Opa hat zwei Enkelinnen missbraucht
08.02.10
Strafprozess Weil er jahrelang seine beiden Enkelinnen sexuell missbraucht haben soll, muss sich ein 76-jähriger Rentner seit Montag vor dem Landgericht in Bayreuth verantworten. Vergeblich versuchte er, sich mit Gedächtnislücken herauszureden.
Die Taten sollen sich in einem Zeitraum von mehreren Jahren sowohl im Haus des Mannes im Altmühltal als auch in der elterlichen Wohnung der Mädchen im südlichen Landkreis Bayreuth zugetragen haben.
Während der Verteidiger des Mannes die fast 50 Einzelfälle im Auftrag seines Mandanten einräumte, gab dieser zum Prozessauftakt überraschend vor, sich nicht mehr an Einzelheiten erinnern zu können oder die Kinder nur zufällig berührt zu haben. Erst auf eindringliche Nachfrage des Gerichts sagte der Mann kleinlaut, dass der eine oder andere Vorwurf so gewesen sein könne.
Hauptopfer ist eine heute 21 Jahre alte Frau. Sie soll bereits im Alter von zehn Jahren vom Angeklagten missbraucht worden sein. Zu den Übergriffen war es laut Anklage sowohl im Kinderzimmer der Mädchen als auch im Ehebett des Mannes gekommen, dessen Ehefrau vor einigen Jahren verstorben war. Die Übergriffe hätten bereits im Kommunionalter begonnen und erst nach der Pubertät geendet.
Sorge bereitet allen Beteiligten die Tatsache, dass ein weiterer Sohn des Mannes zusammen mit mehreren kleinen Kindern in seinem Haus wohnt. In ihrer richterlichen Vernehmung hatten die beiden Opfer angegeben, dass es nicht ihr Ziel sei, den Großvater hinter Schloss und Riegel zu bringen, sondern vielmehr zu verhindern, dass es künftig wieder zu ähnlichen Taten komme. Die Verhandlung wird fortgesetzt.
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