50. IFA - Kampf um Fernsehen der Zukunft
01.09.2010
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Messe Berlin ist ab heute wieder Hauptstadt der Unterhaltungselektronik: Die 50. Funkausstellung IFA startet am Mittwoch mit ersten Presseterminen. Im Mittelpunkt stehen 3D-Fernsehen und die Verschmelzung von klassischem TV und Internet-Video.

Besucher der Internationalen Funkausstellung IFA stehen am 04.09.2009 in Berlin vor einer Bildschirmwand am Stand der Firma Sony. Foto: Hannibal/dpa
Hbb-TV wird getestet
In Deutschland geht zunächst das ZDF mit dem Hybrid-Fernsehen HbbTV an den Start. Der Sender will damit die Fernsehübertragungen mit Inhalten aus der Online-Mediathek verknüpfen. Der Zuschauer soll dabei mit einem Gerät und einer Fernbedienung auskommen. HbbTV ist ein neuer europäischer Standard, mit dem Sender und Gerätehersteller ein Formatchaos vermeiden wollen. Der Schauplatz des Zukunftskampfes liegt jedoch vor allem in den USA, dem Land, in dem die meisten international verkauften TV-Serien produziert werden - und jährlich 70 Milliarden Dollar in Fernsehwerbung fließen. Letztlich wird es um die Neuverteilung dieser gewaltigen Geldströme gehen. Neueste Nachricht: Auch der weltgrößte Online-Händler Amazon.com soll an einem eigenen Internet-TV basteln. Amazon verhandele mit mehreren Medienkonzernen, um Fernsehsendungen, Filme und Serien online auf Sendung bringen zu können, berichtete das "Wall Street Journal" am Mittwoch. Für Mittwoch wird auch ein weiterer Vorstoß von Apple in diese Richtung erwartet. Gerüchten zufolge will Konzernchef Steve Jobs eine neue Version der Wohnzimmerbox Apple TV und erweiterte Deals mit US-Fernsehsendern präsentieren. Auch Google will im Herbst auf einer eigenen Plattform Fernsehen und Internet verschmelzen - und zu dem Konzern gehört schließlich die führende Onlinevideo-Website YouTube.
3D-TV
Auf der IFA wird auch noch eine weitere Fernsehneuheit im Mittelpunkt stehen: 3D-TV. Nach dem überragenden Erfolg von dreidimensionalen Kinofilmen wie "Avatar" will die Industrie die Technik auch schnell in die Wohnzimmer bringen. 3D-taugliche Fernseher sind bereits im Handel, nur das Angebot an entsprechenden Filmen ist noch sehr dünn. Auf der Messe wird man die Technik an vielen Ständen ausprobieren können. Dann können die Zuschauer auch entscheiden, ob sie tatsächlich bereit sind, für das 3D-Erlebnis mit einer Spezialbrille im Wohnzimmer zu sitzen. Laut Umfragen jedenfalls stört das viele nicht. Für das Publikum öffnet die Messe am Freitag und läuft bis zum 8. September. Der heutige Mittwoch und der Donnerstag sind der Presse und Fachbesuchern vorbehalten. Zahlreiche Neuheiten wollen auch Hersteller von Hausgeräten präsentieren, die inzwischen fest zum IFA-Programm gehören. Die Schau unter dem Berliner Funkturm gilt als weltgrößter Treff der Unterhaltungselektronik-Branche. In diesem Jahr werden zehn Prozent mehr Aussteller erwartet. 2009 waren es 1164. Vor allem der TV-Absatz boomt: Im Schnitt wird sich Branchenschätzungen zufolge jeder vierte deutsche Haushalt in diesem Jahr einen neuen Flachbild-Fernseher kaufen. dpa
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