Keine schnellen Daten für die Dörfer
29.07.10 Von: Ralf Kestel
Breitbandinitiative Ein Brief des Wirtschaftsministers hat in mehreren Rathäusern im Kreis Haßberge für Kopfschütteln gesorgt: Der Bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil will offenbar Gemeinden, die den Auftrag zu besseren DSL-Anschlüssen für entferntere Orte an die Firma "mvox AG" vergeben haben, die staatlichen Zuschüsse streichen.

Diese Förderung war in manchen Fällen von der Regierung für Unterfranken als nachgeordneter Verwaltungsebene schon fest zugesagt worden. Betroffen davon sind unter anderem die Stadt Ebern, Untermerzbach, Rentweinsdorf, Pfarrweisach und Burgpreppach. Noch herrscht Unklarheit, wie es weitergehen soll - hektische Telefonate wurden in dieser Woche schon geführt. Nach Recherchen unserer Zeitung geht es um die Umsetzbarkeit verschiedener Ausbaustufen in Kombination mit Bedenken/Behinderungen durch die Telekom.
Probleme mit Verstärkern
Angeblich lehnt die Staatsregierung eine Förderung ab, da es konträre Haltungen zwischen "mvox" und der Telekom wegen des Bündelungsverfahrens gebe. "Irgendwie gibt es ein Problem mit den mvox-Verstärkern in Schaltkästen. Da scheint sich die Telekom bei der Genehmigung querzulegen", berichtete ein Experte. Die Probleme zwischen "mvox" und Telekom sind nicht neu. "mvox" will das bestehende Leitungsnetz der Telekom mit Kupferkabeln, der Schaltkästen und Vermittlungsstellen nutzen, um mit einer neueren Technik höhere DSL-Raten anzubieten.
So sollten in Dörfern, die acht bis zehn Kilometer von der Vermittlungsstelle entfernt sind, noch Übertragungsraten zwischen 1000 und 1500 Kilobits möglich werden. Dies sollte in den Bereichen Ebern, Rentweinsdorf, Burgpreppach und Pfarrweisach zunächst im August geschehen, zwischenzeitlich waren aber logistische und strukturelle Probleme eingestanden worden und eine zeitliche Verschiebungen bis in Ende September angekündigt worden. Es gibt auch schon Stimmen, die vom Jahresende sprechen.
Weitere Verzögerungen
Neue Verzögerungen sind durch den Ministerbrief vorprogrammiert, erneute Ausschreibungen denkbar. Dabei zieht sich das Verfahren schon seit Monaten hin. Die Dörfer weit ab der Vermittlungsstellen hängen im übertragenen Sinn "in der Luft", die Breitbandinitiative des Freistaates Bayern schleppt sich auf dem flachen Land so dahin. So hatte die Stadt Ebern die Arbeiten zur Breitbanderschließung ihrer Dörfer bereits zwei Mal ausgeschrieben. Einmal war auch die Telekom mit im Rennen, zog sich aber aus wirtschaftlichen Gründen wieder zurück.
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Hat die mvox AG noch nichts für die FDP gespendet?
schnell nachholen.
Man könnte den Eindruck gewinnen, dass unsere Politiker die Telekom unterstützen!
Warum auch immer!
Der Breitband-Ausbau auf den Land -> warum sollte die Telekom den Ausbauen? Das die Kunden zu den Konkurrenten wechselt können, weil diese billiger sind.
Lieber so lassen, die Anschlüsse hat damals sowieso der Kunde/Staat gezahlt und ist mit der Privatisierung an Telekom gefallen und es sind feste Einnahmen ohne viel Aufwand.
Ein Nutzer des unabhängigen Forums zum Thema MVox hat mich auf diese beiden sehr interessanten und auch recht aktuellen Links hingewiesen.
Martin Zeil:
"Zeil: Neue Verteilertechnik beschleunigt Breitbandausbau in Bayern -26. Juli 2010"
Pressemitteilung der Bayerischen Staatsregierung: Zeil und Henseler-Unger: „Mit Schaltverteilern Breitbandausbau vorantreiben"
Wie paßt das mit dem heutigen Artikel zusammen?
Ich will hier keine Verschwörungstheorien stricken, aber seltsam ist das schon...
David gegen Goliath.
Man kann nur hoffen, das David diesen Wettbewerb auch übersteht und den Kampf gegen die Windmühlen des rosa Riesen und jetzt auch noch gegen die Politik besteht.
MVox läuft hier mit niedrigen Bandbreiten (aber mehr, als die Regierung bei LTE garantiert) über das WiMax-System (per Funk, 5GHz) einwandfrei.
Die kabelgebundene Lösung scheint aber durch Blockadestrategien der Telekom immer weiter nach hinten zu rutschen.
Auch im Landkreis Forchheim sind hier einige Gemeinden betroffen.
Da gehört einmal ein Machtwort gesprochen. Die Telekom selbst hält den Ausbau in den Ortschaften für unrentabel, aber Mitbewerber, die gerne dort DSL anbieten würden, werden mit allen Mitteln blockiert. Was soll das?
Und jetzt auch noch die Fördergelder streichen, prima. Eine schlechtere Entscheidung gegen die Landbevölkerung könnte man hier gar nicht treffen.
Aber großspurig von "Breitband für Alle" reden und wie immer das Wahlvieh verar....n. Tolle Nummer.
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