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Dirndl, Bier und Brezn - die Wiesn geht los

17.09.09  Von: Britta Schultejans

Volksfest Mehr als sechs Millionen Besucher trinken sechs Millionen Liter Bier. An diesem Samstag beginnt in München das 176. Münchner Oktoberfest.

Blick auf die Theresienwiese in München Foto: ddp
Blick auf die Theresienwiese in München Foto: ddp

Frauen im Dirndl, Männerwaden in Lederhosen, Brezn und Bier gelten in England, Australien, Japan und China als typisch deutsch. Für Niedersachsen, Berliner oder Hessen ist das Oktoberfest aber alles andere als das - dort gilt es als typisch bayerisch. Der Blick auf das größte Volksfest der Welt ändert sich, je weiter der Geburtsort des Beobachters von München entfernt liegt.

Die Münchner selbst setzen auf der Wiesn ihre ganz eigenen Schwerpunkte: So erschütterte im vergangenen Jahr der sogenannte „Dirndl-Skandal“ den Freistaat. Marga Beckstein, die Ehefrau des damaligen Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU) - und Fränkin - weigerte sich, zur Oktoberfest-Eröffnung ein Dirndl zu tragen und kam in Trachtenjacke. „Es gab keine Dirndl-Diskussion, sondern nur eine heftige Diskussion um ein Dirndl, das nicht da war“, erinnert sich Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD).

In diesem Jahr scheint den Bayern eine solche Debatte erspart zu bleiben. Karin Seehofer, die Frau des neuen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU), kommt aus Oberbayern und wurde schon häufiger im Dirndl gesichtet.

„Ich hatte in drei Jahren drei Ministerpräsidenten, das hat es schon seit längerem nicht mehr gegeben“, bemerkt Ude und fügt süffisant hinzu: „Für Kontinuität sorgt hier die Stadt München.“ Seit mehr als 15 Jahren eröffnet der beliebte SPD-Bürgermeister die Wiesn mit dem berühmten „Ozapft is“. Dabei trägt er immer das Gleiche: Ude besitzt nach eigenen Angaben eine einzige Lederhose. Die werde mit den Jahren immer enger, klagt er. Wenige Tage vor dem Anstich beschäftigt vor allem die Frage: Schafft er es oder schafft er es nicht? Im Jahr 2005 stach Ude das Bierfass mit nur zwei Schlägen an - Rekord. Im vergangenen Jahr gelang ihm das das Kunststück erneut.

Gesprächsstoff bietet auch die neueste Wiesn-Mode, die immer schriller wird. Angesagt ist in dieser Saison alles, was bunt ist - besonders Türkis, Gelb und allem voran Lila. In diesem Jahr sind nach Angaben von Nicole Krajewski, Chefeinkäuferin bei Trachtenmoden Angermaier in München, auch Lack-Dirndl, Tigermuster und rosa Hirsche auf kariertem Grund zu haben.

Für die größte Aufregung sorgt alle Jahre wieder der Bierpreis. Zwischen 8,10 und 8,60 Euro kostet der Liter Bier in diesem Jahr und ist damit für viele ausländische Besucher deutlich teurer als zu Hause. Überfüllt sind die Zelte trotzdem.

Wer wissen will, wozu in diesem Jahr auf der Wiesn getanzt und geschunkelt wird, für den lohnt sich ein Blick nach Mallorca. Was im Sommer dort erfolgreich war, hat traditionell auch auf der Wiesn gute Chancen. Ansonsten gilt: Wie immer findet das Oktoberfest im September statt und die Bier-„Zelte“ sind aus Holz gebaut.


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Stichworte zum Thema Oktoberfest | Dirndl | Bier | Volksfest | Wiesn
 
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