Fantasia furioso am Rande des Konzerts
29.07.10 Von: Michael Busch
Klassik am See Klassik, Promis, Klatsch und Tratsch: Die musikalische Reise in den Orient war nur ein Teil des Open-Air-Konzertes im Erlanger Ortsteil Dechsendorf. Ebenso interessant waren die vielen Begleittöne.

Ort: VIP-Bereich; Dresscode: Chic bis Modern-lässig; Auffällig: ein paar Gummistiefel. Eigentlich war es die vernünftigste Lösung, denn der Regen am Mittwochmittag hatte den Boden auf dem Gelände für das Klassik-Open-Air zu einer nassen Angelegenheit gemacht. Wer von den Damen die Stöckelschuhvariante gewählt hatte, musste genau aufpassen, wo der Pfennigabsatz hinbewegt wurde, um nicht im Matsch einzusinken und festzustecken.
Fast neidvoll blickten die VIPs auf eine eher unbekannte Dame, die sich in dem abgeschlossenen Bereich aufhielt. Denn diese hatte pragmatisch gehandelt und sich mit Gummistiefeln versehen. Und mit diesen ausgerüstet, nahm es ihr auch kaum einer übel, dass sie kleidungstechnisch - zumindest was das Fußwerk betraf - eher in ein Fettnäpfchen getreten war.Bilder mit Geschmack
Die Neue hat sich gut präsentiert, so das Fazit der Besucher. Barbara Bachmann schaffte das, was viele andere Essenszulieferer in den vergangenen Jahren nicht schafften: es konnten alle Gäste, ohne allzu lange Wartezeiten versorgt werden. Raffiniertes aus dem Gourmet-Tempel wartete bereits beim Betreten des VIP-Zeltes auf die Gäste. Bilder ähnlich waren kleine Spieße auf Leinwänden aufdrapiert. Der eine oder andere Gast hatte zunächst Angst zuzugreifen, da die Befürchtung im Raum stand, sich ähnlich der Putzfrauen zu verhalten, die einst die "Beus'sche Butterecke" weggeputzt hatten. Doch hier durfte der Hungrige das Angebot tatsächlich "aufputzen". Die eigentliche "Kunst am See" stammte nämlich von Dagmar Ridky, die mit fotorealistischen Malereien und Acryl auf Leinwand ausschließlich das Auge verführte. Und die porträtierte vor allem Menschen - zum Glück keine Speisen. Für die regionalen Klassiker zeigte sich eben "BB" verantwortlich: Barbara Bachmann. Lediglich als es um die Wurst ging, habe es kleinere Engpässe gegeben, angesichts der vielfältigen Angebote aber kein Beinbruch. Apropos Beinbruch: den hätte sich auch keiner der anwesenden prominenten Politvertreter geholt, wenn sie mal bei den Rettungseinheiten vorbeigeschaut hätten.
Freundlichkeit kennt Grenzen
Es ist die jährlich wiederkehrende Kritik: Weder Innenminister Joachim Herrmann noch die Bürgermeister oder Ex-Innenminister sind in der Lage mal "Guten Tag" zu sagen. Die Rettungskräfte beschweren sich da nicht einmal darüber, denn sie machen "halt einfach einen Job". Der sieht übrigens so aus, dass diese zwischen 15 und 17 Uhr ihre Arbeit aufnehmen (das THW sogar früher) und sich vorbereiten. Dann wird bis Mitternacht auf die Sicherheit geschaut, nebenbei Information gegeben ("Ja, da gibt es gleich noch ein Feuerwerk!", "Die Toiletten sind dort hinten!", "Gerne begleiten wir Sie, damit Sie nicht in Pfützen treten.").Das übrigens ehrenamtlich: Weder vom Veranstalter gibt es Lohn - die Feuerwehr kauft sich sogar ihre Verpflegung (Pizza) selbst - noch von sonst jemanden. Aber auch heuer wird diese Kritik wie die Jahre zuvor wieder über den Weiten des Dechsendorfer Weihers verhallen.
Landrats Geburtstag zum Zweiten
Glück hatte wieder einmal der Landrat Eberhard Irlinger (SPD). Der konnte bereits zum 2. Mal seinen Geburtstag beim Open-Air feiern. Und wieder einen Besonderen. Vor fünf Jahren konnte er die Nacht hineinfeiern, heuer genoss er den gesamten Geburtstagsabend am Weiher. Viel Händeschütteln war dann natürlich angesagt. Was übrigens nur ein Gerücht ist und sich nicht bestätigt hat, war der Vorschlag, dass das Landratsamt, das ja nun bekanntermaßen in die Stadt Erlangen gebaut werden soll, an den Dechsendorfer Weiher komme, um sozusagen im Seebachgrund dann doch wieder landkreisnah zu sein. Das Lächeln von Irlinger war ausschließlich der Freude zuzuführen, dass er im Kreise seiner Freunde und derer, die es werden wollen, feiern durfte.
Viele Feste hielten Franken im Griff - 01-08-10 15:55
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Netter Bericht, obwohl man zur Verteidigung des Oberbürgermeisters sagen muss, das seine Gattin beim Einlass die dort stationierten Kräfte freundlich begrüsste.....Übrigens, Foto 31 is einfach Weltklasse!!! ;-)
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