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"Die Lage ist dramatisch"

08.12.09  

Jugendarbeitslosigkeit Die Gewerkschaftsjugend möchte auf den dramatischen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit um 41 Prozent in Bamberg aufmerksam machen. Schauplatz der Aktion war der Weihnachtsmarkt.

DGB-Jugendsekretärin Ulrike Eifler, DGB-Regionsvorsitzender Mathias Eckardt und IG-Metall-Jugendsekretär Christoph Curs wollen mit einem Ortsschild am Weihnachtsmarkt auf die gestiegene Jugendarbeitslosigkeit aufmerksam machen.  Foto: Matthias Hoch
DGB-Jugendsekretärin Ulrike Eifler, DGB-Regionsvorsitzender Mathias Eckardt und IG-Metall-Jugendsekretär Christoph Curs wollen mit einem Ortsschild am Weihnachtsmarkt auf die gestiegene Jugendarbeitslosigkeit aufmerksam machen. Foto: Matthias Hoch

Auf dem Weihnachtsmarkt zieren die „Säulen“ im Eingangsbereich ab sofort zwei Ortsschilder der etwas anderen Art: Unter dem Ortskennzeichen Bamberg ist zu lesen „Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit um 41,1 Prozent“. Mit dieser Aktion will die DGB-Jugend auf diesen Missstand aufmerksam machen. „Eigentlich wollten wir das Schild am Ortseingang aufhängen, haben uns dann aber überlegt, die Öffentlichkeit des Weihnachtsmarktes zu nutzen, um möglichst viele Leute auf diese Lage hinweisen zu können“, so Ulrike Eifler, Jugendsekretärin beim DGB Nordbayern.

Kritische Lage

„Die Lage der Jugendlichen ist dramatisch“, weiß auch Christoph Curs, Jugendsekretär der IG Metall Bamberg. Im Oktober 2008 seien 640 junge Menschen ohne Arbeit gewesen, dieses Jahr schon über 900. Schuld seien vor allem die arbeitsmarktpolitischen Entscheidungen der letzten Jahre. In keiner anderen Altersgruppe seien die prekären Beschäftigungsverhältnisse wie Leih- und Zeitarbeit so stark gestiegen wie bei den unter 25-Jährigen.

Jugend am Rand der Gesellschaft

Es seien dadurch vor allem junge Arbeitnehmer, die in der Krise an den Rand der Gesellschaft gedrückt würden. „Deshalb wollten wir die Öffentlichkeit darüber informieren“, so Curs und Eifler. Auch DGB-Regionsvorsitzender Mathias Eckardt teilt diese Meinung: „2010 wird ein schwieriges Jahr. Die Jugendlichen sind deshalb besonders wichtig.“ Wenn man über Zahlen spreche, dann dürfe man die Ursachen nicht außer Acht lassen. Diese sieht Eckardt vor allem in mangelnder Bildung. „Wenn die Jugendlichen jetzt keine Berufserfahrung sammeln, dann wird es später sehr schwierig – denn Berufserfahrung ist fast überall ein wichtiges Einstellungs-Kriterium.“


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13 Kommentare Zur Diskussion einladen

Seite 1 von 2 12 >>

#13 Hans schrieb am 10.12.09 22:16   

@Steinbruchbesitzer

(Wohnen Sie zufällig am Bausenberg?)

 

Nein, Umschulungen oder Weiterbildungen haben mir die "Agenten" nie angeboten. Außer völlig sinnlosen BFZ-Maßnahmen war da nichts zu wollen. Aber wozu auch? Nach meinen Erfahrungen werden arbeitslose Kaufleute zu Handwerkern und arbeitslose Handwerker zu Kaufleuten umgeschult...

 

Natürlich könnte ich versuchen das Fachabitur nachzuholen. Aber wozu letzten Endes? Ich strebe keine Führungsposition an. Außerdem fehlen mir die finanziellen Mittel für ein Studium, auf das ich ehrlich gesagt auch keine große Lust habe.

 

Umschulungen und dergleichen dienen doch am Ende eh nur dazu, Arbeitslose wenigstens kurzzeitig aus der Statistik streichen zu können. Was wir wirklich brauchen sind Arbeitsplätze statt Umschulungen! Jeder muß wieder nach seinen Fähigkeiten eine sinnvolle Tätigkeit ausfüllen dürfen.

 

PS: Über unsere ausländischen Entreicherer kann ich mich auslassen, wann ich will!

#11 Hans schrieb am 10.12.09 14:46   

@ Peter G.

 

Blind beworben habe ich mich im ersten Jahr meiner Arbeitslosigkeit ununterbrochen! Ich bekam keine einzige Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Von der Bundeswehr wurde ich ausgemustert. Das Arbeitsamt konnte mir nur Zeitarbeit anbieten. Im zweiten Jahr wurde ich dann in irgendeine sinnlose Maßnahme gesteckt. Seitdem kamen nur noch Angebote mit Hilfsarbeit. Private Vermittlung habe ich noch nicht ausprobiert. Ich möchte eben gerne etwas haben, das wenigstens annähernd meinem Bildungshintergrund gerecht wird.

 

Meine Lehrstelle habe ich damals über das Arbeitsamt erhalten! Ich hätte auch nach dem Gesellenjahr gerne weiter im Betrieb gearbeitet, aber mein Vertrag wurde nicht verlängert.

 

Eigentlich wollte ich zu Anfang Industriekaufmann lernen, aber hier bekam ich keine Stelle. So nahm ich mit der Ausbildung im Großhandel Vorlieb. Eine große Auswahl hatte ich sowieso nicht. Entweder Rechtsanwaltsgehilfe oder Kaufmann, weitere Angebote hatte ich nach etwa 50 Bewerbungen nicht. Da ich mir eine Tätigkeit als Anwaltsgehilfe mit meinen damals 16 Jahren ziemlich langweilig vorstellte, entschied ich mich für die kaufmännische Ausbildung.

 

Meiner Meinung nach kommt die Berufsberatung in der Schulzeit eh viel zu kurz. Mittlerweile bin ich der Ansicht, daß von einem Jugendlichen mit 15 oder 16 Jahren nicht erwartet werden kann, sich auf einen Beruf festzulegen. Meinen Kindern würde ich einmal empfehlen, solange wie möglich zur Schule zu gehen, um erst mit reiferen 18 oder 19 eine Wahl zu treffen. Für ideal halte ich heute den Bildungsweg Fachabitur/Berufsausbildung/Studium, soweit man "intelligent" genug dafür ist. Mir persönlich war schon die Mathematik der 10. Klasse Realschule zu hoch...

#12 Steinbruchbesitzer schrieb am 10.12.09 21:17   homepage

Hat Ihnen die Agentur nie eine Umschulung oder Fortbildung angeboten oder haben Sie nach der Möglichkeit derselben gefragt bzw. sich eigenständig darum bemüht?

Wohl kaum- denn Sie leiden ja immer noch unter der Mathematikangst der 10. Klasse Realschule und Mathe könnte ja wiederkommen!

Die in Ihrem anderen Post angebrachten Seitenhiebe auf Anatolien und die Leerung der Sozialkassen

sind wohl etwas fehl am Platze.

Vom jammern wird`s auch nicht besser!

#10 Peter G. schrieb am 10.12.09 08:45   homepage

@Hans

Da haben Sie wohl was falsch gemacht und machen es immer noch.

Das Arbeitsamt, Verzeihung die Arbeitsagentur ist nur zur Mangelverwaltung da und nicht um Jobs zu vermitteln. Nennen Sie mir einen einzigen Menschen, der durch die Agentur einen richtigen Job bekommen hat. Ich kenne keinen.

Alle die einen Job bekommen haben, haen dies über private Vermittler oder über Blindbewerungen bekommen.

Das sollten Sie mal ausprobieren.

Ausgebildet wird immer dann, wenn die Firma das nicht alleine finanzieren muss. Wenn der Staat seine Subventionspolitik einschränken würde, würde zwar weniger ausgebildet, aber eben genau nach Bedarf, von daher krankt das ganze System.

#9 Hans schrieb am 09.12.09 23:10   

Ich selbst bin 25 Jahre alt und mittlerweile seit fast vier Jahren erwerbslos. Und das trotz Realschulabschluß, trotz kaufmännischer Ausbildung, trotz Englisch-Zertifikat usw.

 

Alles, was man vom Arbeitsamt angeboten bekommt, sind entwürdigende Zeit- und Hilfsjobs auf Sozialhilfeniveau. Das ist dann wohl die Zukunftsperspektive für die deutsche Jugend! Wieso bildet man sich überhaupt noch, wenn man nach der Lehre mangels "Berufserfahrung" sowieso keine anständige Beschäftigung erhält?

 

Und wieso soll es uns angeblich an Fachkräften mangeln? Denkt ihr etwa ernsthaft die Millionen Erwerbslosen in Deutschland sind alles nur Hilfsarbeiter ohne Berufsausbildung? Aber machen wir uns ruhig weiter vor, daß wir auch den letzten Analphabeten aus Anatolien für irgendetwas gebrauchen können, außer zur Leerung unserer Sozialkassen.

#8 Paul schrieb am 09.12.09 22:27   homepage

Wo soll die Arbeit herkommen , gerade in unserer Region macht doch ein Betrieb nach dem anderen dicht. Anstelle die jungen Leute in Arbeit zu bringen setzt man das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre hoch. Ich kann auch erst mit 67 in Rente gehen, dann hätte ich 53 Jahre gearbeitet.

Ich glaube unsere Politiker sind alle nicht mehr ganz richtig im Kopf!

#7 Kalfakter schrieb am 09.12.09 18:37   homepage

Sind die Friseure seit jeher schon einmal vernüftig bezahlt worden? ich glaube nicht. Abgesahnt hat immer der Unternehmer ,und Friseur ist heute wie damals ein begehrter Beruf. Warum er so schlecht bezahlt wird,die Friseure bekommen ja ordentlich Trinkgeld wird die Innung sagen?.kann es nachvollziehen wenn mancher /e nach Feierabend Haare schneidet.

#6 spätzünder schrieb am 09.12.09 13:20   homepage

Als 25 jähriger Jugendlicher stand ich bereits das 11. Jahr im Erwerbsleben (einschließlich einer 3 jährigen Lehrzeit und 2 Jahren Bundeswehr) tilgte bereits im 3. Jahr ein Eigenheim zu einem Zinssatz von 8% und mehr. Dafür darf ich nach 53 jähriger Beitragszahlung mit 67 Rente beantragen. Ob ich welche bekomme ist noch nicht so ganz sicher.

Jahrelang habe ich auch jugendliche ausgebildet. Klare Tendenz erkennbar zu , schlampiger,unhöflicher, fauler und dümmer. Jeder, der keines dieser o. g. Merkmale sein Eigen nennt, bekommt auch einer Stelle.

#4 Friseur und Ausbilder schrieb am 09.12.09 13:12   homepage

Ich kann Peter nur dabei recht geben..... "Wenn ich höre, das Friseurinnen selbst im dritten Lehrjahr nur knapp über einem Minijob liegen, dann ist was falsch an der Wertschätzung der Berufe"!!! Das liegt aber nicht an der Wertschätzung des Berufes durch die Mitarbeiter oder Auszubildenden. Das liegt an den KUNDEN!!! Und solange viele Kunden die Sklaverei in den Billigsalons durch ihr Geld unterstützen wird es auch keine Lohnverbesserung der Friseure geben.

Nicht recht geben kann ich ihm bei der Feststellung...."Schuld an der ganzen Misere ist die Bildungspolitik."

NEIN! Schuld sind unter anderem auch das Elternhaus der Schüler. Die vermitteln doch ständig ihrem Nachwuchs, dass die Lehrer zu blöd seien, nicht richtig mit den einzelnen umgehen können und berichten abends beim Schlagabtausch in der Familie noch stolz, wie sie es dem Deppen Lehrer heute besorgt haben. Diese Vorgehensweise unterstützt doch nur unseren Nachwuchs in ihrer Faulheit. Hausaufgaben und Lernen gehören nun mal auch in die Freizeit. Hauptfächer wie Lesen, Schreiben und Rechnen sollte schon jeder begreifen können. Wir Eltern sollten unseren Kindern das Lernen erst einmal lernen. Aber viele von uns können es ja selbst nicht.

Ich könnte hier soviel Beispiele bringen. Wir, die Gesellschaft muss etwas ändern und nicht allein die Politik.

Ich habe 64 Auszubildende gehabt, 62 davon haben mit Erfolg beendet und eine davon ist Trägerin des bayerischen Staatspreises. Aber der Bildungsstand, das Interesse am Beruf und das handwerkliche Geschick der jetzigen Schüler lässt sehr zu wünschen übrig und macht es mir in der Entscheidung sehr leicht, nicht mehr auszubilden.

#5 Wolfgang schrieb am 09.12.09 13:19   homepage

Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Friseure waren schon immer mit am schlechtesten bezahlt. Weit vor den sogenannten Billigketten.

Und da liegt die Schuld am Chef.

#3 Lancelot schrieb am 09.12.09 12:14   homepage

im großen und ganzen sind diese jugendlichen, vor allen diejenigen, die eben ihre lehre absolviert haben, kanonenfutter für die zeitarbeitsindustrie. das geht so weit, das diese nach der lehre entlassen werden und danach über eine personalleasingsfirma wieder im gleichen betrieb am gleichen arbeitsplatz eingestellt werden. mit den friseurinnen wird das wohl auch nach der lehre dabei nicht besser werden. schwarzarbeit erwünscht zum beitragen des lebensunterhalts.

und die politiker feiern diese scheiße als ein großartiges werk ihrer geistigen arbeit. selbst nie was gescheites gemacht und hier beim dummen weggucken bis auf weiteres ihre unfähigkeit untermauert. es sollte sich keiner von ihnen in seinem dicken sessel und den teuren füllfederhaltern auf steuerzahlerkosten wundern, wenn ihn bei der nächsten versammlung die immer größer werdende masse dieser "tagelöhner" plötzlich an den kragen zerrt und sein intellekt von fäusten noch mehr geschädigt wird.

" ich gelobe, dem deutschen volke meine ganze kraft zu geben........um erst mal meine unkosten durch die lobby auf lebenszeit zu decken. und dem meiner kinder und kindeskindern. meine rente ist sicher"

......und für die jugendlichen gilt jetzt: noch mehr schuften ...... für die staatskasse, für steuererleichterungen der priviligierten.

#2 Peter G. schrieb am 09.12.09 08:50   homepage

Ja, es kommt eben immer auf den Standpunkt an.

Schuld an der ganzen Misere ist die Bildungspolitik. Wer Hauptschulen in Mittelschulen und meint, damit den Jugendlichen zu helfen, der ist einfach auf dem Holzweg. Es muss in der Schule wesentlich individueller gefördert werden, aber das geht in einem Klassenverband von bis zu 32 Schülern leider nicht, da ist man als Lehrer nur damit beschäftigt, Ruhe und Disziplin zu halten und kann eben den Stoff nur durchziehen, weil am Ende muss alles abgearbeitet sein.

Die Jugendlichen bleiben auf der Strecke und können sich in der Berufswahl nicht wirklich entscheiden, weil kein Arbeitgeber junge Leute mit schlechten Noten ausbildet, obwohl diese bei praktischen Arbeiten manchmal wesentlich besser sind.

Und natürlich spielt das Ansehen der Berufe eine große Rolle. Wenn ich höre, das Friseurinnen selbst im drittenLehrjahr nur knapp über einem Minijob liegen, dann ist was falsch an der Wertschätzung der Berufe.

Und heutzutage lernt keiner mehr was, nur damit er eine Ausbildung hat, es muss schon auf Zukunft ausgerichtet sein.


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