Dieser Adventskalender hat's in sich!
21.12.09 Von: Petra Mayer
Satire Schokolade bietet der Adventskalender von Herrnlebens Figurenkabarett nicht. Dafür kommen bis zum 24. Bamberger auf ihre Kosten, die Satire lieben und sich hin und wieder auch ganz gerne auf Kosten prominenter Zeitgenossen amüsieren.

Seit 1. Dezember bieten die Kabarettisten kleine Aufmerksamkeiten für Protagonisten, die das Bamberger Stadtbild prägen und gestalten. Beispielsweise ließen sie dem Gabelmann bei klirrender Kälte einen Mantel zukommen und kreierten im Zuge der Studentenproteste das Ortsschild „Besetzte Universitätsstadt Bamberg“. „Schließlich sollte die Stadt mit ihren Titeln nicht geizen“, so Florian Herrnlebens Erläuterung.
Dem Atrium versprachen die beiden Bamberger einen ersten Farbeimer zur Umgestaltung des Centers: „Grün“ soll für die neue Blüte des Einkaufszentrums stehen. „Wir versprachen Adressaten anfangs sogar, alle Präsente persönlich zu überreichen“, sagt Florian Herrnleben. Nur ließ die Resonanz zu wünschen übrig.
Natürlich gilt es in Zeiten der Rotstiftpolitik, auch der Stadt unter die Arme zu greifen. Hinter der 14. Tür verbarg sich somit ein „maßgeschreinertes Fünf-Meter-Brett fürs Gaustadter Freibad“. Dem Baureferat stifteten die Kabarettisten eine Konservendose als „Bombenattrappe“, die jeden zögerlichen Baufortschritt künftig erklären könnte. Und selbstverständlich durfte das Fenster nicht fehlen, aus dem der Stadtrat überraschend eingehende Mittel zur Haushaltsentlastung werfen kann. Wobei sich die Herren Herrnleben angesichts eigener finanzieller Zwänge „kein Fenster gemäß Ensembleschutzrichtlinien“ leisten konnten.
Neue Mütze für den Musiker
Uwe Gaasch bekommt zum 60-ten eine Kopfbedeckung, mit der er Schweinsohren-Anhänger überraschen und ein Geburtstagsständchen singen kann. Für Klaus Stieringer gab’s ein Zauberbuch, über das der Citymanager „Innenstadtparkplatz-Gegner in Schweinchen verwandeln“ kann. Tja, die Figurenkabarettisten zeigen sich in der besinnlichen Zeit äußerst einfallsreich.
Aber wissen Bamberger diesen Einfallsreichtum zu würdigen? Nicht unbedingt, wie Reaktionen auf vergangene Vorstellungen des Figurenkabaretts unter dem Titel „Bamberg auf Sendung“ zeigten. So meldete sich nach Auftritten des Kasperls und anderer Protagonisten, die die „News“ moderierten, beispielsweise eine Pressereferentin, um sich Attacken aus dem Hause Herrnleben zu verbitten. „Von einer Anzeige sah sie allerdings ab, nachdem ich vom enormen Werbeeffekt einer derartigen Maßnahme schwärmte“, berichtet Florian Herrnleben. Spaß verstand dagegen Rhetoriktrainer Michael Ehlers, den die Satiriker noch heftiger unter Beschuss nahmen. „Als wir uns über seinen Promi-Status ausließen, lachte sich Ehlers im Publikum schlapp.“
Alles Weitere erfahren Interessenten im Netz unter www.figurenkabarett.de
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