Unfall - was tun?

Beim Einparken touchiert - was jetzt?

Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt: Wie Sie sich nach einem Rempler richtig verhalten, erfahren Sie hier.
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Auf der sicheren Seite ist man als Unfallverursacher, wenn man nach einer angemessenen Zeit die Polizei verständigt und den Unfall schildert.  Foto: djd/Itzehoer Versicherungen
Auf der sicheren Seite ist man als Unfallverursacher, wenn man nach einer angemessenen Zeit die Polizei verständigt und den Unfall schildert. Foto: djd/Itzehoer Versicherungen
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In Parkhäusern oder auf Parkplätzen geht es oftmals eng und hektisch zu. Beim Ein- oder Ausparken kann es dann schnell passieren, dass man versehentlich ein anderes Fahrzeug touchiert und bei diesem eine Delle oder einen Kratzer im Lack verursacht. Wegen der geringen Geschwindigkeit handelt es sich dabei meist um Bagatellschäden. Muss der Verursacher jetzt auf den Geschädigten warten, muss er die Polizei rufen - oder reicht es, einfach einen Zettel mit der eigenen Telefonnummer hinter die Windschutzscheibe des gegnerischen Autos zu stecken?


Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt

"Unabhängig vom Schaden muss der Unfallverursacher grundsätzlich auf den Besitzer des geschädigten Fahrzeugs warten", erklärt Thiess Johannssen von den Itzehoer Versicherungen. Wer nur einen Zettel an der Windschutzscheibe des geschädigten Fahrzeugs hinterlasse und sofort weiterfahre, mache sich generell wegen Unfallflucht strafbar. Und dies sei kein Kavaliersdelikt - es drohen Geldbußen, Punkte in der Verkehrssünderdatei in Flensburg und unter Umständen sogar der Führerscheinentzug und der Verlust des Versicherungsschutzes in der Kfz-Versicherung.
Wie lange muss der Verursacher auf den Geschädigten warten? Der Gesetzgeber spricht von einer "zumutbaren Zeit", und diese ist wiederum abhängig von der Zeit und dem Ort des Geschehens sowie von der Schadenshöhe. "Eine halbe Stunde sollte die Wartezeit grundsätzlich mindestens betragen", betont Johannssen, sie hänge aber stark von den Umständen ab. Im Einkaufszentrum etwa könne man damit rechnen, dass der Geschädigte in absehbarer Zeit zurückkehre, bei der Beschädigung eines anderen Fahrzeugs im Wohngebiet mitten in der Nacht sei davon eher nicht auszugehen. Auf der sicheren Seite sind "Parkrempler", wenn sie nach einer angemessenen Zeit die Polizei verständigen und den Unfall schildern. "Die Polizei kann über das Kennzeichen den Halter des geschädigten Fahrzeugs ermitteln und diesen informieren", so Johannssen.


Vollkasko: Rückstufung kann teuer werden

Für Schäden durch einen Parkrempler kommt prinzipiell die Kfz-Haftpflichtversicherung des Verursachers auf. "Hat sich der Verursacher unerlaubt vom Unfallort entfernt, bleibt der Geschädigte nur dann nicht auf den Kosten sitzen, wenn er eine Vollkaskoversicherung besitzt", erklärt Johannssen. Vor einer Regulierung durch die Vollkasko sollte man aber überprüfen, ob dies zu einer Rückstufung des Schadenfreiheitsrabattes führt und sich damit der Beitrag erhöht. "Unter diesen Umständen kann es bei einem Bagatellschaden für den Betroffenen günstiger sein, die Werkstattkosten selbst zu übernehmen", so Johannssen. djd
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