Der Dürer-Mord II

22.02.2012   Von: Sarah Bernhard  Fränkischer Tag

Frankenblog Heute geht es weiter mit: Noch einem von diesen fränggischen Regionalkrimis - Kommissarin B. ermittelt. Weiterhin nur echt mit allen von Ihnen eingeschickten Lieblingswörtern. Und noch authentischerem Fränkisch!


Kommissarin B. ermittelt unter Hochdruck weiter. Foto: Barbara Herbst
"Tschagoogäla", las C. schließlich vor und blickte irritiert zu Kommissarin B. "Ha waschn los, was hoißtn deees?", fragte diese ungeduldig. C. leckte sich nervös über die Lippen und sagte schließlich: "Jacke".

Erst das Klingeln eines Handys beendete das nachdenkliche Schweigen, in das die beiden nach dieser Enthüllung verfallen waren. Kommissarin B. schnappte sich einen ihrer Handschuhe vom Wohnzimmertisch und begann, in den Taschen des Toten zu wühlen. "Bei Müller", meldete sie sich schließlich. "Beedä? Wu iss deä Beedä? Unn weä sinn Siii?" fragte die Stimme am Telefon. "Ha, iii ben Kommissarin B. von dr Gribbo. Ond jetz saged sie mir amol, wer Siiiie send." In der Leitung blieb es still. Dann räusperte sich die Stimme und sagte: "Iich haas Dennälain fomm Gemaaanischn Nozionoolmuseeeumm. Sii müssn sofodd heeäkumma!"

Stau auf dem Frankenschnellweg

"Gruzifix, da geht ja gar nix!", ärgerte sich Kommissarin B. "Scho der zweide Schdau in ara halbn Schdund! ...Du sag mol, hosch du scho dei Schdeiererglärung gmacht?" C. nickte. "Joo, goonz aimpfoch mid Gagerax", antwortete C. grinsend. "Dess geed fill schnellä olz fo Hond." Er hörte noch ein "Halbdaggl", bevor Kommissarin B. das Martinshorn einschaltete.

Eine Stunde und einen weiteren Stau auf dem Frankenschnellweg später saßen Kommissarin B. und Assistent C. im Büro von Herrn Dennerlein, der hektisch von links nach rechts lief und dabei ständig murmelte: "Miä häddn dess olläss ännsdä neema solln." - bis es Kommissarin B. zu bunt wurde. "Ja heiligs Blechle, jetz setzed se sich halt amol no ond saged se ons, um was es übrhaubt god!", befahl sie. Dennerlein seufzte und setzte sich auf seinen Bürostuhl. "Olllso deä Beedä hodd schdermm müssn wail ä zä fill gäwussd hodd unnnd..."

"Wer ischn übrhaubt der Peder?", unterbrach Kommissarin B. ihn ungeduldig. Dennerlein riss die Augen auf. "Woss, Si känna denn Beedä Müllä nedd? Deä iss dä grössd Dürer-Äxbädä fu Doidschlond. Unnd deä hodd woss rausgfunna, näjoaa, ollso, näjaa, deä wolld hold woss endhülln und edz issä dood." Traurig schüttelte er den Kopf. "Hod des ebbas mit dem Tschagoggele zom do?", fragte Kommissarin B. "Dess hassd Tschagoogäla", fiel ihr C. ins Wort. Langsam drehte sich die Kommissarin zu ihm um. "Ha sag iii doch, was hosch denn abr au?", fragte sie mit gefährlich leiser Stimme. "Iich sooch jo nuä", antwortete C. beleidigt.

Der Restaurator wusste vom Mamaladnamala

Als sie sich wieder Dennerlein zuwandten, war der totenbleich geworden. "Sii wissen dess?" piepste er. Kommissarin B. runzelte die Stirn. "Saged se amol, wo warn sie denn geschdern Abend?", fragte sie. "Naaa, baim Fosching, wu denn sunsd. Froogn si duch amoll die Nünbärchä Luffdfloddn fum Brinzn Ganävoll! IIiich woöä olz Robbern fäglaided." Kommissarin B. machte ein erschrockenes Gesicht. "Ha noi, des glaub i ihne au so! Und vorschdelln will i mir des au ed", sagte sie schnell. "Ond übrhaubt, was isch da jetzt los mit dem Kiddl?" Dennerlein seufzte noch einmal.

"Ollso fu fonn, obbä sii düffn kaan woss soogn. Dess Bild funn Düürä iss in Münchn, obbä dess issa Fälschungg. Wii miä noinzennhundädanäsibbzich dess Billd ausgälia homm, nojaaa, doo hodd dä domoliche Guradooä gemaand, dossess aichendlich noch Frangn ghödd und donn hoddäs Museumm hold a Gobii zärügggämm. Dii woä fossd bäfäggd nuä di Foämm fu derra Belzjaggn hodd ned gonz noghaud. Unnd dess hodd dä Beedä morgn endhülln gäwolld Exglusiif im Inderfiuu midn Oddo Änchäschdoon fomm Frrängischn Dooch. Ledzda Wuchn iss donn su a gomischä Drooobriif kumma: Treffen um halb drei beim ZOB, sonst passiert was. Und wenn du das Geheimnis enthüllst, sowieso auch. Oddä soo äänlich. Obbä miä homm dess nedd ännsd gänumma foä ollämm waill ummä halbbä drai aussä a boa Bussforä kaanä omm Zobb woä." Er seufzte ein drittes Mal und sank in sich zusammen.

C. hatte eine Runde Kaffee geholt. Seitdem saßen sie schweigend in seinem Büro. "Do hodd woäschainlich aanä nedd gäwolld doss dess Gähaimniss aufgädeggd widd", sagte C. schließlich in die Stille hinein. "Bäschdimmd aanä auss Münchn", sagte Dennerlein. Kommissarin B. schwieg. Dann hob sie den Kopf und sagte: "Noi, des glaub i ed. Iii glaub, es goht hier um ganz ebbes andrs. Herr Dennerlein, sie missed mir an Gfalla do!"

Fortsetzung folgt.


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Kommentare

 
1  Kommentare  
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Lilli5 - 22.02.2012 18:30    (0)   
 

Bin schon gespannt..
... wie´s weitergeht!! Sehr gute Idee mit dem fränkisch/schwäbischen Krimi!
grinsen grinsen grinsen

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