Harte Brocken in der europäischen Königsklasse

08.07.2010   Von: Klaus Groh  inFranken.de

Basketball Die Brose Baskets bekommen es in der Euroleague mit vier Basketball-Hochkarätern zu tun. Dabei gibt es auch ein Wiedersehen mit Real Madrid.


Bereits 2007 spielten die Brose Baskets in der Euroleague gegen Real Madrid. Hier zieht Peja Suput (mit Ball) gegen Alex Mumbru und Raul Lopez zum Korb - links damals noch im Brose-Dress: Ademola Okulaja. Foto: sportpress
Auf vier reizvolle Teams aus dem Süden Europas sowie einen noch zu ermittelnden Qualifikanten treffen die Brose Baskets in der Euroleague. Der attraktivste Gegner ist sicherlich der griechische Pokalsieger und Vizemeister 2010, Olympiacos Piräus. Aber auch die beiden Vertreter aus der spanischen ACB, der stärksten Liga in Europa, versprechen interessant zu werden. Die Bamberger müssen sich wie schon 2007 wieder mit dem 30-fachen spanischen Meister Real Madrid auseinandersetzen. Aber auch Unicaja Malaga wird ein harter Brocken für die Mannschaft von Trainer Chris Fleming. Ein Wiedersehen gibt es neben Real Madrid auch mit Virtus Rom, eine der Traditionsmannschaften aus Italien. Der fünfte Kontrahent in der Gruppe B wird ein Qualifikant sein.

"Das kleine Dorf in Franken, wie wir in überregionalen Medien oft bezeichnet werden, spielt zum dritten Mal in der Euroleague - diese Herausforderung ist einfach gigantisch. Da geht uns das Herz auf. Das sind tolle Namen. Wir müssen aber auch konstatieren, dass von der wirtschaftlichen Seite keine Waffengleichheit herrscht", freute sich Baskets-Manager Wolfgang Heyder über die attraktiven Lose, obwohl beispielsweise Real Madrid geschätzt über das Sechsfache des Etats der Bamberger (knapp sechs Millionen Euro) verfüge. Und der Star von Olympiacos Piräus, Josh Childress, der ein Engagement in Europa der NBA vorzog, verdient etwa acht Millionen Euro pro Jahr.

Auf die Ziele in der Königsklasse wollte sich Heyder noch nicht festlegen, da sowohl in Bamberg als auch bei den Kontrahenten derzeit völlig unklar sei, wer in der neuen Saison auflaufe. Sein vorrangiges Ziel sei es, einen TV-Partner zu finden: "Ich habe schon einige Gespräche geführt. Sicherlich würde es dem deutschen Basketball gut tun, wenn unsere zehn Euroleague-Partien Mittwoch oder Donnerstag bundesweit im Free-TV in den deutschen Wohnzimmern zu sehen sind.

Vor dem am 20./21. Oktober beginnenden Wettbewerb in der Königsklasse - der genaue Spielplan steht noch nicht fest - ermitteln 16 Mannschaften ab 21. September in drei Runden die beiden restlichen Teams, die noch die Startberechtigung für die Euroleague erhalten. Zu den Favoriten in diesem Wettbewerb zählen sicherlich die beiden russischen Teams BC Khimki Moskau und Unics Kasan, aber auch Hemofarm Vrsac, Caserta aus Italien und Maroussi aus Griechenland kommen als Gegner für die Brose Baskets in Frage.

Würde sich Freilos-Inhaber Alba Berlin, das in der ersten von drei Runden auf Chorale Roanne trifft, als zweites deutsches Team für die Königsklasse qualifizieren, würden die Hauptstädter in der Gruppe A spielen. Dort wären dann Caja Laboral Vitoria, Maccabi Tel Aviv, Partizan Belgrad, Prokom Gdingen (Polen) und Zalgiris Kaunas die Gegner.


Volker Stix wird Sportdirektor


Bei den Brose Baskets wurden aber gestern nicht nur die Gegner in der Euroleague diskutiert, sondern auch die Weichen für die neue Saison gestellt. Nach acht Jahren als Assistenz-Trainer der Profi-Mannschaft tritt Volker Stix den neugeschaffenen Posten des Sportkoordinators bei den Brose Baskets an, und zudem wird er das Farmteam aus Breitengüßbach in der Pro B hauptverantwortlich als Trainer übernehmen. Der bisherige Güßbacher Coach Ulf Schabacker wechselt in die Regionalliga zur BG Regnitztal, wo die Talente aus dem Nachwuchskonzept an höhere Aufgaben herangeführt werden sollen. Außerdem will er in der neuen Saison die Bamberger Mannschaft in der Nachwuchs-Bundesliga (NBBL) wieder ins Top Four-Turnier führen. Den Posten von Stix als Assistenz-Trainer von Chris Fleming beim Double-Gewinner übernimmt der ehemalige Nürnberger Nachwuchstrainer Stefan Weissenböck. Der frühere österreichische Nationalspieler ist seit 2004 im Franken1st-Konzept fest verankert.

"Die gezielte sportliche Führung und Steuerung unserer jungen Spieler wie Daniel Schmidt, Maurice Stuckey, Erik Land und Philipp Neumann sowie das gezielte Recruiting von Spielern in der passenden Altersklasse und Leistungsstufe sind Punkte, in denen wir unser Programm noch verbessern können. Wenn viele Spieler in mehreren Mannschaften unter verschiedenen Trainern arbeiten, benötigt man eine optimale Einsatzplanung und Trainingsorganisation. Ich bin überzeugt, dass wir mit Volker Stix den richtigen Mann für diese immer wichtiger werdenden Aufgaben gefunden haben", betonte Heyder zu den personellen Verschiebungen. Außerdem wird Stix weiterhin seine Aufgaben als Assistent von Bundestrainer Dirk Bauermann bei der Nationalmannschaft wahrnehmen.


WWK Versicherungen als Sponsor


Heyder freute sich gestern aber auch, dass mit den WWK Versicherungen ein starker Partner gewonnen werden konnte. Der Marketingleiter der WWK, Ansgar Eckert, betonte dazu: "Was uns an den Brose Baskets besonders gefällt, ist neben den tollen sportlichen Erfolgen die herausragende Jugendarbeit in der Region."



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