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Warnstreik: Bsirske fordert Bewegung

08.02.10  

Lohnforderung Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes hat Verdi-Chef Frank Bsirske kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde die Arbeitgeber zum Einlenken aufgefordert. "Die Arbeitgeber müssen sich endlich in Bewegung setzen", sagte Bsirske in Hannover.

Mitarbeiter der Kieler Stadtwerke streikten am Montag vor dem Werkstor. Foto: Carsten Rehder/dpa
Mitarbeiter der Kieler Stadtwerke streikten am Montag vor dem Werkstor. Foto: Carsten Rehder/dpa

Er wies die Kritik von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zurück, der die Forderungen der Gewerkschaft nach 5 Prozent mehr Geld zuvor als „maßlos“ bezeichnet hatte. „Lohnerhöhungen für die rund zwei Millionen Beschäftigten kurbeln die Wirtschaft besser an, als Steuergeschenke für Hoteliers und reiche Erben“, so der Gewerkschaftschef. Insgesamt traten am Montag bundesweit mehr als 25.000 Beschäftigte erneut in den Warnstreik, der Fokus der befristen Arbeitsniederlegungen lag in Norddeutschland.

Arbeitegeber halten Forderungen für überzogen

In Niedersachsen und Rheinland-Pfalz sorgten die Warnstreiks einiger Verkehrsbetriebe für Staus und Beeinträchtigungen. Betroffen waren außerdem Städte in Schleswig-Holstein, Hamburg, Thüringen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Auch hier blieben Stadtreinigungen, Winterdienste, Arbeitsagenturen, Krankenhäuser und Kitas geschlossen oder arbeiteten in Notbesetzungen.

Grund für die Warnstreiks sind die stockenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst: Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten von Bund und Kommunen die Übernahme von Auszubildenden, eine flexible Altersteilzeit sowie Einkommenszuwächse in einem Gesamtvolumen von fünf Prozent. Die Arbeitgeber halten das für weit überzogen. Die Verhandlungen sollen an diesem Mittwoch in Potsdam in die dritte Runde gehen.

Busse und Straßenbahnen blieben im Depot

In der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover zogen am Montag laut Polizei etwa 14.000 Teilnehmer mit Trillerpfeifen und Plakaten bei klirrender Kälte durch die Innenstadt und forderten von den Kommunen Bewegung im Tarifkonflikt. In Mainz war der Nahverkehr stark betroffen. Laut Verdi fuhren von Dienstbeginn an keine Busse, auch die Straßenbahnen seien im Depot geblieben. Die Gewerkschaft hatte auch die Mitarbeiter von zahlreichen Kindergärten sowie die Beschäftigten der Müllabfuhren zum Ausstand aufgerufen.

Für Dienstag hat Verdi Warnstreiks besonders in Berlin angekündigt. In Kitas, Bezirksämtern, Senatsverwaltungen und auch bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) soll der Betrieb weitgehend ruhen. dpa


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Stichworte zum Thema Streik | Verdi | öffentlicher Dienst | Tarifrunde
 

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#3 Lancelot schrieb am 09.02.10 17:08   

Es ist leider wirklich so! Den Bericht zuletzt gesehen am Montag 08.02. um 22.00 Uhr. War aber mindestens schon mal bei Kontraste oder ähnlichem auf Sendung. Und ich denke, solange der Streik dauert, kommt es noch des öfteren. Zumal die bei Verdi Angestellten selbst schon mit Streik gedroht haben - gegen die eigene Gewerkschaft. Vor allem in den letzten drei Minuten des ca. zehnminütigen Beitrags muß man sich festhalten bei der Eingebildetheit einer Kaffeeschlürfenden Dame der oberen Verdizehntausend. Wäre ich bei Verdi und nicht bei den Metallern, ich wär sofort draußen. Währenddessen schlagen sich die kleinen Gewerkschafter in der Kälte die Ohren kalt.

#2 Lancelot schrieb am 09.02.10 10:39   

Herr Bsirske gönnt zudem den eigenen Mitarbeitern bei Verdi nur 1,5 % mehr Gehalt für welche Verdi bereit ist zu zahlen. Da wird schwer verhandelt wie nicht nur bei Report und anderen Politsendungen zu sehen war. Während auf der Straße für Fünfe gestreikt wird, was der Steuerzahler berappen soll. Den Führungskräften bei Verdi gönnt man allerdings ganze 8,5%. Ein Schelm, der hier jemanden etwas unterstellt. Und die Führungskräfte bei Verdi finden das alles sehr in Ordnung. Sind ja auch gebildete Stubenhocker mit eigenem Büro und keine Müllmänner, Krankenschwestern, Schneeräumer und Kindergärtnerinnen. Diese müssen den liegengebliebenen Dreck im Nachhinein doch wieder aufräumen in Sonderschichten. Andere aus der Gewerkschaft nehmen da schon längst ihren Freiflug bei Lufthansa nach Florida in Anspruch oder fragen bei der Bank nach, wo man denn das überschüssige Geld in welcher arbeitnehmerentlassende Aktiengesellschaft anlegen könnte.

#1 RudolfWaurich schrieb am 09.02.10 09:29   

Hier sieht man wieder die Selbstüberschätzung von Herrn Bsirske und seinem Verein, wegen relativer Sicherheit der Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst meint man auch noch, überzogene Forderungen stellen zu können. Zu einem ähnlichen Kommentar meinerseits hat kürzlich jemand gemeint, dass dieses Vorgehen richtig ist und der 'deutsche Michel' noch öfter auf die Strasse gehen sollte.

Vertsehen Sie mich nicht falsch - ich kritisiere nicht die Gewerkschaftsbewegung als solche - aber wie man auch Tarifverhandlungen angehen kann, zeigt dieses Jahr die IG Metall, siehe Artikel in infranken weiter unten


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