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Prominenz im Narrenkostüm

06.02.10  Von: Matthias Litzlfelder

Prunksitzung Bayerns Politprominenz musste sich bei der BR-Livesendung „Fastnacht in Franken“ am Freitagabend einiges anhören. Die Altneihauser Feierwehrkapell’n aus der Oberpfalz nahm zudem die fränkischen Zuschauer und Italiens Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi aufs Korn.

Narren und Närinnen tanzen am Freitag (05.02.2010) in Veitshöchheim bei Würzburg (Unterfranken) während der Prunksitzung des Fränkischen Fastnachtsverbandes "Fastnacht in Franken" durch den Saal.  Fotos: David Ebener/dpa
Narren und Närinnen tanzen am Freitag (05.02.2010) in Veitshöchheim bei Würzburg (Unterfranken) während der Prunksitzung des Fränkischen Fastnachtsverbandes "Fastnacht in Franken" durch den Saal. Fotos: David Ebener/dpa

Narren und Närinnen tanzen am Freitag (05.02.2010) in Veitshöchheim bei Würzburg (Unterfranken) während der Prunksitzung des Fränkischen Fastnachtsverbandes "Fastnacht in Franken" durch den Saal. Fotos: David Ebener/dpa

Der CSU-Fraktionschef Georg Schmid als Dracula

Innenminister Joachim Herrmann mit Frau Gerswid waren als Cowboys verkleidet.

Ganz in FDP-Farben: Wirtschaftsminister Martin Zeil und seine Frau Barbara als Bauarbeiter

Sozialministerin Christine Haderthauer und ihr Begleiter kamen als Wickie und der starke Mann.

Ministerpräsident Horst Seehofer und seine Frau Karin elegant in Smoking und Abendkleid

Seehofers Vorgänger Günther Beckstein und Frau Marga kamen als Martin und Käthe Luther. Beckstein musste allerdings die Auszeichnung für das beste Kostüm in diesem Jahr abgeben.

Denn die gewann heuer "Gandalf der Weise"

alias Gesundheitsminister Markus Söder - hier mit Gattin Karin.

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Wer als bayerischer Politiker zur Prunksitzung „Fastnacht in Franken“ nach Veitshöchheim kommt, muss sich alljährlich auf Hohn und Spott  einstellen. Da nützt auch die beste Verkleidung nichts. In der steckte diesmal Gesundheitsminister Markus Söder. „Sie haben ja schon öfter alt ausgesehen, aber heute übertreffen sie sich wirklich“, witzelte Gerlinde Heßler, die am Freitagabend als Rot-Kreuz-Schwester durch die Reihen zog. Der großgewachsene Söder war tatsächlich kaum wiederzuerkennen: langes beiges Gewand, graue Haare bis zum Bauchnabel, dicke Augenbrauen und ein langer weißer Bart. Was Söder darstellte, blieb umstritten. Die einen sprachen vom Herr-der-Ringe-Zauberer Gandalf, andere wie der Nürnberger Kabarettist Oliver Tissot tippten dagegen auf Mose.

Einer, der sonst durch originelle Kostüme für großes Aufsehen sorgte, trat diesmal etwas in den Hintergrund. Altministerpräsident Günther Beckstein und Ehefrau Marga hatten sich ganz in schwarz gehüllt - als Martin Luther und Ehefrau Käthe. Mit gar keiner Verkleidung – sieht man von der roten Fliege ab – kam Horst Seehofer daher, dem allerdings mehrmals zum erneuten Erscheinen als Ministerpräsident gratuliert wurde. Unter den politischen Stammgästen war auch wieder Landtagspräsidentin Barbara Stamm, heuer als Gartenzwerg verkleidet und mit zwei Töchtern im Schlepptau. „Eine Familie, zwei Parteien, drei Meinungen“, sagte Oliver Tissot, unter anderem in Anspielung auf Tochter Claudia Stamm, die für die Grünen im Landtag sitzt. „Jede Familie hat ein schwarzes Schaf. Sie haben ein grünes“, bemerkten wiederum die Fürther Volker Heißmann und Martin Rassau, diesmal als Ordnungshüter kostümiert.

"Hoher Westerwellengang"

Nicht Klamauk, sondern intelligente Spitzfindigkeiten über die Bundespolitik waren die Mittel, mit denen Büttenredner Peter Kuhn das Publikum begeisterte. Der Schweinfurter war zum 18. Mal dabei und steckte diesmal in Kapitänsuniform, passend zugeschnitten auf Bundeskanzlerin Angela Merkel. In Reimform steuerte er  die „MS-Deutschland“ durch unruhige Gewässer. Ihr sei gelegentlich „zum Kotzen“ zumute, ließ Kuhn die Bundeskanzlerin verlautbaren: „Bei hohem Westerwellengang, verspürt man manchmal schon den Drang“.

Verblüffende Schmeicheleien über „das schöne Frankenland“ kamen anfangs von der Altneihauser Feierwehrkapell’n. Doch die Auflösung kam prompt. „Das war Wahlwerbung. Wir distanzieren uns von dieser Meinung“, sagte Kommandant Norbert Neugirg, um dann wie gewohnt loszulegen: „Viel fränkische Prominenz, wenig Intelligenz.“ Auch Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi bekam infolge der ihm nachgesagten Affären mit jungen Mädchen sein Fett weg. Und – wer hätte das gedacht – sogar der sonst zurückhaltende große Trommler der Kapell’n gefiel als Jungfrau Moni in einer Gesangsnummer.

Weitere Eindrücke von der Veitshöchheimer Prunksitzung lesen Sie am Montag in unserer Zeitung. Die Sendung wird am 6. Februar um 20.15 Uhr und am 16. Februar um 12.05 im Bayerischen Fernsehen wiederholt.



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#5 chrizzly schrieb am 08.02.10 11:13   

Echt Tolkien, die Behauptung des FT! Ich würde bei Herrn Dr. Söders Verkleidung handelt es sich nicht um "Gandalf", eher um seinen Kollegen "Saruman". Sauron, nimm dich in Acht!

#4 Admiral_von_Sinkenquicken schrieb am 08.02.10 10:27   

Ohne die Obepfälzer hätten die Franken auch diesmal wieder nur Mittelmaß servieren müssen. Peinlich: die vorgeschichtlichen Kalauer von Heißmann und Rassau.

#3 Wolfgang1 schrieb am 08.02.10 09:59   

Schade, dass Seehofer nicht als Baron Münchhausen erschienen ist.

#2 Nürnberg schrieb am 08.02.10 06:43   

Die zwei Neuen aus der Rhön waren auch nichts. Alte Witze geboten. Michl Müller war absolute Spitze. Heißmann und Rassau sollte man langsam auf das Altenteil schicken.

#1 cornwall schrieb am 07.02.10 10:28   

...alle Jahre als Franke mein Pflichtprogramm! Trotz der neuen Rekord-Einschaltquote mit einigen Schwächen, so Heißmann und Rassau, Gerl. Heßler und der Klaus Karl-Kraus besonders schwach. Sehr gut Kuhn, Tissot und natürlich Michl Müller - also insgesamt verbesserungswürdig. Auch der Sitzungsleiter Händl war schon stärker, nur noch "olle Kamellen"....


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