Nach Generalsanierung erneut sanieren
08.02.10 Von: Anette Schreiber
Schimmelpilz In Hallstadt muss die Verwaltung innerhalb von nicht mal zehn Jahren schon wieder umziehen, weil das historische Gebäude erneut saniert werden muss. Dieser Schritt ist wegen der Schadstoffbelastung nach der Generalsanierung nötig.

Im Jahr 2001 war die Hallstadter Stadtverwaltung nach etlichen Jahren Generalsanierung ins historische Rathaus am Marktplatz zurückgekehrt. Nun stehen die 30 Mitarbeiter der Stadtverwaltung schon wieder in den Startlöchern – für den nächsten Umzug, weil das Rathaus erneut saniert werden muss. Der Grund: Nach der Generalsanierung war das Gebäude von Schimmelpilzbefall betroffen.
Zwischenzeitlich hat sich herausgestellt, dass deswegen eine erneute Sanierung vermutlich in jedem Raum erforderlich ist und dies nicht bei laufendem Betrieb möglich ist, so Bürgermeister Markus Zirkel. Gemeinsam mit der Verwaltung tüftelt er nun, wie die Belegschaft im nahen Bürgerhaus provisorisch unterkommen kann.
Nachdem die Rathausmitarbeiter nach der Rückkehr vom Provisorium Michelin-Rathaus an den angestammten Verwaltungssitz zurückgekehrt waren, häuften sich die Beschwerden über Geruchsbelästigungen und gesundheitliche Probleme. Gutachten belegten schließlich, dass dies auf Schimmelpilzbefall im Rathaus zurück zu führen ist. Belegt ist auch, so der Bürgermeister ein Stück weit erleichtert, dass keine akute Gefährdung besteht, deswegen kann er einen Umzug für Anfang März anvisieren, denn bis dahin sind noch etliche Veranstaltungen im Bürgerhaus abzuwickeln.
Das Bürgerhaus bietet sich als provisorischer Verwaltungssitz an, weil es gleich in der Nähe und bereits mit dem Server der Stadt verbunden ist (der ebenso im Rathausdach verbleibt wie die Registratur im Keller). „Wir müssen nur noch die PC’s anstöpseln“, so Zirkel. Die teuren Einbauschränke werden in der Zwischenzeit eingelagert, der Bauhof bastelt seinerseits aus Beständen der uralten Registratur provisorische Schränke.
Die sonstigen Möbel ziehen mit um.
Allein der Umzug über die Straße wird schätzungsweise 30 000 Euro kosten. Auch die anderen Sanierungskosten wird die Stadt erst einmal vorfinanzieren müssen, bis geklärt ist, wer letztlich für alles zu zahlen hat. Klar ist nur, die Stadt ist die Geschädigte. Die erwarteten Beträge schlagen für Hallstadt insofern schmerzlich zu Buche, da man heuer auch mit erheblichen Einnahmeeinbußen rechnet, zugleich in Sachen Städtebau aber einiges vorhat.
Umziehen muss im übrigen auch der Musikverein aus dem Keller des Bürgerhauses, denn dort sollen Stadtkasse, Kämmerei und Standesamt unterkommen. Ins Erdgeschoss zieht das Bürgeramt, in den ersten Stock das Hauptamt, Zirkels Vorzimmer und der Bürgermeister, „der Rest kommt in den Sitzungssaal“. Was in der Folge eine Auslagerung der Stadtratssitzungen bedeutet, eventuell wieder in die Schule.
Zirkel rechnet nicht damit, noch heuer wieder zurückkehren zu können. Aus heutiger Sicht ist das einzige, was nicht erneut saniert werden muss, das Treppenhaus. Da das Rathaus historisch ist, wird auch diese Sanierung vom Landesamt für Denkmalpflege begleitet.
Die Mitarbeiter werden wahrscheinlich im wörtlichen Sinne enger zusammenarbeiten müssen. Im Rathaus haben sie für die Verwaltung der Stadt rund 490 Quadratmeter Platz, im Bürgerhaus sind das gerade mal 270 Quadratmeter Bürofläche. Obwohl die Mitarbeiter verständlicherweise angenervt sind, innerhalb von nicht einmal zehn Jahren erneut umziehen zu müssen, seien sie aber in erster Linie froh über die Beseitigung der Schadstoffe, so Zirkel.
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