Spaenle will Leistungsknick vermeiden
08.02.10
G8-Abitur Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) will einen Leistungsknick beim bevorstehenden ersten Abitur-Jahrgang des verkürzten achtjährigen Gymnasiums vermeiden.

Spaenle will den weit verbreiteten Sorgen und Ängsten vieler Eltern und Schüler vor allem mit zwei Maßnahmen begegnen: Erstmals wird das Ministerium kommende Woche in einer landesweiten Untersuchung die Halbjahreszeugnisse der elften Klasse unter die Lupe nehmen, um herauszufinden, ob sich der Notendurchschnitt tatsächlich verschlechtert.
Das sagte Spaenle am Montag in München. Zweitens werden die Anforderungen in den Abiturfächern im Vergleich zu den bisherigen Leistungskursen herabgesetzt. Darauf hat das Ministerium auch die Lehrer noch einmal in so genannten „Sonderkontaktbriefen“ aufmerksam gemacht.
Lehrplan wurde schon drei mal gekürzt
„Die Sorgen sind berechtigt, sie sind deutlich spürbar“, sagte Spaenle. Das künftige G8-Abitur werde aber „nicht anders und nicht schwerer“ als das Abitur bisher war. Der G8-Lehrplan sei im Laufe der vergangenen Jahre insgesamt drei mal gekürzt worden, sagte Spaenle zu den Beschwerden vieler Eltern über Überlastung ihrer Kinder. So bricht das Kultusministerium im Fach Latein mit einer jahrhundertealten Tradition. Mehrere als schwierig geltende Texte des Historikers Tacitus und der Dichter Horaz und Vergil zählen nicht mehr zum G8-Lehrplan.
Am kommenden Freitag plant die Schülerinitiative „Q11“ einen landesweiten Bildungsstreik mit Demonstrationen in München, Kempten, Bayreuth und Augsburg. Drei der vier Demonstrationen sollen vormittags zur Unterrichtszeit stattfinden. Spaenle nannte diese Terminplanung „bewusste Provokation“, will die Entscheidung über eventuelle disziplinarische Maßnahmen aber den jeweiligen Schulen überlassen. dpa
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