Florettfechter sensationell - Heidemann muss bangen

20.02.2012   Ort: Düsseldorf  Von: Von Dietmar Fuchs, dpa  

Die Attacke kommt zur rechten Zeit. In der entscheidenden Phase der Olympia-Qualifikation mischen Deutschlands Fechter die Konkurrenz auf.

Olympiasieger
Benjamin Kleibrink will mit dem Florett-Team wieder zu den Olympischen Spielen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

«Die Mannschaft hat unter Druck Sensationelles geleistet - einfach wunderbar», kommentierte Florett-Bundestrainer Ulrich Schreck den Weltcupsieg von La Coruna. «Großartig. London, wir kommen», sagte Säbel-Coach Vilmos Szabo, dessen Team nach dem Finalerfolg von Padua auch rechnerisch nicht mehr von einem Startplatz für die Spiele verdrängt werden kann.

Schrecks Erleichterung war groß. Olympiasieger Benjamin Kleibrink, der viermalige Weltmeister Peter Joppich, Sebastian Bachmann und André Weßels haben es selbst in der Hand, beim «Löwen von Bonn» vom 16. bis 18. März letzte Zweifel zu beseitigen. «Das Ergebnis war enorm wichtig und hat uns einen riesen Schritt in Richtung Olympia gebracht. Da wird jetzt nichts mehr anbrennen», sagte Schreck nach dem 45:32 im Finalduell mit dem WM-Zweiten Frankreich.

Für Schreck war es «sensationell. Eine fantastische Team-Leistung. Die Jungs haben ihre Gegner förmlich deklassiert.» Dritte sind sie im Ranking für London. Sollte dies auch Ende März noch so sein, haben sie nicht nur als Team die Teilnahme sicher, sondern auch drei Einzel-Startplätze. Und dann kann Peking-Gewinner Kleibrink seinen erneuten Anlauf auf Gold starten: Über die Einzelwertung hat der für Tauberbischofsheim fechtende Kölner nach seinem Motorradunfall im April 2011 keine Chance mehr.

Die Säbelexperten um den WM-Zweiten Nicolas Limbach sind aktuell eine Klasse für sich. Keines der anderen 21 Teams konnten den souveränen Durchmarsch in Padua verhindern. Spanien (45:29), im Viertelfinale Südkorea (45:26), Frankreich in der Vorschlussrunde (45:39) und der WM-Zweite Weißrussland im Schlussgefecht (45:26) waren dem Druck des Dormagener Quartetts mit Limbach, Max Hartung, Benedikt Wagner und Benedikt Beisheim nicht gewachsen. Szabo: «Sie waren immer Herr der Situation.»

Sorgen bereiten die Degendamen um Olympiasiegerin Britta Heidemann und die ehemalige Europameisterin Imke Duplitzer. Bei den letzten beiden Weltcups muss das deutsche Quartett kräftig punkten, um in London dabei sein zu können. Das gilt auch für die weibliche Florett-Equipe. Herrendegen und Damensäbel sind 2012 keine olympischen Mannschaftsdisziplinen. Nur Europameister Jörg Fiedler und die WM-Siebte Monika Sozanska (beide Degen) liegen über die Einzelwertung aussichtsreich im Qualifikationsrennen.



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