In Ebelsbach beginnt die Spurensuche
14.09.09 Von: Günter Flegel
Katastrophe Vier Tage nach dem Großbrand, der das Ebelsbacher Schloss zerstört hat, begann jetzt die schwierige Spurensuche in den Trümmern der Ruine. Ein Experte des Landeskriminalamtes soll ergründen, warum das Feuer ausgebrochen ist.

Eine gespenstische Szenerie bietet sich dem Betrachter in Ebelsbach: Von dem einst stolzen Renaissance-Schloss blieb zu Teil nur ein Gerippe stehen. Fotos: Günter Flegel
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„Wir stehen vor einer extrem schwierigen Aufgabe“, sagte am Montag vor Ort in Ebelsbach Karl-Heinz Schmitt, der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken in Würzburg. Die Polizei hatte, eher ungewöhnlich nach solchen Ereignissen, am Montag kurzfristig einen Pressetermin am Schauplatz der Tragödie anberaumt. „Das Medieninteresse ist enorm“, begründete Schmitt diesen Schritt. Bei dem Großbrand in der Ortsmitte von Ebelsbach war ein Schaden in Millionenhöhe entstanden. Die historischen Werte, die mit dem Schloss vernichtet wurden, lassen sich allerdings überhaupt nicht beziffern. Das Renaissance-Gebäude, über Jahrhundert Stammsitz der Familie Rotenhan, gilt als eines der herausragenden Kulturdenkmäler im Landkreis Haßberge.
„Wir stehen am Anfang“
Konkrete Auskünfte zur Ursache des Großfeuers gab es von der Polizei am Montag nicht. „Wir stehen ganz am Anfang“, sagte Karl-Heinz Schmitt, nach dessen Auskunft es bislang nicht möglich war, das großteils ausgebrannte und einsturzgefährdete Schloss aus dem 16. Jahrhundert zu betreten. „Das wäre unverantwortlich“, sagte Schmitt. Experten der Denkmalbehörde und Bausachverständige sollen noch hinzugezogen werden, um zu prüfen, welche Bereiche der Ruine gefahrlos betreten werden können.
Zerstört wurden nach dem Augenschein von außen der komplette Dachstuhl und das Obergeschoss. Das Feuer wütete aber auch teilweise in den unteren Stockwerken, nachdem die alten Holzdecken durchgebrochen waren. Weitere beträchtliche Schäden wurden durch die enormen Mengen von Löschwasser angerichtet, mit denen die Feuerwehr in der Nacht zum Donnerstag versucht hatte, der Flammen Herr zu werden.
Mehrere Brandherde?
Die Brandfahnder der Polizei stehen in Ebelsbach vor einem Trümmerhaufen im wahrsten Sinn des Wortes. Karlheinz Wacker von der Kriminalpolizei in Schweinfurt und Dr. Bernd Budjarek vom Landeskriminalamt in München haben die Aufgabe, in der verkohlten Ruine Spuren zu finden, die Rückschlüsse auf die Brandursache erlauben. „Ermittelt wird in jeder denkbaren Richtung“, sagte Schmitt.
Sowohl eine technische Ursache als auch fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung kommen in Frage. Aussagen von Zeugen der Katastrophe, wonach es an mehreren Stellen im Schloss gleichzeitig gebrannt haben soll, wollte der Polizeisprecher am Montag nicht kommentieren. Sollten diese Beobachtungen sich bestätigen, wäre dies ein sicheres Indiz für Brandstiftung.
Der Eigentümer des Schlosses, der aus Köln stammende Kaufmann Dominique Andreas Arens, will am Dienstag bei einer Pressekonferenz darüber informieren, wie es mit dem Ebelsbacher Schloss weitergeht. „Das Schloss wird wieder auferstehen“, sagte er am Montag.
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