Tränen der Erinnerung im Demjanjuk-Prozess
22.12.09 Von: Jürgen Balthasar, dpa
Nationalsozialismus Nur ganz knapp ist der Niederländer Jules Schelvis dem Holocaust entgangen. Und er verdankt das einer kleinen Portion Mut zur richtigen Zeit.

Doch seine 22 Jahre alte Frau, seine Schwiegereltern und 15 andere Verwandte hat Schelvis während der Nazi-Zeit im Vernichtungslager Sobibor verloren. Als der heute 88-Jährige am Dienstag im Münchner Prozess gegen den mutmaßlichen NS-Verbrecher John Demjanjuk über sein Leben spricht, muss er immer wieder mit den Tränen kämpfen.
Nach der Ankunft in Sobibor schickte ein SS-Mann den 22-jährigen Niederländer 1943 zur Gruppe der weniger starken und somit weniger arbeitsfähigen Männer. Doch als Schelvis seinen Schwager in einer anderen Gruppe von 80 Männern sieht, fragt er einfach, ob er nicht auch dorthin dürfe. Nach ein paar Fragen, etwa ob er gut Deutsch spreche, lässt ihn der SS-Mann tatsächlich zu der anderen Gruppe. Diese ist für Arbeitseinsätze vorgesehen. Erst viel später erfährt Schelvis, dass er damit dem Tod in der Gaskammer quasi in letzter Minute entgangen ist.
Die Richter haben viele Fragen zu Sobibor. Denn in diesem Lager der Nationalsozialisten im besetzten Polen hat der 89 Jahre alte Demjanjuk laut Anklage bei der Ermordung von 27.900 Juden geholfen, die meisten davon stammten aus den Niederlanden. Demjanjuk war als Soldat der Roten Armee in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten und soll sich dann für die Zusammenarbeit mit den Deutschen entschieden haben. Er soll geholfen haben, als Wachmann die deportierten Juden in die Gaskammern von Sobibor zu treiben.
Die Juden werden 1943 in Güterzügen aus den Niederlanden nach Polen gebracht. In den Waggons gibt es nicht einmal Stroh zum Drauflegen, sondern „nur den kahlen Boden“, erinnert sich Schelvis. Er selbst ist mit 62 anderen Personen „und einem Kinderwagen“ in einen Waggon gepfercht. „72 Stunden hat die Fahrt gedauert.“ Durch das kleine Fenster kommt viel zu wenig Luft herein, und zu Essen hat nur jeder 800 Gramm Brot mitbekommen. In dem Waggon stehen zwei Fässer - „eines ist für die Notdurft, eines ist mit Wasser gefüllt“. Schelvis passt sorgfältig auf seine Gitarre auf. Wie die anderen glaubt er, dass sie zu Arbeitseinsätzen nach Polen gebracht werden. „Sonst hätte ich ja keine Gitarre mitgenommen“, sagt der 88-Jährige.
Auf dem Transport nach Polen ist Schelvis noch mit seiner Frau Rachel zusammen. In Sobibor trennt ein SS-Mann Männer und Frauen. Er habe das erst gar nicht mitbekommen, erinnert sich Schelvis. Denn es habe den Befehl gegeben, nur nach vorne und nicht zur Seite zu schauen. Ein Abschied von Rachel bleibt ihm versagt. „Ich konnte sie nicht mehr grüßen oder küssen“, sagt der 88-Jährige mit bewegter Stimme. Von den Gaskammern in Sobibor erfährt Schelvis erst später in einem anderen KZ von polnischen Juden.
Er selbst kommt immer wieder in andere Lager, muss Torf stechen und andere Schwerstarbeit leisten. Und er wird immer wieder Zeuge von Mordaktionen der Nazis und ihrer Helfer. „Ich habe fürchterlichste Dinge gesehen“, sagt Schelvis schluchzend. „Da kann man gar nicht drüber sprechen.“ Über die gefürchteten Trawniki - sogenannte fremdländische Wachmänner, zu denen auch Demjanjuk gehört haben soll - sagt der 88-Jährige: „Wir haben bald gesehen: Das sind schlimmere Leute als alle anderen.“
Doch Schelvis hat Glück: Im KZ Auschwitz wird er ein zweites Mal als arbeitsfähig eingestuft und entgeht so dem sicheren Tod. 1945 ist er im Konzentrationslager in Vaihingen an der Enz (Baden-Württemberg) und wird dort von französischen Soldaten befreit. Doch Schelvis hat Fleckfieber, an dem viele andere Ex-Häftlinge sterben. „Du musst das durchhalten“, sagt er und schafft es. 1993 veröffentlicht er nach jahrelangen Recherchen das Buch „Vernichtungslager Sobibor“. Im Demjanjuk-Prozess tritt Schelvis mit mehr als 30 anderen Niederländern als Nebenkläger auf. Und bei seinen Worten müssen auch die anderen Holocaust-Überlebenden immer wieder mit den Tränen kämpfen.
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Um was geht es hier?
Verstehe nicht warum so ein alter Mann vor dem Gericht herum gezerrt wird! Es war Krieg und die meisten Soldaten müssen das machen was die Oberbefehlshaber vorgegeben haben, sonst wurde bei Missachtung die Männer an die Wand gestellt usw. usw. wie ihr das alle aus der Geschichte wisst. Was die meisten nicht wissen, dass zu dieser gleichen Zeit etwa, damals die Japaner die Lebenmittel den Indern verweigerten damit einige Millionen Inder qualvoll verhungert sind und da schreit keiner so wie bei uns. Das ganze Anliegen der 2. Krieges gehört längst zu den Akten abgelegt, aber das ist ein deutsches Problem womit die Amerikaner gar nicht lange herum gefackelt hätten. Ich bin dafür das diese alten Geschichten endlich ein Schusstrich darunter gezogen wird. Was nützen jetzt noch diese Mahnmale überall die wie Pilze aus dem Boden entstehen und jetzt kommt auch noch die DDR dazu. Haben wir Deutsche bei derzeitigen Lage nicht besseres zu tun? Schau´n mer nach vorn und da gibt es genug zu tun.
Muahahahahahahaha!!
@Redaktion:
Die Inhalte und die Qualität der auf infranken.de abgegebenen Kommentar schwankt von absurd bis widerlich.
Bitte führen Sie die Pflicht zur verbindlichen Registrierung vor der Abgabe von Kommentaren wieder ein. Dann fallen vielleicht wenigstens die schlimmsten Auswüchse wieder weg.
#14 + #15: qed!!!
qed = qoud erat demonstrantum (was zu beweisen WAR)
Was du meinst ist Konjunktiv, und der heisst:
Hilfschüler.
Ich mein natürlich "quod" ;-))
Und ich mein natürlich "demonstrandum".
Oberpeinlich für Sie, mein lieber Wolfgang...
Muahahahahahahaha!! Oberschlauer
#11 und #10: der Duktus einiger Leute hier läßt klar auf Hilfsschulniveau schließen. Es gibt doch bestimmt auch Foren für Hilfsschüler, in denen Sie sich mit Ihresgleichen auf Ihrem Niveau austauschen können.
Muahahahahahahaha!!
#13. Ich bin einverstanden, wenn du deinesgleichen als Hilfsschüler bezeichnest.
Seltsam, wenn hier echte toitsche Nationalkonservative nicht nur die - SS, sondern auch noch die Hiwi´s verteidigen. Die Hiwi´s waren doch eigentlich "Untermenschen"?
Naja, Pack schlägt sich, Pack verträgt sich!
Die krankhaften Vorverurteiler auf warmen PC Stuhl waren alle noch nicht auf der Welt als diese Dinge passiert sind. Sie stützen sich lediglich auf Hörensagen und Geschichtsunterricht durch die Nachfolgegeneration, anerzogenen Haß auf die Generation ihrer Großväter und zusammengegoogeltes Halbwissen. Daß furchtbare Dinge gemacht wurden steht außer Zweifel. Vorverurteilungen von Verdächtigen ist jedoch tabu in einem demokratischen Staatswesen. Wenn die besserwissenden Eiferer jedoch mehr Kenntnisse haben als das Gericht, sollten sie sich schnellstens als Zeugen melden. Da bereits erwiesen ist, daß der Demjanjuk Ausweis gefälscht ist, wäre es wichtig zu erfahren, warum die offensichtlich exklusiven Kenntnisse einiger Forenteilnehmer über die Ereignisse von vor fast 70 Jahren nicht auf den Tisch des Gerichts gelegt und auch hier im Forum benannt werden. Tumbe Beleidigungen sind lediglich Ausdruck von Argumentationsarmut und unterstem Benimm-Niveau.
Also in Argumenten ist Merlin hier eindeutig den anderen weitaus überlegen, da kann man zu dem Thema stehen wie man will!
Respekt!
Werter Wolfgang:
Pack, Gesindel...... Das ist ihr Vokabular. Es zeigt auch ihr Niveau, denn zu einer sachlichen Argumentation hat es bei Ihnen in 1000 Kommentaren nicht ein einziges Mal gereicht.
Sara....
Bereits im 2. Absatz beweisen Sie, daß Sie noch seeeehr viel lernen müssen. Und wenn mein Computer "abkackt, wie Sie es so schön nennen, dann werde ich mir eben am nächsten Tag einen neuen kaufen.
Nurmalso:
Ihre Auflistung enthält den typischen Fehler eines Berufsumarmers. Wenn Sie den Spender als farbig beschreiben, können Sie das Ausländer weglassen. Das versteht sich dann von selbst.
Sie wollen eine ehrliche Antwort von mir ?
Wüßte ich es, würde ich es nicht wollen !!!
Aber ihr wahres Gesicht zeigen sie alle Drei in ihren Kommentaren.
Sie verurteilen nicht etwa die Menschen, die sich auf Kosten des Leides von Millionen bereichern, sondern sie verurteilen und beleidigen die, die dies Unrecht ansprechen.
Auch das ist eine typische deutsche Tugend; allerdings der Neuzeit.
Buhmann ist nicht der, der die Bürger dieses Landes betrügt, sondern der, der auf diesen Betrug aufmerksam macht.
Aber vermutlich werden sie jetzt wieder nicht verstehen, was ich damit sagen will.
Als aufrechter Demokrat wünsche ich natürlich auch meinen politischen Gegnern erholsame Feiertage.
Sicherlich haben sie sich alle aus reiner Nächstenliebe auch ein paar Kulturbereicherer nachhause eingeladen.
Oder gehören sie am Ende auch nur zu den Leuten die nur über Themen reden, wenn die Probleme weit weg sind ???
Das sie auf gewisse Kommentare nicht mehr antworten wollen kann ich voll und ganz nachvollziehen. Wer mag sich schon auf Dauer mit Märchen und einer weltfremden Sicht der Dinge zum Affen machen.....
Muahahahahahahaha!!
Nun, ihr Leute von der Rechtsfront, wieso verhöhnt ihr diese Menschen?
Eigentlich habe ich euch schon zuviel Wichtigkeit geboten.
Es liegt mir auch fern, weiterhin euer Podium für die Blut- und Schweiß-Argumentation aufzubauen, und ich werde auch sicher nicht mehr darauf antworten.
In Zukunft, werde ich das tun, was Euch zusteht: Ich werde Euch standrechtlich verlachen!
Aber nun überlegt doch mal:
Wenn ihr im Krankenhaus liegt und auf ein Spenderherz wartet und der Arzt sagt ihnen, dass er genau ein Spenderherz eines farbigen, schwulen Ausländers hat?
Werden Sie dann endlich erkennen, dass der Spender genauso ein Mensch ist wie jeder Arier auch?
Egal welcher Farbe, Nation, Glaube…?
Würde dieses Herz sonst passen? Trotz Rassenwahn und Eliteklüngel?
Oder würden sie ideologisch korrekt, und reinen Blutes, elendiglich verrecken?
Das ist so ermüdend mit euch...
Was sind zwei falsche Geschichten gegen sechs Millionen wahre?
Es widerstrebt mir schon, jemandem zu antworten, der sich Puff-Lui nennt...
Und auch mit Merlin habe ich schon zu viel Zeit vergeudet. Ihr lernt leider nie und seid der traurige Beweis dafür, dass wir uns heute wohl nicht mehr Land der Dichter und Denker nennen sollten...
Wäre echt schön, wenn über Weihnachten euer Computer abkackt!
Sie sprechen mir aus der Seele. Ich habe es aufgegeben mich mit diesem Pack auseinander zu setzen. Soll sich dieses Nazigesindel weiter öffentlich lächerlich machen.
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