Zum achten Mal steht vorne die Null

05.02.2012   Ort: Nürnberg  Von: Peter Seidel  Fränkischer Tag

Fußball-Bundesliga Der 1. FC Nürnberg präsentierte sich auch gegen den Meister aus Dortmund absschlusschwach. Im Kellerduell gegen den FC Augsburg müssen aber unbedingt Tore her.


Der Nürnberger Angreifer Tomas Pekhart (am Boden) kommt im Strafraum zu Fall, doch die Nürnberger forderten vergeblich Elfmeter. Foto: sportpress
Das Gastspiel des 1. FC Nürnberg beim FC Augsburg am kommenden Sonntag ist nicht nur ein bayerisch-fränkisches Derby, sondern auch ein Duell der Harmlosen. 19 Tore haben beide Vereine in 20 Bundesliga-Spielen erzielt, nur der 1. FC Kaiserslautern (15) ist bislang schlechter. Das 0:2 des Clubs am Freitag gegen den neuen Tabellenführer Borussia Dortmund war bereits die achte Partie der Franken, in der vorne die Null stand. "Uns fehlt die Kaltschnäuzigkeit und die Geilheit auf Tore", bemängelte Torwart Raphael Schäfer.
Die schlechte Chancenverwertung wird für die Nürnberger allmählich zum Problem. Durch die bereits elfte Saisonniederlage rutschte der 1. FCN auf den 14. Tabellenplatz zurück. Nur Schlusslicht SC Freiburg verließ den Platz ebenso oft als Verlierer. Dabei war der Club im Tiefkühl-Kick vor über 45 000 Zuschauern gegen den deutschen Meister keinesfalls chancenlos. "Die Nürnberger haben gezeigt, dass sie Qualität in der Mannschaft haben", lobte BVB-Trainer Jürgen Klopp.

Hlousek sorgt für Gefahr


Vor allem in der ersten Hälfte brannte es einige Male lichterloh vor dem Tor der Gäste. Unvermögen (als Tomas Pekhart den Ball aus drei Metern über das Tor drosch), aber auch Pech (als Shinji Kagawa nach Timmy Simons‘ Kopfball gerade noch auf der Linie rettete) verhinderten jedoch einen Nürnberger Treffer. Fast immer waren es die von Adam Hlousek getretenen Ecken oder Freistöße, die für Gefahr sorgten. "Brandgefährlich" nannte Klopp die Hereingaben des Tschechen.
"Wir haben gezeigt, dass auch wir Fußball spielen können", meinte Simons, denn die Dortmunder mussten sich ihren Sieg hart erarbeiteten. Der eingewechselte Lucas Barrios stellte den Sieg erst in der 82. Minute mit dem zweiten BVB-Treffer sicher. Dabei legte der in Dortmund fast schon ausgemusterte Stürmer aus Paraguay das an den Tag, was die Nürnberger in dieser Saison so oft vermissen lassen: Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Die schlechte Chancenverwertung ist auch Club-Trainer Dieter Hecking ein Dorn im Auge. Doch sah er nach dem phasenweise recht starken Auftritt gegen den Meister keinen Grund, mit seinem Team allzu hart ins Gericht zu gehen. "Die Mannschaft wird von Woche zu Woche stabiler", befand er. "Diese Leistung müssen wir immer abrufen. Dann werden wir unsere Punkte auch holen. Es sind nicht alle Gegner so stark wie Dortmund." Gegen Augsburg und eine Woche später zuhause gegen Köln muss das Runde nun dringend ins Eckige - denn Punkte gegen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf zählen bekanntlich doppelt.


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