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Siemens wächst in China mit sieben Prozent

08.12.09  

Wachstum Der Elektrokonzern Siemens hat seinen Absatz in China im vergangenen Geschäftsjahr um sieben Prozent gesteigert. Der Zuwachs auf seinem zweitgrößten Markt liegt zwar unter den eigenen Erwartungen, gehört im Krisenjahr aber zu seinen besten Ergebnissen weltweit.

Das Logo der Siemens AG in München Foto: dpa
Das Logo der Siemens AG in München Foto: dpa

China und andere aufstrebenden Märkte seien die „treibenden Wachstumskräfte“, während das Umfeld in den Industrieländern auch im neuen Jahr „schwierig“ bleiben werde, sagte Siemens-Chef Peter Löscher am Dienstag in Peking. „In der globalen Rezession ist China ein Anker der Weltwirtschaft, indem Politikmaßnahmen schnell umgesetzt und massiv in nachhaltige Infrastruktur investiert wird.“

Bei seinem Besuch in China unterzeichnete Siemens eine Reihe von Verträgen und Kooperationsabkommen mit einem Umfang von fast zwei Milliarden Yuan, umgerechnet 197 Millionen Euro, wie Löscher vor der Presse mitteilte. Die Vereinbarungen betreffen Betrieb und Wartung des neuen Flughafenterminals in Peking, Leit- und Antriebssysteme für den Nahverkehr sowie Investitionen von 500 Millionen Yuan, die zum Teil in Kapazitäten für den wachsenden Windenergiemarkt fließen.

"Ein großer Schritt in die richtige Richtung"

Das Wachstum in der Umwelttechnologie sei in aufstrebenden Märkten wie China am größten. Ein Drittel der neuen Aufträge sei 2009 aus solchen Ländern wie China, Indien, Brasilien oder dem Nahen Osten gekommen. Als „großen Schritt in die richtige Richtung“ begrüßte der Siemens-Chef die chinesischen Klimaziele, bis 2020 den Kohlendioxid- Ausstoß für jeden erwirtschafteten Yuan um 40 bis 45 Prozent senken zu wollen. „Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn im breiten Maße fortschrittliche Technologie eingesetzt wird.“

Im Geschäftsjahr 2009 hatte Siemens in China eigentlich doppelt so schnell wie die chinesische Wirtschaft wachsen wollen, lag mit dem Plus von sieben Prozent allerdings nur etwa auf gleicher Höhe. China- Chef Richard Hausmann begründete das langsamere Wachstum mit Überkapazitäten in Chinas Stahl- und Zementindustrie sowie zeitweise auch in der Energieproduktion. Für das im Oktober begonnene, neue Geschäftsjahr strebt Hausmann aber wieder an, zweimal so schnell wie Chinas Wirtschaft zuzulegen. „Es wird schwierig werden.“

China ist eine "strategische Stütze"

Chinas Wirtschaftsleistung soll 2010 nach allen Erwartungen um acht bis zehn Prozent ansteigen. Das staatliche Konjunkturprogramm dürfte bei Siemens bis 2012 mit 20 Milliarden Yuan zu Buche schlagen, berichtete Hausmann. Heute tätigt Siemens schon sechs bis sieben Prozent seines weltweiten Geschäfts in China. Löscher nannte China eine „strategische Stütze“. „Der Geschäftsschwerpunkt wird sich insgesamt von den USA und Europa nach Asien verschieben - und China wird eine große Rolle spielen.“ China sei für Siemens ein „extrem wichtiger Wachstumsmarkt“, sagte Löscher.

Die genauen Zahlen für das ausgelaufene Geschäftsjahr in China nannte Löscher noch nicht. 2008 hatte Siemens in China einen Absatz von 57 Milliarden Yuan, heute umgerechnet 5,6 Milliarden Euro, verbucht. Die neuen Aufträge beliefen sich auf 65 Milliarden Yuan. Der Konzern ist mit rund 43 000 Beschäftigten einer der größten ausländischen Arbeitgeber in China. Siemens betreibt mehr als 90 Unternehmen und 61 Regionalbüros in China. dpa


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