Die Krise geht auch uns an
28.02.2012 17:18 Von: Katrin Geyer
Warum die Weltpolitik selbst an der Bratwurstbude eine Rolle spielt
Die Berichterstattung über Vereins-Jubiläen und Faschingssitzungen, über Feuerwehr-Einsätze, runde Geburtstage und das Energie-Management in öffentlichen Gebäuden ist wichtig. Unsere Leser wollen schließlich wissen, was los ist in ihrer Heimat. Noch wichtiger aber ist es für uns, unseren Lesern zu erklären, was es für sie bedeutet, wenn die Öl-Multis wieder einmal an der Preisschraube drehen, was es für verkehrsgeplagte Ortschaften heißt, wenn in Berlin die Gelder für den Straßenbau anderswohin verteilt werden - und wie sich die Krise im Nahen Osten auch im Landkreis Kulmbach niederschlägt.
Bestes Beispiel: Die Bratwurst. Die bringt wohl kaum jemand sofort mit den Revolutionären in den arabischen Ländern oder den Auseinandersetzungen des Iran mit dem Westen in Verbindung. Und doch: Ohne Schafsdärme aus dem Nahen Osten gibt es die Kulmbacher Spezialität nicht. Und werden die Saitlinge (so nennt man die Därme, in die das Wurstbrät gefüllt wird) teurer, merkt das irgendwann auch der Kulmbacher an der Bratwurstbude.
Unser Kollege Stephan Tiroch ist dieser Frage nachgegangen, hat dabei Erstaunliches in Erfahrung gebracht - und hat wieder einmal den Beweis dafür geliefert, dass nichts von dem, was auf der Welt passiert, so weit weg ist, als dass es nicht auch für uns Folgen hätte. Grund genug, nicht nur in Sachen Bratwurst ein Thema aufs Lokale herunter zu brechen - oder, auf gut fränkisch: Unsern Senf dazu zu geben.

