Debütant holt den einzigen Punkt

12.02.2012   Ort: Bamberg  Von: Peter Seidel  Fränkischer Tag

Davis Cup Cedrik Marcel Stebe gewann am Sonntag das letzte Match im Erstrunden-Duell mit Argentinien. Das Aus der deutschen Auswahl stand in Bamberg schon nach der Niederlage im Doppel am Samstag fest.


Cedrik-Marcel Stebe feierte in seinem ersten Davis-Cup-Spiel gleich einen Sieg. "Ich war so nervös. Das ist ganz anders als bei einem normalen Turnier", sagte der 21-Jährige. Fotos: sportpress
Im letzten der fünf Matches gegen Argentinien holte das deutsche Davis-Cup-Team doch noch einen Punkt. Debütant Cedrik-Marcel Stebe sorgte am Sonntagnachmittag mit seinem 7:6 (7:1), 7:5-Erfolg gegen Eduardo Schwank dafür, dass die Tennis-Fans in der Bamberger Stechert-Arena wenigstens über einen Sieg jubeln durften. Das Erstrunden-Duell entschied der Vorjahresfinalist aus Südamerika damit mit 4:1 für sich und schickte die Mannschaft von Teamchef Patrik Kühnen in die Abstiegsrunde, die im September ausgetragen wird. Der deutschen Auswahl wird ihr Gegner erst im April zugelost.
Ebenso bedeutungslos wie Stebes erster Sieg im Davis Cup war zuvor die 5:7, 5:7-Niederlage von Deutschlands Nummer eins, Florian Mayer, gegen Juan Ignazio Chela. Denn die Argentinier hatten bereits am Samstag im Doppel den entscheidenden dritten Punkt zum Einzug ins Viertelfinale geholt. In einem spannenden und auf hohem Niveau geführten Match mussten sich Tommy Haas und Philipp Petzschner David Nalbandian und Eduardo Schwank in fünf Sätzen mit 6:3, 6:4, 4:6, 3:6, 4:6 geschlagen geben.

Kühnen hatte "emotionalen Kater"


Teamchef Kühnen war am Sonntagmorgen mit einem "emotionalen Kater" aufgewacht. "Auf einmal war das Match für uns abrupt zu Ende. Wir hatten im Doppel nicht das nötige Fortune", trauerte der Teamchef der Chance nach, die Partie am Sonntag vielleicht noch einmal drehen zu können. Davis-Cup-Rückkehrer Haas hatte zusammen mit Petzschner dem argentinischen Duo einen harten Kampf geliefert. Sie schienen nach dem Gewinn der ersten beiden Sätze schon auf der Siegerstraße zu sein. Doch Nalbandian und der immer stärker werdende Schwank gewannen am Ende die wichtigen Ballwechsel und besiegelten die deutsche Niederlage schon am zweiten Tag. "Der Gegner war besser, das muss man akzeptieren. Argentinien hat sehr gute Chancen, den Davis Cup zu gewinnen", meinte Kühnen, der mit seinem Team dagegen um den Verbleib in der Weltgruppe kämpfen muss. Kühnen ist aber zuversichtlich, den Abstieg verhindern zu können: "Wir sind nicht zum ersten Mal in dieser Situation."
Die beiden Oberfranken Mayer und Petzschner blieben ihn ihrem Heimspiel vor mehr als insgesamt 10 000 Zuschauern an den drei Tagen ohne Erfolgserlebnis. "Es ist enttäuschend, aber mehr als mein Bestes geben kann ich nicht. Nach meiner Verletzung fehlt mir noch ein bisschen die Spielpraxis", sagte Mayer. Petzschner, der sich nach seinem schwachen Auftritt im Einzel an der Seite von Haas enorm steigerte und die Zuschauer im spannenden Doppel begeisterte, lobte die Fans: "Ein solches Publikum habe ich bei einem Davis-Cup-Spiel in Deutschland noch nicht erlebt. Es hat tierisch Spaß gemacht, hier in Oberfranken zu spielen."

Boris Becker auf der Tribüne


Der bevorstehende Gang in die Relegation ist für den Deutschen Tennis-Bund (DTB) ein Rückschlag beim Versuch, das Davis-Cup-Team wieder als "Marke" aufzubauen, wie es der im Dezember neugewählte Verbandspräsident Karl-Georg Altenburg formulierte. Immerhin gewann die DTB-Auswahl die Trophäe im bedeutendsten Teamwettbewerb (1988, 1989, 1993) schon dreimal. Doch die erfolgreiche Ära im Davis Cup liegt schon lange zurück. Wie lange, davon konnten sich die Fans in der Stechert-Arena am Sonntag selbst ein Bild machen: Boris Becker höchstpersönlich drückte seinen Nachfolgern auf der Tribüne die Daumen.



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