1:1 - Nürnberg beendet Bayerns Siegesserie

20.02.2010   Von: Andreas Lösch  inFranken.de

Fußball Der Club wollte im Derby Maßstäbe setzen und schickte kurz vor dem Anpfiff einen Gruß voraus: ein fränkisches Servus an die Bayern. Der Vorletzte gegen den Zweiten der Liga, es sollte ein spannendes Duell werden. In der Anfangsphase des Spiels fehlen den Nürnbergern aber zunächst die Ideen für weitere Maßstäbe.


Torschütze Ilkay Gündogan (2. von links) jubelt mit den seinen Club-Kollegen Albert Bunjaku (von links) Maxim Choupo-Moting und Mike Frantz über seinen Treffer zum 1:1. Fotos: Tobias Hase/dpa
Dem Gegner fehlten die zwar auch, aber es waren dennoch die Bayern, die sich geduldig das Spielgerät zuschoben und bei gefühlten 70 Prozent Ballbesitz kaum den Anschein erweckten, als wollten sie den schwächelnden Club in Grund und Boden rennen. Das war auch nicht nötig: Nürnberg wagte sich nach 25 Minuten erstmals vors Tor, aber die kurz aufkommende Euphorie hielt nur kurz, weil zehn Minuten später Thomas Müller den FCB in Führung schoss.

Auf der Gegenseite konnte so etwas erstmal nicht passieren: Nürnbergs Stürmer Angelos Charisteas’ Versuche, über die Außenbahnen weite Bälle zu erlaufen scheiterten kläglich. Ein verärgerter Fan fragte da zurecht: "Was haben sie dem denn gegeben? Oder hätte man ihm vielleicht etwas geben sollen?" Man hätte ihn vielleicht auswechseln sollen. Denn man brauchte gar nicht erst auf eine Zeitlupe an den Stadionbildschirmen zu warten. Die bescherte der Grieche auf dem Platz.


Goldenes Wechselhändchen


Folgerichtig begann die zweite Halbzeit ohne ihn. Und das zahlte sich nach wenigen Minuten aus: 1:1 durch Gündogan nach Vorarbeit Choupo-Moting – eingewechselt für Charisteas. Den Punkt, den die Franken unbedingt haben wollten, hatten sie nun. Und sie durften in bis zum Schluss behalten. "Das war ein verdientes Unentschieden, wenn auch ein glückliches", sagte Nürnbergs Trainer Dieter Hecking. Bayern-Coach Louis van Gaal wurde gefragt, ob seine Mannschaft etwa nur mit halber Kraft gespielt habe. Die prompte Antwort des Trainers: "Total falsch! Das war eines unserer besten Spiele, wir haben nur nicht gewonnen. Wo waren denn die Nürnberger? Sie waren in ihrer Hälfte und wir konnten kein Tor mehr schießen."

Gut so, dachten sich die Club-Fans, es konnte ihnen nur recht sein. Denn Nürnberg wurde in der Schlussphase äußerst nervös. Raphael Schäfer im Tor der Nürnberger war da ganz besonders wichtig: Er vereitelte mehrere gute Einschussmöglichkeiten der Bayern, darunter eine Hundertprozentige. Ach ja, und wo war Albert Bunjaku? Vom zweitbesten Torschützen der Liga war lange Zeit nicht viel zu sehen. Für ihn kam Eigler kurz vor Schluss.

Und dann war er durch der Club: Ein Punkt gegen den FC Bayern München war auf dem Konto. Das Unentschieden fühlte sich an wie ein Sieg. Dennoch hat der Club den Abstieg vor den Augen und muss sich nächste Woche in Bochum ordentlich ins Zeug legen, denn an der Position in der Tabelle hat sich am 23. Spieltag für die Nürnberger nichts geändert Ein Punkt vom wohl spielstärksten Team kann da aber durchaus beflügeln.




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