Play-offs: Heyder sauer auf die BBL

04.06.2010   Von: Klaus Groh  inFranken.de

Basketball Brose-Baskets-Manager Wolgang Heyder streitet sich immer noch mit den Verantwortlichen der Bundesliga um den Austragungsort des dritten Finalspiels. Trotzdembereitet sich seine Mannschaft gewissenhaft vor. Die Trainer warnen davor, die Frankfurter auf Grund der anstrengenden Halbfinal-Serie zu unterschätzen.


Eines der entscheidenden Duelle im Finale wird es zwischen Frankfurts Derrick Allen und Bambergs Peja Suput geben. Foto: sportpress
Auch am Freitag ging das Hick-Hack um die Austragung des dritten Meisterschaftsfinales zwischen Bamberg und Frankfurt weiter. Wie berichtet soll das zweite Heimspiel der Brose Baskets nach dem Willen der Basketball-Bundesliga (BBL) am Samstag, 12. Juni, in Nürnberg ausgetragen werden, weil den Bambergern an diesem Tag die Jako-Arena auf Grund einer großen Hochzeit in der Business Lounge nicht zur Verfügung steht. Bambergs Manager Wolfgang Heyder berichtete, dass der Anwalt des Klubs, Roland Hörmann, und der Vorsitzende des BBL-Schiedsgerichts, Ernst Dünisch, derzeit nach einer Lösung suchen. "Ich bin immer noch der Meinung, dass das eine Schlamperei der BBL ist und uns ein Spiel in Nürnberg aus wirtschaftlichen und sportlichen Gesichtspunkten nicht zuzumuten ist", betonte Heyder.


Tausch des Heimrechts kein Thema


Die Aussage von BBL-Geschäftsführer Jan Pommer, im Rahmenterminplan hätten sowohl der 12. als auch der 13. Juni als Spieltermin gestanden, ist "schlichtweg falsch. Bis 17. März stand definitiv nur der 13. Juni fest, daraufhin haben wir den 12. Juni freigegeben." Auch der Vorschlag von Pommer, das Heimrecht zu tauschen und die dritte Partie in Frankfurt auszutragen, ist für Heyder nicht akzeptabel. Bambergs Manager könnte sich vorstellen, dass Spiel 3 erst am Montag stattfindet und falls erforderlich die weiteren Partien dann am Mittwoch und Freitag folgen zu lassen. Kommt es nicht doch noch zu einer Einigung, wird wohl das BBL-Schiedsgericht am Wochenende eine Entscheidung herbeiführen müssen.


Kampf um die Krone beginnt


Von den Hallenproblemen lässt sich die Mannschaft allerdings nicht beeindrucken. "Jetzt kann's richtig losgehen", fieberte Chris Fleming dem Beginn der Finalserie am Sonntag (19.35 Uhr) in der Jako-Arena entgegen. Nach dem 3:0 gegen Braunschweig im Halbfinale mussten die Brose Baskets bis Donnerstagabend warten, ehe nach einem Krimi feststand, dass wie schon 2004 und 2005 die Skyliners Frankfurt der Endspiel-Gegner sein würden. Es schien fast so, als wollten weder die Hessen noch die gastgebenden Bremerhavener gegen Bamberg antreten. Schließlich setzten sich aber doch die Jungs aus der Bankenmetropole mit 56:52 (27:22, 51:51) nach Verlängerung gegen die Eisbären durch, weil sie in der nervenaufreibenden Partie letztlich mit 16 Ballverlusten vier Fehler weniger verzeichneten als die Gastgeber. Somit stehen sich Bamberg und Frankfurt auch im zweiten großen Endspiel der Saison gegenüber. Und nach dem Pokalerfolg gelten die Brose Baskets auf Grund ihrer Souveränität in den bisherigen Play-offs gegen Bonn und Braunschweig, und zudem mit dem Heimvorteil im Rücken, als eindeutiger Favorit.

Fleming weiß aber auch, dass es ein fataler Fehler wäre zu glauben, dass die Frankfurter am Sonntag auf Grund der hohen Belastung von vier Spielen gegen Berlin und fünf Partien gegen Bremerhaven müde sind. "Man weiß nie, wie eine Mannschaft nach einer Serie von fünf Spielen reagiert. Wichtig wird sein, wie wir reagieren. Wir hatten eine Woche Zeit uns vorzubereiten, aber auch etwas auszuruhen. Diesen Vorteil müssen wir nutzen." Das heißt für die Brose Baskets: Von der ersten Sekunde an Vollgas geben und den Frankfurtern gleich zeigen, wer der Herr im Haus ist.

Co-Trainer Volker Stix betont zudem, dass die Skyliners-Mannschaft nach dem Trainerwechsel von Murat Didin zu Gordon Herbert Mitte April auch nicht mit der zu vergleichen ist, die Ende Februar mit 58:77 in Bamberg unterlag oder im Pokalfinale mit 75:76 den Kürzeren zog. "Es gibt jetzt eine strikte Rollenverteilung. Jeder Spieler weiß genau, was er zu tun hat auf dem Feld", betont Stix. Vor allem Jimmy McKinney auf dem Flügel und Greg Jenkins unter dem Korb sind unter der Regie von Herbert regelrecht aufgeblüht und zahlen dem Trainer das Vertrauen, das er in sie setzt, mit guten Leistungen zurück. "Frankfurt lebt aber weiter in hohem Maße von Derrick Allen. Er ist ein sehr aktiver Spieler, guter Offensiv-Rebounder, und er hat in den Play-offs zudem sechs von zehn Dreiern getroffen. Das ist sicher eines der Duelle, die die Serie entscheiden werden", meint der Assistenz-Trainer. Peja Suput und sein Vertreter Mark Worthington sind hier in der Verteidigung voll gefordert.

Für den Headcoach sind drei Dinge gegen die Skyliners besonders wichtig: "Wir müssen den Schnellangriff der Frankfurter stoppen, unser Spiel über die Großen frühzeitig etablieren und vor allem unser defensives Brett kontrollieren. In allen drei Spielen in dieser Saison gegen Frankfurt war der Defensiv-Rebound der Bereich, wo wir am meisten kämpfen mussten", beschreibt Fleming die Stärken der Hessen.


Nur noch wenige Karten erhältlich


Gestern war das Karten-Kontingent, das aus Frankfurt zurück kam, schnell vergriffen. Am Sonntag werden wohl nur noch einige Stehplatz-Tickets an der Tageskasse erhältlich sein.



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