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FDP will mit Angriff aus dem Stimmungstief

08.02.10  

Umfragewerte Drei Monate vor der Wahl in Nordrhein-Westfalen ist neuer Streit in der schwarz-gelben Bundesregierung programmiert. Die FDP will mit Angriffen auf den Koalitionspartner und eigenen Vorstößen zu den Streitthemen aus dem Umfragetief kommen.

Die FDP-Spitze mit Otto Solms, Guido Westerwelle und Rainer Brüderle (von links) will das Reformtempo erhöhen, um aus dem Stimmungstief zu kommen. Foto: Robert Schlesinger/dpa
Die FDP-Spitze mit Otto Solms, Guido Westerwelle und Rainer Brüderle (von links) will das Reformtempo erhöhen, um aus dem Stimmungstief zu kommen. Foto: Robert Schlesinger/dpa

Bis April wollen die Freidemokraten ihren Plan für eine Steuerreform samt Finanzierung vorlegen. Union und FDP hatten erst vor drei Wochen vereinbart, mit einem Steuerkonzept bis nach der Steuerschätzung im Mai zu warten. Aus der Union kamen warnende Stimmen, aber keine Gegenangriffe. Für die Sanierung der Kommunalfinanzen will die FDP bis März ein eigenes Konzept vorlegen. Die Liberalen wollen auch bei ihren Plänen für eine einheitliche Gesundheitspauschale Gas geben. Die FDP-Spitze billigte am Montag einhellig den Kurswechsel zu mehr Reformtempo in der Koalition. „Wir werden mehr auf unsere Positionen achten und eine Stufe härter schalten“, sagte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP).

Steuerkonzept soll bis 9. Mai beschlossen sein

FDP-Generalsekretär Christian Lindner betonte: „Es gibt kein Tempolimit.“ Er warnte die CDU und CSU vor „Machtspielchen“. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) mahnte: „Vertragstreue gilt für alle Beteiligten.“

Die FDP plant, ihr Steuerkonzept vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen (9. Mai) zu beschließen. „Wir machen uns (...) nicht von der Steuerschätzung im Mai abhängig - sie ist überbewertet“, sagte Lindner. Auf dem FDP-Parteitag im April werde ein Konzept mit Vorschlägen zur Gegenfinanzierung verabschiedet.

Die FDP warf Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) vor, vom Atomkurs der Koalition abzuweichen. „Er muss aus seinen schwarz- grünen Blütenträumen aufwachen“, sagte der FDP-Generalsekretär. Röttgen hatte sich für eine nur kurze Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke ausgesprochen.

Koch räumt Mängel in der Koalitionsarbeit ein

Die CDU lässt es aber offiziell nicht auf neuen Streit in der Koalition ankommen. Ihr Generalsekretär Hermann Gröhe kündigte mit Blick auf ein Steuerkonzept der FDP vor neuen Zahlen über Steuereinnahmen im Mai an: „Wir werden das mit Wohlwollen, wie das unter Koalitionspartnern üblich ist, prüfen.“ Es bleibe aber dabei, dass eine Reform der Steuertarife mit der Wirtschaftsentwicklung und der Finanzlage von Bund, Ländern und Kommunen abgestimmt werden müsse.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) räumte Mängel in der Koalitionsarbeit ein. „Es ist auch ganz richtig, wenn alle jetzt sich doch darauf konzentrieren zu sagen, wir müssen regieren.“

FDP will das Reformtempo erhöhen

Mit ihrem stärkeren Konfrontationskurs reagiert die FDP auf anhaltende Kritik aus der Union an zentralen Reformplänen der Liberalen. Darauf führen FDP-Vertreter auch den Absturz ihrer Partei in den Umfragen zurück. Die FDP hatte bei der Bundestagswahl noch 14,6 Prozent erreicht. Inzwischen liegt sie bei 8 Prozent. Bei einem Krisentreffen am Sonntag vereinbarte die Parteispitze, aufs Reformtempo zu drücken. Lindner sagte, er erwarte „eine konstruktive Beratung innerhalb der Koalition“.

Das Umfragetief der FDP und die Landtagswahl in NRW rücken auch die Frage nach einem schwarz-grünen Bündnis wieder ins Zentrum. „Wenn die CDU die schwarz-grünen Flirts fortsetzt: bitteschön. Das ist das beste Wählerbeschaffungsprogramm für die FDP“, warnte der FDP- Generalsekretär. Sein CDU-Kollege Gröhe sagte, das erste Ziel der Grünen in NRW sei Rot-Grün. „Und das wollen wir dem Land ersparen.“

Von der Leyen strebt rasche Grundgesetz-Änderung an

Der Umweltminister sorgte mit seinem Plädoyer für Öko-Energien auch für Kritik in der Union. Für den Chef der Jungen Union, Philipp Mißfelder (CDU), wäre es falsch, wenn Röttgen die CDU als Atomausstiegs-Partei etikettiert. „Das stimmt auch nicht mit dem überein, was wir beschlossen haben.“

Nach der Einigung des Bundes und der unionsgeführten Länder zur Reform der Jobcenter strebt Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine rasche Grundgesetz-Änderung an. „Ich hoffe, dass wir zügig zum Ergebnis kommen.“ Sie wolle noch diese Woche vorbereitende Gespräche mit der SPD führen. dpa


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Stichworte zum Thema FDP | Stimmungstief | Reform | Konzepte | Krisentreffen
 

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#5 Oskarchen schrieb am 10.02.10 21:34   

Westerwelle ist nichts anderes als ein pupertierender Politiker im Stimmbruch. Wenn er was nicht bekommt, fängt er an zu bocken. Solange er sich nicht ändert, wird sich die FDP nicht erholen. Rösler ist genauso ein Bubi, der noch viel lernen muß. Und Brüderle ist zwar erfahren, doch im Gegensatz zu Guttenberg ist er ein Azubi auf dem Gebiet. Eben KT kleines "Brüderle".

#4 Meckerer schrieb am 09.02.10 20:45   

Hat die FDP jeweils für den Arbeiter schon mal was getan.

Die haben nur ein offenes Ohr für die oberen Zehntausend.

Und das seit jahrzenten.

#3 Wolfgang1 schrieb am 09.02.10 12:11   

Da versucht der Schwanz mit dem Hund zu wedeln.

Lachhaft.

#2 Admiral_von_Sinkenquicken schrieb am 09.02.10 11:33   

Die F.D.P. macht doch nur noch als Anwalt der Schwarzgeldinhaber und Steuerhinterzieher von sich reden. Manche Aussagen schrammen nur noch ganz knapp an der Justiziabilität vorbei. Jetzt müßten eigentlich auch die letzten 2009-F.D.P.-Wähler aufwachen.

#1 Schwuuups schrieb am 09.02.10 11:24   

Wie wär's, wenn die FDP, allen voran Westerwelle, ganz schnell erwachsen wird, aufhört, öffentliche Gelder auszugeben, die gar nicht vorhanden sind, und sich endlich mal wieder auf das besinnt, wodurch sie Koalitionspartner geworden ist?! Wenn die Parteiführung bereits der eigenen Basis zu peinlich wird, sollte mal ganz schnell an der Notbremse gezogen werden!


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