Richter erhängt sich im Justizgebäude
01.03.10
Justiz Vermutlich aus Angst vor einem abrupten Ende seiner Karriere hat sich ein Richter im Nürnberger Justizgebäude das Leben genommen. Der 47-Jährige habe sich in der Nacht zum Montag im Treppenhaus des Justizkomplexes mit einem Abschleppseil an einem schmiedeeisernen Gitter erhängt, teilte Oberlandesgerichtspräsident Stefan Franke mit.
Ein Mitarbeiter des Wachdienstes hatte die Leiche in der Nacht zum Montag in dem Nebentreppenhaus des weitläufigen Gerichtsgebäudes entdeckt.
Einen Abschiedsbrief hinterließ der Jurist nicht. Auf seinem Schreibtisch fand sich lediglich der Hinweis, dass er um eine Feuerbestattung bitte. Der OLG-Präsident sprach in einer ersten Reaktion von einem "traurigen und tragischen Ereignis". Der allein lebende Mann, der seit 1992 im bayerischen Justizdienst beschäftigt war, hatte nach Angaben aus Justizkreisen schon länger unter einer psychischen Erkrankung gelitten. Der 47-Jährige hatte am Sonntagabend nach Frankes Angaben gegen 18.00 Uhr das Gerichtsgebäude betreten. Zu vorgerückter Stunde hatte sich noch einmal der Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes telefonisch bei dem Richter gemeldet. Er hatte sich vergewissern wollen, ob alles in Ordnung sei. Als dem Wachmann die ausgedehnte Nachtarbeit des Richters später erneut ungewöhnlich vorkam, sei dieser zu einem Rundgang im Haus aufgebrochen. In einem Treppenhaus habe er schließlich die Leiche des Richters entdeckt. Wegen des fehlenden Abschiedsbriefs waren die Suizid-Motive des 47-Jährigen zunächst unklar. In Justizkreisen hieß es lediglich, der bei der 2. Zivilkammer für Verkehrs- und Versicherungsfragen zuständige Richter habe schon länger unter Depressionen und anderen psychischen Krankheitssymptomen gelitten; deshalb sei er ärztlich betreut worden, zeitweise auch stationär. Obwohl sich sein Zustand phasenweise verbessert habe, habe seine Arbeitsleistung in der vergangenen Zeit nachgelassen. Mit Rücksicht auf seine Erkrankung sei er zudem entlastet worden. Um seine weitere Dienstfähigkeit zu überprüfen, hätten seine Vorgesetzten schließlich eine amtsärztliche Untersuchung veranlasst, die demnächst anstand. Es sei nicht auszuschließen, dass der 47-Jährige das unfreiwillige Ende seiner knapp 20-jährigen Justizkarriere fürchtete und dadurch als Alleinstehender seinen letzten Lebensinhalt verloren hätte, hieß es in Nürnberger Justizkreisen. dpaWeitere Artikel zum Thema suchen
Seite 1 von 1 1
Richter ist ein Beruf, den ich m nicht ausüben müssen möchte. Man sollte: (a) das bestehende System überdenken und (b) die Juristerei selbst, was sie leisten kann uns was nicht.
Die Rechnung von Admiral versteht man nicht. Wenn der Richter seit 1992 in der Justiz Bayerns tätig ist, dann sind knapp 20 Jahre aufgerundet und man kommt auf ca. 18 Jahre Justizdienst. Warum soll man als Mann mit 29 Jahren mit der Ausbildung - incl Referentariat - noch nicht fertig sein.
Daß dieser Richter mit 47 eine knapp 20-jährige Justizkarriere hatte, sollte auch zu denken geben ... Abi mit 19, 2 Jahre Bund-Verlust, das Referendariat zählt wohl kaum zur "Karriere" – wer hat den denn und vor allem weshalb "durchgewunken"?
Viel schlimmer als der Tod des '"Richters" ist doch die Tatsache, dass er trotz Behandlung weiter über andere Menschen "zu Gericht saß". DAS sollte uns zu denken geben.
Seite 1 von 1 1
Registrierte Nutzer können zu diesem Artikel Kommentare verfassen. Hier können Sie sich einfach registrieren!








close



















