Auf Luchs-Jagd mit den Fotofallen
24.11.09
Fauna In Bayern und Tschechien machen Tierforscher künftig grenzüberschreitend mit automatischen Kameras Jagd auf scheue Luchse.

Im kommenden Winter werde es dazu in den Nationalparken Bayerischer Wald und Sumava ein Projekt mit sogenannten Fotofallen an rund 60 Plätzen geben, erklärte Marco Heurich von der Forschungsabteilung der Bayerwald-Nationalparkverwaltung in Grafenau. Insgesamt sollen so die seltenen Raubkatzen auf einem rund 900 Quadratkilometer großen Gebiet beobachtet werden.
Im vergangenen Winter sind die Wissenschaftler bereits auf bayerischer Seite auf Foto-Pirsch gegangen. Damals wurden in dem Nationalpark an 28 Standorten Kameras aufgebaut. Dadurch konnte nachgewiesen werden, dass in Deutschlands ältestem Nationalpark mindestens acht Luchse, darunter drei Jungtiere, leben. Die Luchsexperten können die Tiere durch die Flecken auf dem Fell unterscheiden. Dafür werden an jedem Standort jeweils zwei Kameras installiert, damit die Luchse von beiden Seiten aufgenommen werden können.
Die aufgestellten Automatikkameras arbeiten mit Infrarottechnik und reagieren auf die Körperwärme von vorbeilaufenden Lebewesen. Natürlich tappen dann nicht nur Luchse in die Fotofalle. Im vergangenen Winter beteiligen sich auch Wildschweine, Rehe, Hirsche, Hasen, Igel und Marder an dem Fotoshooting. Die Forscher bauen die Kameras in der kalten Jahreszeit auf, weil dann die jungen Luchse ihre ersten größeren Ausflüge unternehmen und außerdem Paarungszeit ist.
Bereits seit einigen Jahren werden in dem niederbayerischen Park Luchse auch mit einem Sendehalsband versehen, um den Lebensraum der Tiere genau kontrollieren zu können. Derzeit haben drei Raubkatzen in der Region solch einen Sender. Zudem werden Fotofallen bei einem weiteren Projekt auch außerhalb des besonders geschützten Nationalparks aufgebaut.
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