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Lokalsport Forchheim

Rambau hat genug vom Jahn

04.03.10  

Fußball Alexander Rambau, der Trainer des Bezirksoberliga-Spitzenreiters SpVgg Jahn Forchheim, gibt sein Amt vorzeitig auf. Nach der Nicht-Vertragsverlängerung im Januar wirft der 40-Jährige nun frustriert das Handtuch.

Alexander Rambau Foto: herzopress
Alexander Rambau Foto: herzopress

Alexander Rambau hat genug: Er wirft sein Traineramt beim Bezirksoberliga-Spitzenreiter SpVgg Jahn Forchheim hin. „Ich kann so nicht weitermachen“, erklärt der Trainer, der mit seinem Team auf Platz 1 der Bezirksoberliga Mittelfranken überwintert hat und den Aufstieg in die Fußball-Landesliga vor Augen hatte. Nachdem ihm im Januar vom Vorstand mitgeteilt wurde, dass sein am Saisonende auslaufender Vertrag nicht verlängert werde, war das Vertrauensverhältnis zwischen dem Nürnberger und dem Klubvorstand zerrüttet. „Das Verhältnis wurde weiter gestört“, sagt Rambau, der am Donnerstagabend einen Auflösungsvertrag unterschrieben hat.

„Er ist auf eigenen Wunsch freigestellt worden. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“ (Andreas Lottar, Mitglieder der Abteilungsleitung)

Andreas Lottar, Mitglied der Abteilungsleitung, erklärte gestern Abend nach dem Treffen dazu: „Er ist auf eigenen Wunsch freigestellt worden.“ Rambau beklagt, dass die Vorbereitung mit Testspielen beim Bayernligisten SpVgg Ansbach und beim Landesligisten DVV Coburg im Vorstand keinen interessiert hätten. „Die Wochen sind ins Land gezogen. Keiner hat nachgefragt, wie es läuft“, behauptet Alexander Rambau.

Vorwürfe und Dementi

Er selbst habe in den vergangenen Wochen alles getan, um die Mannschaft für das Saisonziel Aufstieg fit zu machen. „Ich habe mich auf die Rückrunde konzentriert, und der Verein hat gesagt, er will den Kader halten und den Aufstieg in die Landesliga schaffen. Doch nachdem, was jetzt passiert ist, ist kein Vertrauen mehr da“, sagt Rambau und führt aus: „Das Uferlose war, dass ein Vorstandsmitglied versucht hat, Spieler als Spielertrainer an andere Vereine zu vermitteln, obwohl behauptet wurde, dass der komplette Kader behalten werden soll. Und das sind genau die Spieler, die mit mir im Auto aus Nürnberg nach Forchheim fahren.“

Andreas Lottar wehrt sich als Mitglied der Abteilungsleitung gegen diese Vorwürfe an den Verein: „Das ist definitiv nicht so.“ Erst am Dienstag hatte Lottar gegenüber Infranken.de versichert, dass der Verein die komplette Mannschaft halten wolle und Rambau Trainer bis Saisonende bleiben solle. „Das ist definitiv so: Der Kader soll so zusammenbleiben“, bekräftigte Andreas Lottar am Donnerstagabend.

Der zurückgetretene Coach bestätigt insoweit: „Der Vorstand wollte, dass ich die Saison zu Ende bringe.“ Doch Alexander Rambau sah dazu keine Möglichkeit mehr. Er kritisiert: „Das Einzige, was nach den Vorkommnissen der letzten Wochen noch intakt war, war die Mannschaft. Doch da hat der Vorstand jetzt Unruhe hineingebracht. So wie das läuft, hat es für mich keinen Sinn mehr.“

Am Donnerstagabend unterzeichnete der 40-Jährige daher auf seinen Wunsch hin den Aufhebungsvertrag. Der Jahn-Vorstand gab dem Drängen des Trainers schließlich nach. „Es ist viel passiert“, gibt Andreas Lottar mit Blick auf die letzten Wochen zu. Weiter wollte er sich nicht äußern. Lottar verweist auf eine Presseerklärung, die die SpVgg Jahn Forchheim am Freitag herausgeben wolle.

Alexander Rambau trat nach Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages am Abend vor die zum Training versammelte Mannschaft und informierte die Spieler von seinem Schritt. „Mir ist das nicht einfach gefallen, ich habe mein Herzblut in die Arbeit beim Jahn reingesteckt“, bekennt er.

Rambau stört sich immer noch daran, wie seine Nicht-Vertragsverlängerung im Januar über die Bühne gelaufen war. Er erklärt: „Die Entscheidung, einen anderen Weg gehen zu wollen, ist letztlich Vereinssache. Aber die Art und Weise und dass seitdem keiner der Verantwortlichen mir gegenüber Stellung dazu bezogen hat, haben das Verhältnis zerstört. Ich fühle mich schon etwas um die Früchte meiner Arbeit betrogen.“

„Mir tut es für die Mannschaft leid. Ich hätte das gerne zu Ende gebracht, was wir seit fast drei Jahren beim Jahn aufgebaut haben.“ (Alexander Rambau)

Angebliche Vorwürfe, er hätte sich nicht genügend um die zweite Mannschaft und die Jugendarbeit gekümmert, findet Rambau „an den Haaren herbeigezogen“. Er habe in der Vorrunde sogar selbst in der zweiten Mannschaft ausgeholfen, als Not am Mann war, und für den Trainerposten beim Jahn habe er sich auch durch seine „vier Jahre Jugend forscht“ bei der SpVgg Hausen empfohlen. „Den Weg mit der Jugend zu gehen, ist ja auch voll in Ordnung“, meint Rambau, der das Kapitel Jahn für „abgeschlossen“ erklärt.

Die Jahnler hatten sich – wie berichtet – am Jahresanfang dazu entschieden, mit Michael Hutzler (derzeit SC Adelsdorf) als Trainer und mit verstärkter Jugendarbeit in die nächste Saison zu gehen.

Punktspielauftakt am Sonntag

Am Sonntag, 7. März (15 Uhr), steht für die Jahnler der Punktspielauftakt nach der Winterpause mit dem Nachholspiel beim ASV Vach auf dem Programm. Alexander Rambau wäre an diesem Sonntag ohnehin beruflich verhindert gewesen. Zweiter Mann für das Bezirksoberligateam ist Co-Trainer Beznik Avdiji, der auch Trainer der zweiten Mannschaft und als Sportlicher Leiter auch Mitglied der Abteilungsleitung ist.



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