Hat das Haustier ausgedient?

13.05.2010     inFranken.de

Interzoo Bei ihnen zählen Mobilität und Flexibilität - für ein Haustier ist daher im Haushalt von jüngeren Menschen oft kein Platz mehr. Für die Hersteller von Hunde- und Katzenfutter könnte sich dieser Trend langfristig als Wachstumsbremse erweisen.


Eine Frau läuft am Donnerstag (13.05.2010) auf der Heimtiermesse Interzoo in Nürnberg (Mittelfranken) an einer Wand mit Hundebildern vorbei. Foto: Daniel Karmann dpa
Vertreter der deutschen Heimtierbranche haben am Donnerstag zum Auftakt der Heimtiermesse Interzoo in Nürnberg vor diesen Trend gewarnt. Die Entwicklung müsse genau im Auge behalten und Gegenstrategien entwickelt werden, forderte der Vorsitzende des Industrieverbandes Heimtierbedarf (IVH), Georg Müller.


Nach Erkenntnissen der Branche wuchs 2009 zwar der Anteil der älteren Tierhalter im Alter von 50 bis 59 Jahren auf 18 Prozent. Verringert habe sich hingegen der Anteil der jüngeren Hunde- und Katzenbesitzer; in der Gruppe bis zu 29 Jahren sank der Anteil auf elf Prozent, in der Gruppe der 30 bis 39-Jährigen auf 18 Prozent.

In der Altersgruppe 40 bis 49 hält dagegen unverändert fast jeder Vierte ein Haustier, berichtete der Verband. Der Bedeutungsverlust der Familie zeige sich vor allem bei Kleintieren, wie Hamstern und Meerschweinchen. Ihre Zahl ging deutlich zurück.

Ungeachtet der in einigen Bereichen gesunkenen Heimtierzahlen habe die Branche ihren Wachstumskurs auch in der Krise fortsetzen können. Der Gesamtumsatz sei im Jahr 2009 um 2,2 Prozent auf 3,603 Milliarden Euro gestiegen, berichtete IVH-Chef Müller.

Nach Beobachtungen des Präsidenten des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe (ZFF), Klaus Oechsner, sitzt der Euro bei manchen Tierfreunden in Krisenzeiten dennoch nicht mehr so locker wie früher.

Zwar sei die Nachfrage nach Heimtierfutter und Tierbedarf unverändert groß. "Wir stellen aber fest, dass Tierhalter die eine oder andere Anschaffung aufschieben oder von Premium-Nahrung zu preiswerten Handelsmarken wechseln", berichtete Oechsner. Auch teure Hundeleinen oder große Design-Aquarien seien derzeit nur von wenigen gefragt.

Beliebtestes Haustier bei den Bundesbürgern ist nach Branchenerkenntnissen weiterhin die Katze (8,2 Millionen Tiere), gefolgt von Hunden (5,4 Millionen).

Einen großen Anteil machten trotz sinkender Tendenz Kleintiere, wie Hamster und Meerschweinchen, aus; von ihnen tummelten sich in deutschen Wohnungen 5,6 Millionen Tiere. Außerdem gebe es in deutschen Haushalten 3,4 Millionen Ziervögel, 2,1 Millionen Gartenteiche, 2 Millionen Aquarien und 400 000 Terrarien, in denen etwa Echsen gehalten werden.

Auf der Interzoo, die allein dem Fachpublikum vorbehalten ist, präsentieren noch bis zum 16. Mai rund 1500 Unternehmen aus mehr als 50 Ländern ihre Neuheiten. Die Veranstalter erwarten rund 35.000 Fachbesucher.




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