Franken Volleys folgen auf den VC Franken

06.04.2010   Von: Peter Seidel  inFranken.de

Volleyball Ein neugegründeter Verein will die Bundesliga-Lizenz übernehmen und den Standort Bamberg halten. Noch immer ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Patrick Loos.


Die Eschenbacher Volleys verabschieden sich von ihren treuen Fans. Vielleicht gibt es in der neuen Saison unter neuem Namen ein Wiedersehen. Foto: sportpress
13 Vereine haben einen Lizenzantrag für die Saison 2010/2011 in der Volleyball-Bundesliga der Männer gestellt, darunter die Franken Volleys Bamberg. Der neu gegründete Verein kämpft weiter um den Bundesliga-Standort Bamberg, nachdem dem insolventen VC Franken durch den Vorstand der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) die Lizenz entzogen worden ist. Gegen diese Entscheidung hat der Verein bekanntlich Einspruch eingelegt.

Die Franken Volleys um dessen Vorsitzenden Werner Kühhorn haben die Lizenz des VC Franken per Spielrechtsübertragung erhalten. Das bedeutet, das künftig alle Mannschaften des VC Franken unter dem Dach der Franken Volleys antreten werden.

Das Einspruchsverfahren des VC Franken beurteilt DVL-Geschäftsführer Thorsten Endres als letzten Rettungsanker für die Verantwortlichen in Bamberg, die Erstligalizenz doch noch zu halten. Sollte die Spruchkammer Süd des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) dem Einspruch stattgeben, ist der VC Franken kein Absteiger, sondern es steigen die letzten beiden Mannschaften nach Ende der derzeit laufenden Play-down-Runde in die 2. Liga ab. Auf Anfrage unserer Zeitung teilte Bernd Kirchof, Vorsitzender der Spruchkammer Süd mit, dass vermutlich Ende April über den Einspruch entschieden werde.

DVL-Geschäftsführer Endres äußerte zwar "Verständnis für die Enttäuschung der Verantwortlichen, Trainer, Spieler, Betreuer und Fans in Bamberg, die diese Entscheidung sicher hart trifft”, sagte aber auch: "Vor dem Hintergrund eines fairen und gleichberechtigten Spielbetriebes muss man konstatieren, dass der sportliche Erfolg des VC Franken auf einer Budgetplanung beruhte, die der Verein offensichtlich nicht finanzieren konnte."


Hauke ärgert sich über die Liga


Dieser Sichtweise widerspricht der sportliche Leiter des VC Franken, Jochen Hauke, vehement. "Diese Argumentation lasse ich nicht gelten, denn damit wird uns Absicht unterstellt. Tatsache ist jedoch, dass dem Verein in die Tasche gegriffen wurde und wir das Budget aus diesem Grund nicht mehr stemmen konnten", sagte Hauke in Anspielung auf die Geschäftspraktiken des früheren Vorsitzenden Patrick Loos, gegen den der Verein im Februar Strafanzeige gestellt hat. Nach Auskunft von Oberstaaatsanwalt Martin Dippold von der Staatsanwaltschaft Bamberg werden die Ermittlungen gegen Loos noch längere Zeit andauern: "Wir ermitteln wegen Veruntreuung. Derzeit ist völlig offen, ob diese Ermittlungen strafrechtlich relevant werden. Es müssen erst noch viele Einzelbuchungen überprüft werden."

Loos, der in Niebüll (Schleswig-Holstein) beheimatet ist, ist seit kurzem wieder mit einer eigenen Sportmarketing-Agentur auf dem Markt vertreten. Auf deren Homepage schreibt er: "Ich bin spezialisiert auf die Ebenen des Sportbusinesses. Ganz egal in welcher Sportart oder in welcher Branche Sie sich befinden, ich bin Ihr Partner wenn es um zielorientierte Vermarktungsmöglichkeiten geht. Zeitgerecht, finanzsicher und überzeugend im Umgang und Auftritt. Ich entdecke Potentiale und bringe diese zielgerecht in Ihre Projekte ein."



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