Kein Leistungseinbruch im G8
29.07.10
Notenvergleich Entgegen den Befürchtungen vieler Eltern hat das Kultusministerium auch in einem weiteren Notenvergleich keinen Leistungseinbruch im achtjährigen Gymnasium (G8) festgestellt.

Die Schüler der 11. Klasse am G8 und die Schüler der 12. Klasse am auslaufenden neunjährigen Gymnasium (G9) hätten in der Erhebung nahezu gleich gut abgeschnitten, teilte das Kultusministerium am Donnerstag in München mit. Sie lägen dabei sogar noch etwas näher beieinander als zum Ende des ersten Halbjahres.
"Beide Jahrgänge gehen mit den gleichen Chancen auf das Abitur zu", betonte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU). In Deutsch, Mathematik und Englisch schnitten die G8-Schüler etwas besser ab als die G9-Schüler, in Latein dagegen waren die G9-Schüler etwas besser. In der repräsentativen Erhebung zum Schuljahresende waren den Angaben zufolge die Noten von knapp 18.000 Schülern an 100 staatlichen Gymnasien ausgewertet worden. Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv), Max Schmidt, kommentierte den Notenvergleich mit den Worten: "Die Unterschiede zwischen den Jahrgängen sind sehr gering. Zum Glück stellt sich damit das befürchtete Gerechtigkeitsproblem in dieser Hinsicht nicht ein." Der Verband sieht im doppelten Abiturjahrgang 2011 unterdessen eine große Herausforderung.Hohe Belastung für Schüler und Lehrer
Im Schuljahr 2010/2011 macht der letzte G9-Jahrgang nach der 13. Klasse Abitur und ebenso der erste G8-Jahrgang nach der 12. "Jetzt kommt es darauf an, Abituraufgaben zu erstellen, durch die keiner der beiden Jahrgänge benachteiligt wird", betonte Schmidt. Besondere Herausforderung sei dabei, das Alter und den Entwicklungsstand der Schüler des achtjährigen Gymnasiums angemessen zu berücksichtigen. "Sich da einfach am Niveau von Grundkurs-Abiturarbeiten vergangener Jahre zu orientieren, wird nicht hinhauen." Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) machte unterdessen deutlich, dass er nichts hält vom Notenvergleich G8/G9. Bildung sei "mehr als Erbsenzählerei und ein Vergleich von Ziffernnoten. Es kommt auf die Qualität an", sagte BLLV-Präsident Klaus Wenzel laut Mitteilung. Der Notenvergleich zeige erneut, "wie anachronistisch die Vorstellung des Kultusministeriums über Lernprozesse ist". Das Ministerium solle lieber auf die vielen Klagen über die extrem hohe Belastung der Schüler und Lehrer reagieren. Statt Notenvergleiche anzustellen, müsse das Kultusministerium die großen Herausforderungen angehen - vor allem die überfrachteten Lerninhalte entrümpeln und moderne Unterrichtsmethoden einführen. "Eine Neuausrichtung ist dringend nötig." dpaMehr zu den Auswirkungen des doppelten Abiturjahrgangs lesen Sie HIER.
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G8 ist zum Erfolg verdammt - die Regierung muss und wird sich selbst eine Erfolgsgschichte attestieren, und mehr oder weniger offen wird längst kräftig dahin gesteuert: z.B. mit "angemessener Berücksichtigung von Alter und Entwicklungsstand" der G8-Schüler bei der Erstellung der Abituraufgaben (s. Artikel), mit entsprechenden Korrekturrichtlinien, mit der Einschränkung des Prüfungsstoffes (es darf ja wohl nur geprüft werden, was in beiden Zügen in vergleichbarer Intensität Gegenstand des Lehrplanes war!)...
Prognose: Dieses Abitur wird kaum Anlass zur Klage geben! (Pech für die Abiturienten der Vorjahre, vielleicht auch für die nachfolgenden!)
Irgendwie kann ich das nicht so ganz glauben. In Abwandlung eines Churchill-Zitats: "Glaube keiner Statistik die das Kultusministerium selbst erstellt hat."
Der bayerische Staat hat kein Interesse an einer umfassend gebildeten Bevölkerung. Die Leute lassen sich so viel besser manipulieren. Z.B. von unserem Dahoam is dahoam – Sender mit Milliardenetat.
In anderen Ländern ist es Standard, nachmittags Schule zu haben. Und obwohl ich im G9 war, hatte ich in der 12. Klasse auch viermal pro Woche Nachmittagsunterricht.
Das G8 ist nicht schwerer geworden. Das Ganze ist nur eine Ausrede für Eltern leistungsschwacher Schüler und die Schüler selbst. Früher gab man offen zu, wenn ein schlechter Schüler nicht fürs Gymnasium geeignet war, und riet ihm zum Wechsel auf die Realschule, heute ist das G8 schuld.
Auch im G9 vier Mal am Nachmittag Unterricht? Das muß eine schlechte Stundenplan-Planung gewesen sein. Hatten Sie auch an jedem dieser Tage mindestens 4 Stunden Nachmittagsunterricht? Ohne Wahlfächer wie z.B. Chor/Orchester?
Sicher, das G8 ist stofflich vielleicht nicht schwerer als das G9. Problematisch ist nur, daß man in den ersten G8-Jahrgängen, zu denen auch die heutige Q11 zählt, versucht hat, den gleichen Stoff in kürzerer Zeit durchzupauken. Inzwischen ist es besser geworden, der Lehrplan wurde ausgemistet, etliche Redundanzen entfernt. Letzteres macht aber an anderer Stelle wieder Probleme (Zusammenspiel zwischen Chemie, Physik und Biologie in den 10. Klassen und der Q11).
Unterm Strich läßt sich aber doch beobachten, daß die Auslese (oder auch "Schülerschwund" von 5. Klasse bis zum Abitur) prozentual höher ist. Zumindest ist das an den Gymnasien so, die ich kenne. Ob das nun aber an der Intelligenz der Schüler oder dem erhöhten Leistungsniveau bedingt durch die höhere Stoffdichte liegt, weiß ich nicht.
Auffallend ist auch, daß die neuen Schulbücher z.B. in Informatik und Mathematik in einigen Dingen inhaltliche Fehler aufweisen.
Notengleichheit ist nicht gleich Leistungsgleichheit.
Oder etwas alternativ ausgedrückt: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
Noch eine andere Ausdrucksweise: G8-Schüler haben im Vergleich zwar noch wneiger Ahnung als G9-Schüler, aber das wenige, was sie können, wird besser benotet.
Etwas schlauer gesagt, könnte man behaupten: G9 war schlecht, G8 ist schlechter, Ganztagsschulen kann man vergessen. Ebenso wie das "Gleiche Chancen für alle" Geschwätz. Wer dumm ist, wird nie die gleichen Chancen auf eine gute Abitur Note haben, wie ein intelligenter Schüler - es sei denn, das Abitur ist dumm.
Ich empfehle: Differenzierung von klein an mit "Eliteklassen", oder besser "Leistungskursen" ab der 5. oder 1. Klasse, die das, was die jeweiligen Schüler gut können von Anfang an fördern.
Wie Ḿinister Spaenle abschließend betonte, stehe es nach neuesten Forschungen im Rahmen der G8-Leistungskurse Physik des Wolfratshausener Gymnasiums mittlerweile zweifelsfrei fest: Die Erde ist eine Scheibe.
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