Kinder brauchen Mütter und Väter
15.12.09
Recht Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mahnt an, nicht verheiratete Väter und Mütter bei der Kindererziehung gleichzustellen. Die Initiative "Väteraufbruch" kämpft darum.

Mehr Gleichberechtigung im Sorgerecht zwischen getrennt lebenden Müttern und Vätern hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in einem Grundsatzurteil kürzlich angemahnt. Die Richter stellten fest, dass die alleinige Sorge unverheirateter Mütter in Deutschland die Väter der Kinder diskriminiere und gegen Menschenrechte verstoße.
Mit seiner Entscheidung drängt der Gerichtshof die Bundesrepublik Deutschland zur Modernisierung des Sorgerechts. Künftig sollen demnach hierzulande Väter, die nicht verheiratet sind, vor dem Gesetz den verheirateten Vätern gleichgestellt werden. Das Recht der Kinder auf beide Eltern soll für alle Kinder umgesetzt werden.
Noch kein großer Wurf
Für Harald Wagner vom „Väteraufbruch für Kinder e. V.“ ist das Urteil „noch nicht der große Wurf“. Der 49-Jährige aus Ebensfeld, der seit langem darum kämpft, seinen vierjährigen Sohn öfter sehen zu dürfen als alle zwei Wochen für sechs Stunden, freut sich dennoch über das Urteil. Dadurch könnte das gesetzliche Ungleichgewicht beseitigt werde.
Pro Mutter
Die „jetzige Gesetzeslage ist pro Mutter“, fährt er fort, und auf europäischer Ebene nicht mehr tragbar. Denn jene Väter, die für ihre Kinder sorgen wollen, die mehr Zeit mit ihnen verbringen und die Erziehung mittragen möchten, seien auf die Gnade der Mütter angewiesen. Momentan sei es zum Verzweifeln, denn „der nicht betreuende Elternteil ist in der Regel machtlos“.
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