Unfall - was tun?

Alles halb so wild?

Reh, Wildschwein & Co. finden sich jetzt immer öfter an Straßenrändern. Was Sie vor und nach einem Unfall beachten sollten.
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Wild am Wald: 240.000 Schäden pro Jahr - aber mit richtigem Verhalten kann der Fahrende Unfälle vermeiden.  Foto: dpp-AutoReporter
Wild am Wald: 240.000 Schäden pro Jahr - aber mit richtigem Verhalten kann der Fahrende Unfälle vermeiden. Foto: dpp-AutoReporter
Im Herbst schalten die meisten Menschen einen Gang runter. Es ist kalt, neblig, Stimmung und Kreislauf sinken in den Keller. Hirsch, Reh, Wildschwein & Co. sind hingegen von Ende September bis Anfang November besonders aktiv. Für Autofahrer heißt es jetzt gut aufpassen. Knapp 240 000 Mal kollidierten im vergangenen Jahr Auto und Tier. Dabei starben 20 Menschen, 3000 wurden verletzt.


Aktuelle Schutzmaßnahmen

Welche präventiven Maßnahmen gegen Wildunfälle helfen, testet bis 2015 in einem Forschungsprojekt Christian Trothe vom Institut für Wildbiologie Göttingen & Dresden gemeinsam mit Behörden und Verbänden. Im Einsatz sind neben Duftzäunen blaue Halbkreisreflektoren, die an die Leitpfosten geschraubt werden.
Die halbrunde Form reflektiert das auftreffende Scheinwerferlicht der Autos zur Seite. Es entsteht ein durchgehender Lichtzaun. Weil Wild nur grüne und blaue Farbtöne sieht, nimmt es die farbigen Wildwarner als grelle Gefahr wahr, bleibt stehen und meidet das Überqueren der Straße.
"Eine Wirkung erzielen beide. Die Wildunfälle sind um zwei Drittel zurückgegangen", zieht Trothe das Halbzeitresümee. Jetzt kommt es darauf an zu erfassen, welche Maßnahmen an welchen Stellen erfolgreich sind und warum. Am Ende bekommen Jäger und Straßenbauämter detaillierte Empfehlungen zur Reduzierung der Wildunfälle an die Hand. Die Ergebnisse bestätigen auch bisherige Erkenntnisse, wann und wo die Gefahren lauern.


Dämmerung am gefährlichsten

Riskant sind Morgen- und Abenddämmerung von 4 bis 8 Uhr sowie von 16 bis 21 Uhr.
Damwild streift aber auch gern am helllichten Tag zwischen 10 und 12 Uhr durch die Natur. Auf Futter- und Paarungssuche tauchen die "wilden Verkehrsteilnehmer" bevorzugt an Waldrändern zum Sprung ins Feld auf.
Was können Autofahrer tun, wenn sie den Vierbeinern auf der Straße vis-a-vis gegenüberstehen? Und was ist, wenn es zum Crash gekommen ist?


Tipps: vor und nach dem Unfall

• Generell Fuß vom Gas! Trothe: "Wild kann nur das Tempo einschätzen, das es selbst maximal läuft, und das ist Tempo 60. Also bitte nicht wild rasen."
• Fernlicht ausschalten, die Tiere verlieren sonst die Orientierung. Und kurz hupen, das verscheucht sie.
• Ist ein Crash unvermeidbar, hilft bei aller Tierliebe nur eins: voll bremsen und das Lenkrad geradeaus halten. Wer ausweicht, kann mit fatalen Folgen im Gegenverkehr oder am Baum landen.
• Nach einer Kollision den Unfallort mit Warnblinklicht und -dreieck sichern und die Polizei rufen, die alles Weitere in die Wege leitet und eine Wildschadensbescheinigung ausstellt. Ohne die gibt es später eventuell kein Geld von der Teil- oder Vollkaskoversicherung .
• Wer überfahrenes Wild mitnimmt, macht sich übrigens strafbar.
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