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Helen Seuckan sucht ihren Retter

01.02.10  Von: Anette Schreiber

Rettungsaktion Die 38-Jährige war am Sonntag in Bamberg in das Eis eingebrochen als sie ihren Hund aus dem Wasser ziehen wollte. Ein unbekannter Mann hat ihr geholfen. Bei ihm möchte sie sich jetzt bedanken.

Helen Seuckan mit ihrem Hund Alma Foto: Ronald Rinklef
Helen Seuckan. : Ronald Rinklef

Helen Seuckan. : Ronald Rinklef

Seuckan mit ihrem Hund Alma. Foto: Ronald Rinklef

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„Ich hab’ gedacht, ich halte es keine Sekunde länger aus!“ Helen Seuckan aus Walsdorf  ist am Sonntag gegen 15 Uhr zwischen Jahnwehr und Buger Spitze durch die dünne Eisdecke der Regnitz gebrochen bei dem Versuch, ihren Hund zu retten.

Seuckan gibt sich gefasst, als sie von ihrem Unglück und dem davon ausgelösten Rettungs-Großeinsatz berichtet. Aber sie weiß ganz genau: Der Mann, der aufs Eis robbte und sie nahe dem Hainwehr Zentimeter für Zentimeter aus der Strömung der eisigen Regnitz zog, hat ihr das Leben gerettet – und dabei sein eigenes aufs Spiel gesetzt. Sie möchte sich gerne bei ihm bedanken, aber sie kennt ihn nicht: Er ist am Sonntag in der Menge verschwunden. „Er hat bei mir auf jeden Fall was gut fürs Leben“, sagt Helen Heuckan.

Wie konnte es überhaupt zu dieser lebensgefährlichen Situation kommen? Wie so oft war die Walsdorferin mit ihrer Mutter und den drei jungen Golden Retrievern „vom Weinbach“ aus ihrer eigenen Zucht auf einem Spaziergang durch den verschneiten Hain und nach gut einer Stunde schon wieder auf dem Heimweg. Plötzlich sah die 38-Jährige, wie die verspielte „Alma“ die Enten genauer unter die Lupe nehmen wollte, auf das Eis rannte und einbrach.

Nur wenige Minuten

An Wasser ist die Hündin gewöhnt und schwimmen kann sie auch. Bei der starken Strömung hatte sie aber keine Chance, sich aus dem kalten Gewässer auf das Eis in Ufernähe zu retten. Als Helen Seuckan „den Hilfe suchenden Blick der Hündin“ sah, gab es für sie kein Halten. „Ein Hund überlebt unter diesen Bedingungen nicht länger als ein Mensch, und das sind nur wenige Minuten“, weiß die Züchterin aus vielen Notfallschulungen, die sie in ihren acht Jahren als Stewardess absolviert hat. Sie robbte aufs Eis und stieg dann selbst ins Wasser, um im dritten Anlauf das Hinterteil von „Alma“ aufs Eis zu schubsen. Dabei geriet sie selbst in höchste Gefahr: Ihr Schneeanzug und die Boots hatten sich vollgesogen. „Es hingen schätzungsweise 120 Kilo an mir dran.“

Draußen am Ufer hatten sich gut 60 Menschen versammelt und mehrere hatten über Handys die Rettungskräfte alarmiert, aufs Eis hinaus traute sich aber niemand: Die dramatischen Szenen spielten sich immerhin zehn Meter vom Ufer entfernt ab. Helen Seuckans gehbehinderte Mutter war ihrerseits am Ufer zum Warten verurteilt.

Innerhalb weniger Minuten waren Feuerwehr, Rettungswagen und Notärzte vor Ort. Allerdings zählen bei den derzeit herrschenden Wassertemperaturen Sekunden. Instinktiv ließ sich Helen Seuckan vom Wasser tragen, statt panisch zu strampeln, „das hatte ich wohl noch von den Notfallübungen und den Notlandungen intus“, mutmaßt die Frau.

Dann wagte sich schließlich doch ein Mann aufs Eis. Die 38-Jährige warnte ihn. „Er durfte nicht zu nahe kommen und mir nur den Finger hinstrecken.“ Das war die Rettung. Zentimeter für Zentimeter zog der Unbekannte sie aufs Eis. Doch er musste sich seinerseits schnell zurückziehen, damit sie nachrutschen konnte. „Denn für uns beide hätte die Tragkraft des Eises nie gereicht.“

Als sie wieder an Land war, galt die erste Sorge ihren Hunden, „denn die können sich ja nicht selbst helfen.“ Sie mussten trocken gerubbelt werden. Polizei und Notärzte freilich hatten dafür nur Kopfschütteln übrig. „Er würde nie für einen Hund reinspringen“, habe sie von einem Polizisten zu hören bekommen. „Ich immer,“ sagt Helen Seuckan, „für jedes Lebewesen, das in Gefahr ist.“

Statt ins Krankenhaus zu gehen, ließ sie sich von ihrer Mutter nach Hause fahren. Gestern waren Frauchen und Hund wieder halbwegs wohlauf.

Warum hat Helen Seuckan so ein inniges Verhältnis zu ihren Hunden? „Sie haben so ein tolles Wesen, so tolle Charaktere, sie sind wie meine Kinder.“ Dazu muss man wissen, dass die Juristin bis vor zwei Jahren eine Hundephobie hatte, bis sie zufällig auf einer Toilettenpapier-Packung das Bild eines Labradorwelpen sah. Irgendetwas machte bei ihr „klick“ und sie musste unbedingt einen Hundewelpen haben.

„Sammy“ ist nun zwar kein Labrador, aber Vertreter einer ähnlichen Rasse – Golden Retriever. Er faszinierte sie so sehr, dass sie unbedingt noch „Amy“ und wenig später „Alma“ haben musste, für die sie über 40 Züchter in ganz Deutschland abklapperte. Damit war ihre „Familie“ komplett.

Helen Seuckan ist jetzt auf der Suche nach ihrem Retter, der sich bei der Lokalredaktion melden möge (Telefonnummer 0951/188205), die den Kontakt herstellen wird. Jedem einzelnen der Rettungskräfte spricht die Walsdorferin zudem ihren ausdrücklichen Dank aus.



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Stichworte zum Thema Helen Seucken | Suche | Retter | Hund | Regnitz | Lebensretter | Eis | Wasser | Hilfe | Bamberg
 
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#9 derdude schrieb am 09.02.10 21:06   

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Ist jetzt auch gut mit dem Artikel von der WAUWAU - FRAU. Ihren Retter hat sie ja jetzt auch gefunden und nun können die Tölen wieder zu dritt den Hain vollkacken.

Interessant wäre nur, ob sie den Einsatz nun zahlen muss oder nicht und ob sie sich auch bei den andern Helfern bedankt hat.

#8 derdude schrieb am 07.02.10 08:09   

Hätte sie ihren Hund angeleint, wie das im Hain der Fall sein sollte, hätte man das vermeiden können.

Hoffentlich muss sie wenigstens den Einsatz bezahlen.

#7 Rentseakhcire schrieb am 03.02.10 21:19   

"Als sie wieder an Land war, galt die erste Sorge ihren Hunden, „denn die können sich ja nicht selbst helfen.“ Sie mussten trocken gerubbelt werden. Polizei und Notärzte freilich hatten dafür nur Kopfschütteln übrig. „Er würde nie für einen Hund reinspringen“, habe sie von einem Polizisten zu hören bekommen. „Ich immer,“ sagt Helen Seuckan, „für jedes Lebewesen, das in Gefahr ist.“

 

Statt ins Krankenhaus zu gehen, ließ sie sich von ihrer Mutter nach Hause fahren. Gestern waren Frauchen und Hund wieder halbwegs wohlauf. "

 

Warum muss ich so einen Blödsinn lesen? Warum wird dieser Frau und solchen Aussagen so viel Raum gegeben? Ich kann gar nicht aufhören mich aufzuregen. Ach ja, vielen Dank auch für die Info mit dem Labradorwelpen auf der Klopapierpackung.

Da hat es bei der Dame also "Klick" gemacht...

Gratulation zu dieser Journalistischen Meisterleistung! Diese Dame wird durch ihren selbstlosen Einsatz für Hundebabys in die Geschichte fränkischen Journalismus eingehen, sie hätte sich dabei auch fast eine Nominierung bei den diesjährigen Darwin-Awards gesichert.

#6 Lilalein schrieb am 02.02.10 15:55   

Bis zum Bodensee vorgedrungen ist dieser Bericht und seine Kommentare.

So eine Handlung kann nur jemand verstehen, der selbst auch Hunde (bzw. Tiere) hat und alles für sie tut. Ich selbst hätte genauso gehandelt; man kann doch nicht tatenlos zusehen, wie ein Hund ertrinkt. Danke auch von hier aus dem anonymen Helfer, der Frauchen und Hund gerettet hat,.

Alles Gute von hier aus für alle Frauchen/Herrchen mit Hund aus Franken von einer ehemaligen Fränkin, die jetzt am Bodensee wohnt

#5 Franke schrieb am 02.02.10 11:45   

Solchen Mitbürgern, die wegen ihrer uneigennützigen und mutigen Tat geholfen haben, ohne anschließend publikumswirksam in irgendwelchen Gazetten zu erscheinen, gehört der "Bayerische Verdienstorden" und nicht dem Seehofer.

#4 pittiplatsch schrieb am 02.02.10 08:56   

Unabhängig von der Tatsache, dass sich diese Frau (und damit auch andere) leichtfertig in Gefahr begeben hat: der Bericht ist teilweise widersprüchlich!

Am Anfang steht "Golden Retriever aus eigener Zucht" und weiter unten steht dann "über 40 Züchter in Deutschland abgeklappert"!

Was denn nun? Selbst gezüchtet? Oder doch alle 3 Hunde gekauft?

Und noch etwas: es war doch nur ein Hund im Wasser. Wieso steht dann im Bericht, das nach der Rettung die Sorge den Hunden galt und diese trocken gerubbelt werden mussten?

War jetzt ein Hund im Wasser oder zwei oder drei?

Liebe Frau Schreiber, bitte etwas sorgfältiger schreiben!

Ansonsten ist es dem "verschwundenen" Helfer hoch anzurechnen, wenn er selbstlos eingriff und dann in der Menge verschwand.

Übrigens, in Hollywood macht man aus so etwas einen Film. Einen Liebesfilm!

#3 teddybaer schrieb am 02.02.10 08:05   

Ich hoffe sie muss den Einsatz aus eigner Tasche bezahlen wenn sie schon leichtsinnig das eigene Leben und das anderer Menschen aufs Spiel setzt. Deshalb gehören Hunde angeleint und wer dagegen verstösst hat die Folgekosten zu tragen.

#2 AndreasStenglein schrieb am 02.02.10 08:05   

Der unbekannte Mann hat die Hundehalterin gerettet. Für ihn ist der Fall erledigt. Er will nichts weiter davon hören. So wird es wahrscheinlich sein (wie ich es aus eigener Erfahrung vermute).

Statt nach ihm zu suchen, soll sie in Zukunft ihre Hunde anleinen, damit sie nicht ausbüxen können. Dann braucht sie ihnen nicht nachrennen, sich dabei in Gefahr bringen und andere unbeteiligte Leute nötigen, ihr Leben zu riskieren.

#1 Melvin schrieb am 02.02.10 00:31   

Also ich war's nicht. Weil ich es aufgegeben habe mein Leben auf's Spiel zu setzen, nur weil andere sich leichtsinnig in Gefahr gebracht haben.


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