Politiker profilieren sich im Bierzelt
19.09.09
Wiesn-Auftakt Um Punkt zwölf Uhr brüllt Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) "Ozapft is" - seither fließt auf dem 176. Oktoberfest in München das Bier in Strömen.

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) zapft am Samstag im Schottenhamel-Festzelt auf der Theresienwiese das erste Bierfass des 176. Oktoberfests 2009 an. Foto: Joerg Koch/ddp
Eine Wiesn-Bedienung bahnt sich am Samstag (19.09.2009) auf dem Oktoberfest in München (Oberbayern) im Hofbräufestzelt mit einer Trillerpfeife den Weg zu den Gästen. Foto: Felix Hörhager dpa
Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD - l) stösst am Samstag (19.09.2009) auf dem 176. Oktoberfest auf der Theresienwiese in München (Oberbayern) mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) mit der ersten Maß an. Foto: Frank Leonhardt dpa
Der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) verteilt am Samstag (19.09.2009) auf dem Oktoberfest in München (Oberbayern) im Hofbräufestzelt das erste Bier. Foto: Felix Hörhager dpa
Muenchens Oberbuergermeister Christian Ude (SPD, l.) eroeffnet am Samstag (19.09.09) im Schottenhamel-Festzelt auf der Theresienwiese in Muenchen (Bayern) im Beisein des bayrischen Ministerpraesidenten Horst Seehofer (CSU, M.) nach dem Anzapfen des ersten Bierfasses mit dem traditionellen Ausruf "O'zapft is" das 176. Oktoberfest 2009. Foto: Joerg Koch/ddp
ie Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen, Claudia Roth, prostet am Samstag (19.09.2009) nach dem Anstich auf dem 176. Oktoberfest in München (Oberbayern) den Fotografen zu. Foto: Volker Dornberger dpa
Besucher des 176. Oktoberfests auf der Theresienwiese in München (Oberbayern) erheben am Samstag (19.09.2009) in einem Festzelt ihre Gläser. Foto: Andreas Gebert dpa
Wiesn Besucher feiern am Samstag (19.09.2009) auf dem Oktoberfest in München (Oberbayern) beim Einzug der Wiesn-Wirte auf einem Festwagen. Foto: Felix Hörhager dpa
Eine Blaskapelle zieht am Samstag (19.09.2008) in München (Oberbayern) zum Oktoberfest auf dem Festgelände ein. Foto: Tobias Hase dpa
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Traditionell soll es unpolitisch zugehen auf der Wiesn - eine Woche vor der Bundestagswahl ließen es sich die zahlreichen Politiker am Samstag aber nicht nehmen, die eine oder andere Andeutung fallen zu lassen und auch ein bisschen gegen die Konkurrenz zu sticheln.
Ude scherzt
„Ich genieße es, hier jedes Jahr die Chance zu haben, einen neuen Ministerpräsidenten kennenzulernen“, scherzte Ude mit Blick auf den raschen Wechsel an der Spitze der bayerischen Staatsregierung in den vergangenen drei Jahren. Nach 2005 und 2008 gelang es dem SPD- Bürgermeister auch in seinem 17. Wiesn-Jahr, das erste Fass mit nur zwei Schlägen anzuzapfen. Dem bayerischen Ministerpräsidenten gebührt traditionell die erste frisch gezapfte Maß Oktoberfestbier.
Horst Seehofer (CSU), der im Janker kam, zeigte sich zuversichtlich, auch im kommenden Jahr wieder beim Anstich dabei zu sein. „Das ist ziemlich sicher. Das Rotationsprinzip ist beendet.“ Allerdings wird er auch 2010 wohl wieder ohne Lederhosen erscheinen. Seine Waden seien einfach nicht so schön wie die von Ude, sagte der Ministerpräsident.
Ein großer Genuss für Seehofer
Als erstes Ministerpräsidentenpaar seit langem marschierten die Seehofers gemeinsam mit dem Ehepaar Ude ins Festzelt ein - auf ausdrücklichen Wunsch Seehofers. „Ich halte das für zeitgemäß“, sagte er. „Politisch hat das nichts zu sagen“, betonte Seehofer zwar, später fügte er allerdings noch hinzu, die Wiesn-Eröffnung sei ein großer Genuss: „Das ist mir lieber als zwei Kabinettssitzungen mit der FDP.“
Der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollte Seehofer allerdings ein Herz schenken und ihr eine Lebkuchen-Leckerei von der Wiesn mitbringen. Was darauf stehen soll, war ihm allerdings noch nicht ganz klar. Es müsse schon „etwas Hintersinniges“ sein, sagte der CSU-Chef. „Du bist mein Sonnenschein, oder so.“
Tosender Applaus für Politiker
So kurz vor der Bundestagswahl ließen die Politiker es sich nicht nehmen, ihre Wirkung auf das Bierzelt-Publikum zu testen. Ude und Seehofer ernteten tosenden Applaus, als sie den trinkfreudigen Besuchern zuprosteten. Die Chefin der Bundes-Grünen, Claudia Roth - im neongrünen Dirndl mit orange-farbenen Haaren - wurde dagegen mit lauten Buh-Rufen und Pfiffen bedacht.
Ein Dirndl-Skandal wie im vergangenen Jahr blieb der Wiesn 2009 erspart. Seehofers Ehefrau Karin erschien im traditionellen blauen Dirndl mit rot-weiß karierter Schürze, die ganz auf die Krawatte ihres Gatten abgestimmt war. „Das haben wir geliehen“, scherzte Seehofer. Seine Frau sagte aber, es gehöre wirklich ihr. „Ich trage gerne Dirndl.“ Im Vorjahr hatte sich Marga Beckstein, die Frau des damaligen Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU), geweigert, ein Dirndl zu tragen und war in Trachtenjacke zum Wiesn-Anstich gekommen.
Keine nackten Brüste
Für einen Aufreger hatte wenige Tage vor dem Anstich ein Streit um Fotos von nackten Brüsten und Betrunkenen auf dem Oktoberfest gesorgt. Der Bayerische Journalistenverband sprach von „Zensur“. In dem Akkreditierungsformular für das Hofbräu-Zelt heißt es unter anderem: „Aufnahmen von Personen in unangemessener oder unvollständiger Kleidung sind verboten.“ Die Festleitung um Wiesn- Chefin Gabriele Weishäupl sagte dazu, jeder Wirt dürfe von seinem Hausrecht Gebrauch machen.
Rund sechs Millionen Menschen werden auch in diesem Jahr wieder zur Wiesn erwartet, die am 4. Oktober endet. „Mein Wunsch ist wirklich, es möge eine friedliche Wiesn werden“, sagte Ude. Nach islamistischen Terror-Drohungen gegen Deutschland wurden die Sicherheitsvorkehrungen in ganz Deutschland verschärft - auch auf dem Münchner Oktoberfest.
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Ja nach eingen Freibier kann man sich viel besser profilieren und Luftblasen von sich geben! Und die Suffbeutel unten im Paublikum jubeln noch dazu, die sind meist schon so blau, dass sie gar nicht wissen, warum sie jubeln, Hauptsache eins zwei gsuffa
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