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Kühn, stolz und irgendwie erotisch

08.02.10  

Aufruf Bis zum Faschingsdienstag suchen wir den lustigsten Ortsnamen in Bayern und stellen die Orte vor. Heute ist Busendorf im Landkreis Bamberg an der Reihe.

Busendorf, an der Bundesstraße 4 zwischen Bamberg und Coburg gelegen, regte mit dem ungewöhnlichen Namen schon immer die Fantasie der Menschen an. Kein Wunder also, dass im Ort selbst einige Theorien darüber kursieren was es mit dem kuriosen Namen auf sich hat: Feuerwehrvorstand Wilhelm Baum zum Beispiel behauptet, „dass hier von den Bauern Bußfeuer oder Dankfeuer geschürt wurden, ähnlich den Feuern beim Erntedankfest“.

Und da diese Feuer oben auf dem 300 Meter hohen Büchelberg nordöstlich des Dorfes gebrannt hätten, gelte der Büchelberg als Buß-Berg – und das sei der Grund für die Namensbildung Busendorf.

Schreinermeister Josef Appel, Busendorfer wie Baum, hat eine ganz andere Idee: „Ich vermute mal, dass der Name daher kommt, dass – wenn man vom Berg aus unser Busendorf betrachtet – der Ort auf einer Ausbuchtung liegt. Und das sieht eben aus wie ein Busen, und vermutlich kommt der Name von diesem Anblick.“

Die etwas über 100 Einwohner sind es gewohnt, wegen des zweideutigen Namens ihres Dorfes aufgezogen zu werden. Michael Schober sagt: „Früher, wenn in der Nähe ein Festzug gemacht worden ist, etwa bei einem Feuerwehrfest, und wir Busendorfer sind mitmarschiert und hatten da unser Täfala mit dem Schriftzug ‚Busendorf‘, dann haben immer welche geschrien: ‚Ja, wir hätten die Busendorfer heiraten sollen!‘“ Wo der Name genau herkommt, weiß Thomas Gunzelmann vom Landesamt für Denkmalpflege: „In Franken verbindet man oft einen männlichen Personennamen mit dem Namen Dorf. Bei Busendorf ist es genauso: es handelt sich um den Personennamen Buozzo, was soviel wie ‚stolz, keck, kühn’ bedeutet. Und das heißt: dieses Dorf hat ein stolzer, kühner Mann gegründet.“

Kühn und stolz und irgendwie erotisch – ob das für den Titel „Lustigster Ortsname Bayerns“ reicht, entscheiden unsere Leser im Internet. BR/pb

So wird gewählt

Per Mausklick gilt es, aus 100 Kandidaten, die zehn Favoriten auszuwählen, die es in die Hauptrunde schaffen sollen. In allen Runden verlost der Bayerische Rundfunk Preis, unter anderem DVDs.

Vom 22. Februar bis zum 5. März werden die „Top 10“ in der Sendung „Wir in Bayern“ vorgestellt. Abgestimmt wird in dieser Runde per Postkarte.

Am 8. März bestimmt das Publikum den Sieger. Wir begleiten die bis dorthin begleiten.


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