Fortbildung bei den Antipoden
12.03.10
Heilkunde Roland von Loefen aus Zell am Ebersberg vertiefte beim Meister in Neuseeland seine Taiji-Kenntnisse. Nach der Rückkehr berichtete er infranken.de über seine eindrucksvollen Erlebnisse.

Meister Wee Kee Jin (rechts), bei dessen sechsköpfiger Familie Roland von Loefen und sein Sohn Moritz sowie einige andere Teilnehmer am Fortbildungskurs im neuseeländischen Auckland auch wohnten, legte sehr viel Wert auf Disziplin. Fotos: rn
"Sehr". Mit einem Wort beantwortet Roland von Loefen die Frage, ob sich die lange Reise gelohnt habe. Für sechs Wochen hat der Zeller den vertrauten Steigerwald mit der Millionenmetropole Auckland auf der Nordinsel von Neuseeland vertauscht.
Aber nicht etwa, um am anderen Ende der Welt seinen Jahresurlaub zu verbringen. Der Taiji-Lehrer Roland von Loefen nahm vielmehr an einem Fortbildungskurs im Hause von Meister Wee Kee Jin teil – zusammen mit anderen Schülern aus aller Welt."Es war sehr intensiv", berichtet der 45-Jährige nach seiner Rückkehr, einem 30-Stunden-Flug, aus dem derzeit sehr angenehmen Sommer Neuseelands ins winterkalte Deutschland. "Ich habe nette Leute kennengelernt und viel erfahren". Sein bisheriges Können habe er vertieft beziehungsweise intensiviert. Von Loefen konnte zudem neue Facetten der Übungen kennenlernen, Fehler realisieren und gleichzeitig versuchen, diese zu verbessern. "Ich habe begriffen, was notwendig für mein eigenes Training ist", hebt er hervor.Mit Herz und Verstand
Viele neue Gesichtspunkte und Variationen für seinen Unterricht hat der Zeller gelernt, Übungsanleitungen vertieft, verbessert und verstanden. "Wenn man etwas tut, was einem Spaß macht und wichtig für einen ist, dann sollte man es richtig und mit Herz, Verstand und allem machen, was nötig dafür ist."Dafür waren allerdings große Anstrengungen notwendig, denn Wee Kee Jin legte äußerten Wert auf Disziplin. Bereits um 6 Uhr bat er für viereinhalb Stunden zum täglichen Training. Nachdem anschließend noch halbstündige eigene Übungseinheiten anstanden, hatte Roland von Loefen über Mittag etwas Zeit, um sich mit seinem Sohn Moritz zu beschäftigen, der eigens für sechs Wochen vom Unterricht befreit war. Nach einem weiteren freien Training um 15 Uhr bat der chinesische Hausherr um 16 Uhr seine Schüler noch einmal für zwei Stunden zum "Tàijíquán."
Jederzeit wieder
Von Loefen würde nach seinen Erlebnissen jederzeit wieder nach Neuseeland reisen. "Das war eine sehr gute Erfahrung für mich", bezeichnet er die Einheiten als "viel intensiver als sonst. Ich hatte unterschiedliche Partner für das Training, habe neue Kulturen kennengelernt und zudem viel Spaß gehabt." Er hofft auf eine Wiederholung. "Es war wirklich klasse. Und man weiß dann auch viel mehr zu schätzen, was und wen man zuhause hat." Deswegen bedankt er sich sowohl bei seiner Frau Sabrina als auch bei seinem Sohn Robin, die zu Hause bleiben mussten und natürlich sehr froh darüber waren, dass der Papa und der Bruder wieder gesund in der Heimat landeten. Sein Fazit: "Es hat mir für mein eigenes Taiji sehr viel gebracht." Von Loefen ist der festen Überzeugung, dass er den Kurs weder im Landkreis oder sogar in Deutschland hätte machen können. "Dort kann man sich voll und ganz auf das Training konzentrieren. Der Alltag ist das Training", schwärmt er von Neuseeland, seiner Leidenschaft.
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