Zwei starke Viertel reichen zum 101:68-Sieg

19.02.2012   Ort: Göttingen  Von: Klaus Groh  Fränkischer Tag

Basketball-Bundesliga Meister Bamberg setzt sich in Göttingen klar durch. Im Pokal- Halbfinale sind die Ulmer der Gegner.


Kein Durchkommen für Göttingens Topwerfer Matt Bauscher gegen die Bamberger Talente Daniel Schmidt und Maurice Stuckey (vorne v.l.) Hinten kümmern sich Bambergs Bester, P.J. Tucker und Philipp Neumann um Göttingens Center Vitalis Chikoko. Fotos: Kilian Schmitt
Die Brose Baskets wurden im Vergleich des Spitzenreiters gegen das Schlusslicht ihrer Favoritenrolle gerecht und verpassten der BG Göttingen am Samstag ein weiteres "Veilchen". Dank eines starken ersten (27:14) und eines noch besseren letzten Viertels (32:14) setzte sich der Tabellenführer am Ende deutlich mit 101:68 (45:31) durch und brachte den in der nächsten Saison wohl nur noch zweitklassig spielenden Göttingern die elfte Niederlage in Folge bei. Auf der anderen Seite feierten die Bamberger ihren 13. BBL-Sieg in Folge.
"Wir haben souverän gewonnen, aber mittendrin war es kein Spaziergang", analysierte Assistenz-Trainer Stefan Weissenböck. "Göttingen hat im zweiten und dritten Viertel das gemacht, was sie am besten können. Ihre aggressive Spielweise, die schnellen Würfe und die vielen Offensiv-Rebounds haben uns nicht ganz behagt. Aber der Start war gut, das Ende war sehr gut - deswegen gelang uns ein klarer Sieg", meinte der Österreicher auf der Bamberger Bank.
In der Tat bestimmten die Brose Baskets, die auf den verletzten Julius Jenkins (Bänderriss im Sprunggelenk) verzichten mussten, von der ersten Sekunde an das Geschehen. Ähnlich wie zuletzt in Ulm, als der zweimalige Double-Gewinner 18 Dreier versenkt hatte, fielen im ersten Viertel auch die Distanzwürfe von Casey Jacobsen. Er hatte auch am Samstag am Ende fünf Dreier in der Statistik stehen - bei nur einem Fehlversuch. Eine starke Leistung zeigte auch P.J. Tucker, der unter der Woche frei bekommen hatte, um seine Frau und den neugeborenen Sohn King in den USA zu besuchen: Mit 17 Punkten und 14 Rebounds verbuchte er sein drittes Double-Double in dieser Saison. Insgesamt überzeugte der Meister aber einmal mehr mit seiner mannschaftlichen Geschlossenheit: Gleich sechs Akteure glänzten mit zweistelligen Punktzahlen, alle elf eingesetzten Spieler trugen sich in die Korbschützenliste ein.

Zwei Schwächephasen


Bereits nach neun Minuten lagen die Gäste in der neuen Sparkassen-Arena, in der trotz der nur 2230 Zuschauer eine tolle Stimmung herrschte, mit 25:9 vorn. Im zweiten und dritten Viertel verkürzten die Hausherren zwar jeweils auf sieben Punkte (25:32/45:52), doch immer, wenn es brenzlig zu werden schien, machten die Brose Baskets ihre Ausnahmestellung im deutschen Basketball eindrucksvoll deutlich. Nach einem 25:9-Lauf, den Peja Suput per Dreier abschloss, war schon nach 32 Minuten (77:54) alles klar, der Widerstand der kampfstarken Göttinger gebrochen. Mit 21 Punkten in den ersten fünf Minuten des Schlussviertels legte der Gast den Grundstein für den erneuten Hunderter, den Nachwuchstalent Daniel Schmidt per Dreier perfekt machte.
Vor der Partie waren in Bonn die Halbfinals im Pokalwettbewerb ausgelost worden. Die Brose Baskets treffen dabei am 24. März um 17.30 Uhr auf den Tabellenzweiten aus Ulm. Die zweite Vorschlussrunden-Partie bestreiten um 20.15 Uhr die gastgebenden Bonner gegen Braunschweig. "Wir haben uns einerseits gefreut, dass es Ulm ist, weil das letzte Spiel in Ulm sehr gut für uns gelaufen ist (Anm. der Redaktion 102:74-Sieg), andererseits darf man nicht erwarten, dass wir wieder so durchmarschieren", kommentierte Weissenböck die Auslosung. Aus seiner Sicht kommt es am Sonntag zu einem Finale Bamberg gegen Braunschweig - es wäre die Neuauflage des Pokal-Endspiels aus dem Vorjahr. In der Frankenhölle setzten sich die Brose Baskets damals nach hartem Kampf mit 69:66 durch.

Die Statistik


BG Göttingen - Brose Baskets 68:101
(14:27, 17:18, 23:24, 14:32)
Göttingen Bauscher (18 Punkte/1 Dreier), Evans (12), Allen (11/2), Adamczak (8/2), Darrell Tucker (7/1), Noch (4), Horne (3), Weber (3), Herwig (2)
Bamberg Tucker (17), Jacobsen (15/5), Suput (14/1), Gavel (13/2), Roberts (11/1), Slaughter (10), Pleiß (7), Tadda (5/1), Neumann (4), Schmidt (3/1), Stuckey (2)
SR Reiter, Michael, Arik
Zuschauer 2230
Gesamtwurfquote Göttingen 42 Prozent (27 Treffer/64 Versuche), Bamberg 48 (28/58)
Dreierquote Göttingen 29 Prozent (6/21), Bamberg 50 (11/22)
Freiwurfquote Göttingen 42 Prozent (8/19), Bamberg 90 (34/38)
Rebounds Göttingen 33 (20 defensiv/13 offensiv), Bamberg 40 (28/12)
Ballgewinne/-verluste Göttingen 2/12, Bamberg 2/11
Assists Göttingen 13 / Bamberg 17
Fouls Göttingen 29/ Bamberg 22


Wichtige Siege für Würzburg und Bayreuth


Die weiteren fränkischen Vertreter in der Bundesliga sicherten sich am Samstag wichtige Siege. Die s.Oliver Baskets Würzburg untermauerten mit dem 72:54-Erfolg gegen den direkten Konkurrenten aus Braunschweig ihre Anwartschaft auf die Play-offs. Der BBC Bayreuth sicherte sich beim Tabellenvorletzten in Gießen einen knappen 86:83-Erfolg und ist nun wieder vier Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt.

Würzburg auf Play-off-Kurs


"Robert Tomaszek hat heute sein vielleicht bestes Spiel für uns gemacht, auch Chris Kramer war mit seinen Punkten sehr wichtig. Wir sind sehr froh, auch den direkten Vergleich gegen einen Konkurrenten um die Play-off-Plätze gewonnen zu haben. Wir haben ein klares Ziel", freute sich Würzburgs Trainer John Patrick über den Erfolg.
Glücklich über den Sieg war auch Bayreuths Coach Marco van den Berg: "Ich bin stolz, wie sich meine Mannschaft zurückgekämpft hat. Es ist wichtig für uns, unsere Dreier zu treffen. Das hatten wir die letzten Spiele nicht, heute hat das wieder geklappt. Es war ein tolles Spiel." Mit Danny Gibson (23), Osvaldo Jeanty (21) und Brandon Hunter (20) kamen gleich drei Bayreuther auf 20 Punkte und mehr.

Bayern blamiert sich in Frankfurt


Feuer unterm Dach ist hingegen beim FC Bayern München, denn der Aufsteiger kassierte bei den Skyliners in Frankfurt, die bisher nicht gerade durch Heimstärke geglänzt hatten, mit dem 49:68 die zehnte Auswärtssniederlage der Saison. Kein Wunder bei nur 49 Punkten und einer Trefferquote von 29 Prozent aus dem Feld. "So darf eine Mannschaft, die einen großen Verein vertritt, nicht auftreten", polterte Trainer Dirk Bauermann nach der Partie.



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