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IG Metall ohne konkrete Lohnforderung

08.02.10  

Tarifrunde Die IG Metall geht voraussichtlich ohne konkrete Lohnforderung in die Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie. Vorrang vor einer solidarischen Tarifpolitik müsse die Jobsicherung haben, sagte Gewerkschafts-Vorsitzender Berthold Huber.

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„Wenn wir unserer bisherigen Linie treu bleiben wollen, dass die Beschäftigung ganz oben steht, dann sollten wir in die Gespräche mit den Arbeitgebern ohne Konditionen hineingehen“, sagte Huber. Der Vorstand der mit rund 2,3 Millionen Mitgliedern stärksten Gewerkschaft Deutschlands berät am 9. Februar in Frankfurt das weitere Vorgehen für die zentrale Industrie-Branche mit zuletzt rund 3,4 Millionen Beschäftigten. Es wird damit gerechnet, dass der Vorstand den Bezirken Nordrhein-Westfalen und Baden- Württemberg nach erfolgreichen Sondierungen einen Verhandlungsauftrag über ein so genanntes „Jobpaket“ gibt. Dies wäre laut Huber zwingend mit den eigentlich erst in einigen Wochen anstehenden Verhandlungen über das künftige Entgelt verbunden.

Wegfall von 700.000 Jobs befürchtet

Huber verlangte für die Beschäftigen eine Reallohnsicherung, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Die Verhandlungen müssten zeigen, ob dies bei möglichst kurzer Laufzeit mit einer linearen Erhöhung oder mit Einmalzahlungen erreicht werden könne, sagte Huber. Nach gegenwärtiger Inflationserwartung würde Hubers Forderung etwa einem Prozent mehr Lohn und Gehalt entsprechen. Für die Beschäftigungssicherung müsste hingegen eine möglichst lange Laufzeit abgeschlossen werden.

Die Gewerkschaft fürchtet, im Zuge der Krise könnten 700.000 Metall-Arbeitsplätze verloren gehen. Huber forderte deshalb weitere Unterstützung des Staates bei der Ausweitung der tariflich möglichen Arbeitszeitverkürzung, die bei vielen Betrieben an die Stelle der öffentlich geförderten Kurzarbeit treten werde. Die Arbeitnehmer könnten eine unbezahlte Verkürzung der Arbeitszeit auf bis zu 26 Stunden finanziell nicht verkraften, so dass der Ausfall zumindest teilweise ausgeglichen werden müsse, verlangt die Gewerkschaft.

Keine Zeit für die übliche Festlegung der Forderungen

Huber will sich nach eigenen Worten nicht vorwerfen lassen, dass die Gewerkschaft ritualisiert in die üblichen Abläufe reingehe. Die Verhandlungsposition werde nicht besser, wenn man eine hohe Prozentforderung stelle. „Niemand glaubt ernsthaft, dass eine hohe Zahl jemanden erschreckt“, sagte er.

Die Gewerkschaft bestätigte am Montag in Frankfurt, dass sie in der Bundesrepublik bislang noch nie ohne konkret bezifferte Forderung in die Verhandlungen zur Metall- und Elektroindustrie gegangen ist. Sie wies aber darauf hin, dass für die übliche Festlegung wegen der vorgezogenen Verhandlungen voraussichtlich keine Zeit bleibe. dpa


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#1 RudolfWaurich schrieb am 09.02.10 11:00   

Im Vergleich zu ver.di ein sehr vernünftiger Ansatz !


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