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Coburg

Er malt mit Licht und Pixeln

28.07.10  

Karriere Er lässt Roboter-Autos rennen und entzündet Ölquellen, die es gar nicht gibt: Der gebürtige Coburger Robert Hoffmeister kreiert in San Francisco digitale Effekte bei George Lucas' Firma Industrial Light & Magic. Beim Medienclub Coburg berichtete er am Montag im "Münchner Hofbräu" vor Designstudenten von seiner Arbeit.

Digital Artist Robert Hoffmeister macht es möglich, dass beispielsweise die gigantischen Autoroboter in "Transformers" zum Leben erwachen. Fotos: dpa/Paramount; Jochen Nützel
Digital Artist Robert Hoffmeister macht es möglich, dass beispielsweise die gigantischen Autoroboter in "Transformers" zum Leben erwachen. Fotos: dpa/Paramount; Jochen Nützel

"Die besten Effekte sind die, bei denen nicht alles künstlich ist." Auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Aussage aus dem Mund eines Mannes, der mit seiner Kreativität am Rechner entscheidend dazu beigetragen hat, dass in Filmen wie "Transformers" riesige und irreale Auto-Roboter sogar die Pyramiden von Gizeh zermalmen. Doch Robert Hoffmeister weiß um die Erwartungshaltung des Kinopublikums: Ein Trick muss - bei aller nötigen technischen Einflussnahme - glaubhaft wirken, am besten als solcher gar nicht zu erkennen sein. Eine wahre Kunst, denn keiner hat besagte Autobots schon über Ägyptens Weltwunder fliegen sehen.

Und so kommt es, dass Hoffmeister und sein Team bei Industrial Light & Magic (ILM) real gefilmte Explosionen einfügen, wenn Kapitän Jack Sparrow im "Fluch der Karibik" die Kanonen zündet; oder im Studio ein paar echte Nadelbäumchen abfackeln, die später der Superwaffe einer außerirdischen Intelligenz zum Opfer fallen. Wie sich Licht und Schatten verhalten, wie Gischt spritzt, eine Säule korrekt einstürzt oder sich Staub auf die Haut der menschlichen Darsteller legt: Das alles will gut berechnet sein. "Wir bei ILM dürften nach der NASA über die größte Rechenpower verfügen", sagt Hoffmeister und lächelt leicht verlegen.

Allein wenn er eine "Transformers"-Sequenz für die Riesenleinwand im IMAX-Format durch die Computer jagt, dürfte das in einer Stadt wie Coburg das Anschalten von Notstromaggregaten zur Folge haben. "Da laufen gigantische Datenmengen auf. Die Autobots kommen in Lebensgröße rüber - da mussten wir jeden von ihnen in bis zu 100 einzelne Schichten zerlegen, um die Detailfülle zu bewältigen." Der 40-Jährige war bei Michael Bays Menschen-gegen-Maschinen-Thriller als Digital Composer für alle 2D-Einstellungen verantwortlich. Die machen im fertigen Film mehr als 50 Minuten aus.

So springt Ford nicht über die Klippe


Doch nicht nur mit fiktiven Geschehnissen hat sich der kreative Kopf aus Coburg zu befassen. "Oft geht es darum, Landschaftsaufnahmen nachträglich zu verändern." Wenn etwa bei "Jarhead" in der Wüste Nevadas ein paar Ölquellen brennen sollen, sind Hoffmeister und seine Mannschaft zur Stelle. Sie haben in "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" eine Verfolgungsjagd im Auto so angepasst, dass es hinterher so aussieht, als würde Harrison Ford an einer steilen Klippe entlang rasen und mit seinem Leben spielen. Oft sind bei solchen Einstellungen die Schauspieler das einzig Reale - der Rest kommt aus der Trickkiste: der deutsche Wehrmachtspanzer genauso wie die Hängebrücke und das Dschungeltal, das sie überspannt, Vegetation und Viecher inklusive.

Auf die Frage, wie er an solche Szenen herangeht, setzt Hoffmeister erst ein spitzbübisches Grinsen auf, ehe er erklärt: "Ich halte so etwas wie kindliche Neugier in diesem Beruf für unabdingbar. Man sollte sich reale Vorbilder betrachten, denn man hat ja die Wirklichkeit nachzustellen. Doch die muss quasi hinterfragt und technisch analysiert werden." Ihm sei sein Faible fürs Fotografieren entgegen gekommen - eine sehr gute Schule, um "Sehen zu lernen", wie es Hoffmeister ausdrückt.

Den überwiegenden Teil seiner Arbeitszeit sitzt er an seinem Rechner und schreibt Programme zur Lichtberechnung, wenn er nicht gerade die Zusammenarbeit von Teams mit 100 Leuten und mehr koordiniert. Ab und an erlauben sich die Effektbastler auch einen Spaß: Im jüngsten "Star Trek"-Film haben sie den Roboter R2-D2 aus "Star Wars" kurzerhand aus einem brennenden Föderationsraumschiff purzeln lassen. "George Lucas hat uns sein O.K. gegeben, aber den wenigsten Fans ist der kleine Gag aufgefallen." Bis jetzt...



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Stichworte zum Thema Kunst | Computer | Hollywood | Transformers | Hoffmeister | Coburg
 

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