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Haft für Kirchen-Kämmerer

21.12.09  

Abenteuerliche Geschäfte Er hatte Kirchengelder in abenteuerliche Projekte gesteckt - dafür ist ein früherer Finanzverwalter der Evangelisch- Reformierten Kirche Bayern am Montag zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

Archivfoto
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Der 68-Jährige hatte die Veruntreuung von rund 7,5 Millionen Euro bereits zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth in vollem Umfang gestanden. Strafmildernd wertete die Kammer zudem, dass der Angeklagte sich nicht selbst bereichern wollte. Es sei ihm immer um das Wohl der Kirche gegangen.

Der Kirchenkämmerer hatte zunächst in Müllverbrennungsanlagen in der Türkei investiert.
Als das scheiterte, wollte er die verlorene Summe wieder hereinholen, indem er Geld in ein türkisches Hotel mit Golfanlage steckte. Doch auch das ging schief. Schließlich scheiterte auch ein Projekt in China: Dort sollten 400.000 Nachtspeicheröfen gebaut werden. Zudem gab der Kämmerer einer türkischen Brotfabrik ein Darlehen. Dem Mann hätte klar sein müssen, dass das unsichere Geschäfte waren, sagte der Richter und zitierte aus der Bibel: „Er ist vom treuen Haushälter zum unnützen Knecht geworden.“

„Ich habe die kirchlichen Finanzen immer in Ordnung gehalten. Die Kirche konnte sich mehr leisten, und das hat dann auch mehr Wünsche und Begehrlichkeiten geweckt“, hatte der Ex-Finanzchef, der eineinhalb Jahre lang in Untersuchungshaft saß, in dem Prozess gesagt.


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#1 justitia schrieb am 22.12.09 13:21   

Hier hat sich wieder einmal auf eindrucksvolle Weise die alte Volksweisheit bestätig:

"Die kleinen Diebe hängt man, die großen läßt man laufen"

Die gierigen Bankmanager, die die halbe Weltwirtschaft an die Wand gefahren haben, nur um für sich unvorstellbar hohe Boni zu kassieren, laufen allesamt frei herum und dürfen das Geld auch noch behalten.

Der Kirchenkämmerer, der sich selbst nicht bereichert hat, muss für sechs Jahre in den Bau. Diese Ungerechtigkeit schreit zum Himmel.

#2 Wolfgang schrieb am 22.12.09 13:55   homepage

Hallo Justitia, nicht nur blind, auch blöd?

Veruntreuung von 7,5 Millionen ist ja wohl kein Pappenstiel. Ich finde der kommt mit der Strafe sogar noch (zu) gut weg!


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