsel zwischen Winter- und Sommerreifen sollte jedoch weniger das Bußgeld sein als vielmehr die Sicherheit von Fahrer, Beifahrer und anderen Verkehrsteilnehmern.


Nach dem Reifenwechsel Radmuttern nachziehen lassen

Nach 50 Kilometern sollten die Radmuttern nachgezogen werden. Meistens finden Autofahrer nach dem Reifenwechsel bei einer Werkstatt einen Hinweis im Auto, der sie daran erinnern soll. So soll verhindert werden, dass sich die Schrauben aufgrund von Montagefehlern lockern und schwere Unfälle auslösen.


Reifen müssen nach einiger Zeit ganz ersetzt werden

Acht Millimeter Profiltiefe haben Neureifen. Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Wechsel zu neuen Reifen, wenn die Profiltiefe mindestens 1,6 Millimeter beträgt. Der ADAC rät jedoch dazu, die Reifen bereits bei vier Millimetern auszuwechseln.

Selbst Wenigfahrer müssen ihre Reifen laut ADAC früher oder später wechseln, selbst wenn es hinsichtlich der Profiltiefe noch nicht notwendig wäre. Der Gummi wird mit der Zeit hart und spröde und kann ein ähnliches Problem wie ein abgefahrener Reifen darstellen.

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