Titelverteidiger setzt auch in Bayreuth auf Fans

07.02.2012   Ort: Bayreuth  Von: Klaus Groh  Fränkischer Tag

Basketball-Pokal Die Brose Baskets weichen wegen der Davis-Cup-Vorbereitungen in Bamberg nach Bayreuth aus. Es sind noch ausreichend Karten zur Verfügung.


Freak City ist am Mittwoch wieder einmal "auswärts" gefordert. Die Fans der Brose Baskets wollen die Halle in Bayreuth in eine "Oberfrankenhölle" verwandeln. Foto: sportpress
Vor allem die Verteidigung ist gegen starke Dragons gefordert. Etwa 3500 Bamberger Fans bei einem Auswärtsspiel - das gab's in der Erfolgsgeschichte von Freak City noch nie. Allerdings sind auch die Begleitumstände ein Novum, denn die Brose Baskets müssen auf Grund der Vorbereitungen für den Davis Cup am Wochenende in der Stechert-Arena heute (19.30 Uhr) ihr "Heimspiel" im Pokal-Viertelfinale gegen die Artland Dragons in Bayreuth austragen. Gestern Abend waren noch ausreichend Steh- und Sitzplätze-Karten für dieses ungewöhnliche Spitzenspiel erhältlich. Tickets sind auf jeden Fall heute noch an der Abendkasse und über die Homepage der Brose Baskets per Print@Home Service erhältlich.

Fleming sauer auf die Liga


Der Verlust des Heimvorteils war auch der Grund dafür, dass Trainer Chris Fleming am Sonntag gleich nach dem glanzvollen 97:66-Erfolg gegen Bonn das Mikrofon ergriff und zu den Fans sprach: "Natürlich stimmt Artland einer Terminverlegung nicht zu. Sie haben siebenmal in Folge hier verloren. Das ist eine Situation, wo ich von der Liga erwarten würde, dass sie das anders regelt. Für alle wäre es gut, wenn es einen neuen Pokalsieger gäbe - außer für uns. Die Umstände zwingen uns nun in Bayreuth zu spielen. In meinen dreieinhalb Jahren in Bamberg haben die Zuschauer immer erkannt, wann ihre Unterstützung wichtig war und waren da. Das erwarte ich auch am Mittwoch." Egal, wo die Partie stattfindet, die Bamberger sind wild entschlossen, sich für das Top Four am 24./25. März in Bonn zu qualifizieren.
"Natürlich ist es nicht schön, dass wir für dieses Spiel nach Bayreuth umziehen müssen. Doch es hilft nichts zu lamentieren. Wir wissen, dass die Dragons gut drauf sind und erwarten ein interessantes Spiel. Ich hoffe, dass viele Fans kommen und uns unterstützen", blickt Anton Gavel der Partie heute zuversichtlich entgegen. Dem Bamberger Anführer wird sicher die Aufgabe zukommen, den Top-Korbjäger der Liga, David Holston, zu stoppen. Angeführt vom nur 1,70 Meter kleinen "Zauberzwerg" sind die Dragons in dieser Spielzeit das offensivstärkste Team der Liga. "Da er so klein ist, muss er anders als andere Guards verteidigt werden. Wir müssen vor allem unsere Team-Abwehr wieder auf den Punkt bringen und uns konzentrieren, dass wir vor allem Holston stoppen. Er lenkt das Spiel der Artland Dragons - mit ihm siegen oder verlieren sie", urteilt Bambergs konstantester Spieler in dieser Saison über den Wirbelwind im Drachen-Trikot, der in der Bundesliga bisher für 17,7 Punkte und 6,1 Assists im Schnitt gut war. Beim 95:81-Erfolg am Samstag im Nordderby gegen Oldenburg glänzte er mit 18 Punkten und 8 Assists. Mit 23 Punkten und 7 Rebounds war allerdings Power Forward Nathan Peavy noch effektiver als der Spielmacher.
Auf ähnliche Werte wie Peavy kam allerdings auch Bambergs Energiebündel P.J. Tucker (20 Punkte/9 Rebounds), der am Montag zum zweiten Mal Vater wurde. Seine Frau Tracy brachte in den USA einen gesunden Jungen zur Welt, der den Namen King Tucker trägt und bald nach Bamberg kommen wird. Nach dieser erfreulichen Nachricht geht Bambergs Topwerfer mit noch mehr Selbstvertrauen an die schwere Aufgabe gegen die Dragons heran: "Wir müssen uns in der Verteidigung gegenüber den letzten Partien steigern. Wir werden auf jeden Fall versuchen, sie dazu zu zwingen, so zu spielen, wie wir das wollen. Jeder hat Schwächen. Wenn wir unseren besten Basketball spielen, haben wir keine Probleme", blickt der 26-Jährige, der sich gestern Nachmittag mit seinen Jungs auf den Weg nach Bayreuth machte, dem Pokal-Hit in ungewohnter Umgebung entgegen. Der Tross aus Freak City kommt heute hoffentlich zahlreich nach.



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