Boeing bringt neuen Jumbo in die Luft
09.02.10
Luftverkehr Boeings neuer Jumbo-Jet hat seine erste Feuerprobe bestanden. Am Montag absolvierte die 747-8 ihren Jungfernflug. Knapp vier Stunden kreiste die Maschine über der Westküste der USA und landete am späten Nachmittag (Ortszeit) wieder sicher auf dem Werksgelände in Everett nahe Seattle.
Damit hat Boeing eine Sorge weniger: Im Dezember hatte der kleinere Langstrecken-Flieger 787 Dreamliner erstmals abgehoben.
Die 747-8 ist Boeings Antwort auf den Riesenflieger A380 des Rivalen Airbus. Wie beim Konkurrenzmodell war auch die Entwicklung des neuen Jumbo von Pannen überschattet. Das Flugzeug liegt rund ein Jahr hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück. Boeing schätzt die Mehrkosten auf 1 Milliarde Dollar. Bereits beim Dreamliner hatte es erhebliche Verzögerungen gegeben.
Wegen Nebels und dichter Wolken musste der Start der 747-8 um zweieinhalb Stunden verschoben werden. Dadurch fiel der Flug etwas kürzer aus als ursprünglich veranschlagt. Insgesamt gehen in den kommenden Tagen und Wochen drei Jumbos in die Luft, um die Tests abzuschließen.
Der neue Jumbo ist im Wesentlichen immer noch der gleiche Flieger, der schon 1969 in Dienst ging. Er ist aber länger und dank neuer Triebwerke auch leiser und spritsparender als alle Vorgängertypen. Die Frachtversion soll ab Ende 2010 ausgeliefert werden; auf die Passagiervariante 747-8 Intercontinental müssen die Kunden bis Ende 2011 warten.
Das letzte Mal hatte Boeing den Jumbo-Jet Mitte der achtziger Jahre grundlegend modernisiert und als 747-400 auf den Markt gebracht. Die neueren Maschinen unterscheiden sich gegenüber ihrem Urahn äußerlich vor allem durch das verlängere Oberdeck. Im Gegensatz zum Airbus A380 ist der Jumbo-Jet aber nicht durchgängig zweistöckig.
Die 747-8 überragt mit einer Länge von 76,3 Metern die Vorgänger um rund 6 Meter. Der Frachter kann mit 140 Tonnen rund 20 Tonnen mehr als bislang transportieren; in der Passagiervariante steigt die Zahl der Sitzplätze durchschnittlich um rund 50 auf 467. Maximal kann die Maschine mit einer Tankfüllung 14.815 Kilometer fliegen.
Boeing hat für den neuen Jumbo-Frachter 76 Bestellungen in den Büchern. Für die Passagiervariante liegen indes lediglich 32 Order vor. In der Wirtschaftskrise meiden viele Fluglinien kostspielige Neuanschaffungen. Airbus legte seine Frachtversion des A380 wegen der verhaltenen Nachfrage sogar ganz auf Eis.
Die Deutsche Lufthansa hat 20 Jumbos bestellt, die ab 2011 nach und nach eintreffen sollen. Derzeit fliegen bereits 30 der Vorgängertypen auf den Interkontinental-Strecken. dpa
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