Bamberg stutzt Albatrossen die Flügel
07.03.10 Von: Klaus Groh
Basketball-Bundesliga Dank einer hervorragenden Verteidigungsleistung feiern die Brose Baskets einen deutlichen 79:64-Erfolg in Berlin. Über 1000 Fans feiern ihre Mannschaft ausgelassen.

Während sich die 10.700 Berliner Anhänger schon längst auf den Heimweg gemacht hatten, rockten die über 1000 Fans aus Freak City noch immer die O2-World. "Wir wollen die Mannschaft sehen", riefen die Bamberger Fans – und ihre Helden ließen sich nicht lange bitten. Beckham Wyrick tanzte, als hätten die Brose Baskets gerade ihre dritte Meisterschaft gewonnen. Und auch Casey Jacobsen strahlte, nachdem er beim Bamberger Erfolg im letzten Jahr in der hochmodernen Multifunktions-Arena noch auf der Verliererseite gestanden hatte. Mit dem 79:64 (40:35)-Erfolg am Samstagabend beim Tabellenführer sendete die Truppe von Chris Fleming erneut das Signal an die Konkurrenz: Mit uns ist im Kampf um den Titel zu rechnen.
Die Bamberger waren wie schon beim Pokal-Coup vor zweieinhalb Wochen optimal auf das Spielsystem der Berliner vorbereitet und gestatteten den Hausherren keinerlei einfache Körbe. Mit einer sehr variablen Verteidigung wurden den Berlinern aber auch die Dreier (2 Treffer bei 20 Versuchen) sehr schwer gemacht.
Es war zwar kein schönes Spiel, aber ein sehr intensiv geführtes, das die Gäste von der ersten Minute an bestimmten: Nur einmal – nach einem Foul gegen John Goldsberry und einem anschließenden "Technischen" gegen die Bamberger Bank – konnten sich die Berliner auf 29:25 (16.) etwas absetzen, doch dann schlugen Goldsberry, Jacobsen, Elton Brown und Anton Gavel postwendend zurück und bescherten ihrer Mannschaft eine 40:35-Pausenführung.
Nach dem ersten Feldkorb von Julius Jenkins kämpfte sich Alba gleich nach der Pause auf 39:40 heran, doch Tibor Pleiß per Dunking und Jacobsen per Dreier leiteten einen 10:1-Lauf ein, der den Brose Baskets erstmals eine zweistellige Führung (50:40) bescherte. Auch zu Beginn des Schlussviertels bäumte sich Alba nach einem Ballgewinn von Steffen Hamann noch einmal auf (53:58), doch die beiden Dreier von Brian Roberts ließen den Albatros endgültig abstürzen (57:70). "Wir haben eigentlich genau die Energie aufgebracht, die nötig ist für solch ein Spiel. Es schien jedoch als ob uns das Spiel umso mehr aus den Händen geronnen ist, je mehr wir investiert haben. Wir hätten noch zwei Tage lang so weiter spielen können und es wäre immer so weiter gegangen", resümierte Berlins Trainer Luka Pavicevic enttäuscht.
Auf der anderen Seite war Chris Fleming einfach nur stolz auf seine Jungs: Wir haben diese Saison schon Spiele auswärts nicht auf dem nötigen Level gespielt, aber heute haben wir sehr gut verteidigt. Als wir in der zweiten Halbzeit aufgehört haben, mit den Schiedsrichtern zu diskutieren, lief es besser." Apropos Schiedsrichter: Die Herren in Gelb hatten sicherlich in dieser intensiv geführten Partie kein leichtes Amt, doch insgesamt 59 Fouls und 70 Freiwürfe zerstörten jeglichen Spielfluss und waren noch dazu drei Viertel lang sehr einseitig zugunsten der Berliner verteilt.
"Wir wollten Julius Jenkins aus dem Spiel halten und unter dem Korb Paroli bieten – in beiderlei Hinsicht haben wir einen guten Job gemacht. Letztlich hat die Abwehr entschieden. Die Spiele im Eurocup haben uns diese Qualität gegeben. Dieser Sieg war wichtig, weil wir in den Play-offs wieder auf Alba treffen können", blickte Spielmacher Anton Gavel, der sein kleines Tief nach seiner Knöchelverletzung überwunden zu haben scheint und gegen Jenkins hervorragend verteidigte, in die Zukunft. Und die könnte den Brose-Fans, die immer wieder "Olé, olé, super Bamberg" sangen, nach fünf Siegen in Folge in der Bundesliga noch häufiger Grund zum Feiern geben.
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