Würzburg verliert das Spitzenspiel
12.02.2012
Ort: Würzburg Von: Tobias Köpplinger ![]()
Basketball-Bundesliga Trotz eines überragenden Chris Kramer unterliegen die Baskets gegen die Artland Dragons mit 72:68, weil die Unterfranken den Start verschlafen.
Das erkannte auch Gästetrainer Stefan Koch. Auszeit. Würzburg den Schwung nehmen und die Halle beruhigen.
"Wir mussten uns im zweiten Viertel langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass Würzburg immer wieder zurückkommt", sagt Koch nach dem Spiel.
Zuvor konnten die Gäste fast so spielen, wie sie wollten. Würzburg traf kaum. Die Artland Dragons nahmen fast jeden Dreier, spielten schnell und trafen. Zwischenzeitlich lag die Mannschaft aus Quakenbrück mit 18 Punkten vorne. "Dieses Loch war einfach zu groß für uns", sagte John Patrick, der Trainer der Würzburger. Trotzdem gab seine Mannschaft nicht auf: Sekunden vor der Halbzeit bekam Chester Frazier an der Außenlinie den Ball. Frazier blickte kurz auf, schaute Nathan Peavy an, der sich vor ihm aufbaute und schoss. Die Sirene schrillte, der Ball flog in einem hohen Bogen. Frazier und Peavy schauten der Flugbahn nach. Dreier. Die Würzburger sprangen von der Bank auf, jubelten. 32:39, wieder alles offen.
Würzburg funktionierte wieder: Die Fans machten Krach, trommelten klatschten und schrien, als könnten Schallwellen die Bälle vom Korb spülen.
Es funktionierte. Die Artland Dragons schienen verunsichert. Und die Baskets machten das, was sie am besten können. Sie störten früh, provozierten Fehlpässe und verteidigten gut. Insgesamt 21 Mal verloren die Gäste den Ball an Würzburg, nur trafen die Unterfranken nicht. Nur 39 Prozent aller Baskets-Würfe saßen. Und Chris Kramer konnte es nicht alleine richten. Immer wieder suchten ihn die Würzburger und immer wieder foulten ihn die Gäste. Nathan Peavy riss Kramer um. Dann räumte ihn Bryan Bailey unter dem Korb ab. Neun Mal holten die Dragons Chris Kramer aus der Luft, neun Mal krachte der 23-jährige US-Amerikaner spektakulär aufs Parkett. Kramer machte einfach weiter. Er traf. Und plötzlich mischte er auch noch unter dem eigenen Korb mit. Ein Block gegen die angreifenden Gäste und wieder nach vorne. "Wir haben den Anfang verpennt, deshalb hat es am Ende nicht mehr gereicht", sagt Chris Kramer nach dem Spiel.
Egal, was die Würzburger sich jetzt ausdachten, die Gäste konterten und hielten die Baskets auf Abstand.
"Würzburg war eine Mannschaft, vor der wir sehr viel Respekt hatten. Berlin und Ulm haben hier Punkte gelassen, da ist unser Sieg umso wertvoller", sagte Stefan Koch. Von diesem Lob in der Pressekonferenz bekam Chris Kramer nichts mit. Er trabte durch die Halle, klatschte ab und ließ sich fotografieren. Die Würzburger hatten Charakter gezeigt, wie das die Sportsprache nennt. Siege fühlen sich trotzdem besser an. Chris Kramer weiß das.
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Kommentare
1 Kommentare
neun mal..
..auf den Boden gekracht - armer Ch. Kramer, aber er wäre ein guter Actiondarsteller, und so kann man auch Fouls ziehen, sieht zumindest spektakulär aus...
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