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350 Schutzengel sollen Leben retten
24.02.10
Aktion Der Bamberger Kreisjugendring-Vorsitzender Hermann Adelhardt ist auf der Suche nach Engeln: Junge Leute sollen Freunde und Bekannte davon abhalten, sich betrunken oder unter Drogeneinfluss ans Steuer zu setzen. Auftakt ist am 13. März.
Am Ende dieses Jahres wünscht sich Hermann Adelhardt eine Zahl von 350 registrierten Schutzengeln. Dazu fehlen ihm heute noch exakt 348, denn zwei hat der Vorsitzende des Kreisjugendrings (KJR) schon verpflichten können: die Schülerin Veronika Renczes und Simone Chalupka von der KJR-Geschäftsstelle. Den beiden sollen nach dem 13. März noch möglichst viele Kolleginnen und Kollegen zur Seite stehen, denn an diesem Abend fällt für die KJR-Aktion Schutzengel unter dem Motto „Du kannst Leben retten“ im Trosdorfer Nachtcafé der Startschuss.
Doch wie kam es dazu? „Über ein persönliches Erlebnis“, sagt Adelhardt. „Ein Unfall hätte verhindert werden können, wenn man einen alkoholisierten jungen Mann vom Fahren abgehalten hätte.“ Bekanntlich sind die höchsten Unfallzahlen für die Gruppe der 18 bis 25-Jährigen, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss fahren, dokumentiert. Das hat nicht aufgehört, den KJR-Vorsitzenden zu beschäftigen, bis er schließlich auf die „Schutzengel“ stieß. „Eine Idee aus Dänemark, die seit 2004 auch in einigen Bundesländern umgesetzt wird.“ Der Landkreis Bamberg wird damit Vorreiter.
Was ist die Schutzengel-Idee? Junge Leute sollen Gleichaltrige, die sie kennen, davon abhalten, alkoholisiert oder unter Drogen Auto zu fahren. Man kann Fahrgemeinschaften organisieren,oder auch selbst chauffieren. Das tun bereits etliche junge Leute, ohne offiziell designierter Schutzengel zu sein. Eine gute Basis, findet Adelhardt. „Wir wollen Unfälle, Verletzte und Schicksalsschläge verhindern“, formuliert Adelhardt den Ansatz. Davon hatte er auch die KJR-Vollversammlung geschlossen überzeugt. So kann nun die Aktion Schutzengel – unter Schirmherrschaft von Landrat Dr. Günther Denzler – ins Leben gerufen werden. Der Startschuss fällt am 13. März ab 22.30 Uhr im Trosdorfer Nachtcafé mit Landrat, Polizei, Projektleiter Oliver Schulz, DSDS-Teilnehmerin Michelle Bowers und einem Fahrsimulator…
„Bis Jahresende wollen wir 350 Schutzengel haben“, formuliert Oliver Schulz, der für die Ausbildung der Schutzengel zuständig ist und das Projekt gemeinsam mit seinem Stellvertreter Markus Bauer koordiniert. Für Schutzengel (weiblich und männlich, im Alter von 15 bis 26 Jahren) gibt es ein erstes Seminar am 27. März, Treffpunkt 9.30 Uhr am Landratsamt, von dort geht es zur theoretischen und praktische Schulung in die Fränkische Schweiz. Am Ende gibt es dann den Schutzengelausweis. Den kann man aber auch auf anderem Wege erwerben: Über die Homepage www.schutzengel-bamberg.de, hier gibt es alle notwendigen Informationen und Tipps in komprimierter Form plus Antragsformular für den Ausweis, der dann zugesandt wird.
Welche Vorteile bietet dieser Ausweis? „Bei den Projekt-Partnern in der Region Bamberg erhalten die Schutzengel Rabatte“, erklären Schulz und Adelhardt. Das heißt etwa bei Partner-Discotheken erhalten die Schutzengel alkoholfreie Getränke kostenlos. Gesucht werden Unternehmen, die sich an der Schutzengel-Aktion beteiligen wollen, und selbstverständlich auch als Partner beworben werden. Informationen für diese ebenso wie potenzielle Schutzengel erteilt Oliver Schulz außerdem telefonisch, 0170/1930 455.
„Die Aktion Schutzengel ist auf Kontinuität ausgelegt“, unterstreichen Adelhardt und Schulz, sie soll Selbstläufer und selbstverständlich werden. „Wenn wir nur einen Toten verhindern, verhindern wir viel Leid und haben schon gewonnen“, unterstreicht der KJR-Vorsitzende.
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