Brian Roberts ist der gefeierte Matchwinner

03.01.2012   Ort: Bayreuth  Von: Klaus Groh  Fränkischer Tag

Basketball-Bundesliga Nur zwei Tage nach dem hart erkämpften Sieg im Derby in Bayreuth stehen die Brose Baskets am Mittwoch gegen Oldenburg vor der nächsten großen Herausforderung.


Brian Roberts verabschiedet sich von den Fans. Auch Franz Stegner (Zweiter von rechts), dessen Firma Namenssponsor der Stechert-Arena ist, freute sich über den Erfolg in Bayreuth. Foto: sportpress
Nach der Schlusssirene waren die knapp 400 Freaks aus Bamberg kurz oben auf, doch der Schock der 66:68-Niederlage in einem rassigen Derby war auf Bayreuther Seite schnell verdaut. Das Team von Marco van den Berg wurde von seinen gut 3600 Anhängern in der ausverkauften Oberfrankenhölle gefeiert, als hätte es gerade die Meisterschaft gewonnen.
"Wir haben gekämpft, gekämpft, gekämpft, hatten unsere Chancen am Ende und haben sie auch gut genutzt. Aber Brian Roberts hat am Ende diesen Wurf getroffen, sonst wären wir in die Verlängerung gegangen - und keiner weiß, was da passiert wäre", zeigte sich Beckham Wyrick, der Ex-Bamberger, der 30 Sekunden vor dem Ende seine gute Leistung mit dem Ausgleich gekrönt hatte, zwar enttäuscht wegen der Niederlage, war aber stolz auf die Leistung seines BBC. "Ich habe seit langem gesagt, dass wir vom Talent mit jedem Team der Liga mithalten können. Das haben wir auch heute gezeigt - bis auf die letzten vier Sekunden", betonte Wyrick, der nach der schnellen Bamberger 12:2-Führung mit zwei Dreiern die Bayreuther Aufholjagd eingeleitet hatte.
"Bayreuth ist ein heißes Pflaster, die Mannschaft spielt mit viel Selbstvertrauen. Aber wir haben dagegen gehalten und gewonnen. Am Ende habe ich mich sehr über meinen erfolgreichen Wurf gefreut, denn ich hatte kurz zuvor schon einen freien Dreier aus der Ecke, den ich nicht getroffen habe", strahlte Bambergs Matchwinner Brian Roberts, nachdem er den Ball aus der Halbdistanz zum Sieg versenkt hatte. Die Weichen zu diesem Erfolg stellte aber vor allem Peja Suput, der kurz nach der Pause umgeknickt war, aber zurück kam und entscheidende Punkte erzielte.
Ausschlaggebend war aber auch, dass sich die Bamberger in der zweiten Halbzeit im Rebound (18:17) steigerten, nachdem sie in den ersten 20 Minuten (8:24) diesbezüglich alt ausgesehen hatten. Vor allem P.J. Tucker (8) schnappte sich am Ende die entscheidenden Abpraller.
Die beiden Trainer waren sich nach der Partie einig, dass die größere Abgeklärtheit am Ende das Spiel entschieden hat. "Bamberg bleibt unter Druck sehr ruhig, das zeigen auch die Turnover. Bamberg macht in solchen Schlussphasen weniger Fehler, das ist der Unterschied. Uns fehlt einfach noch die Konstanz", ärgerte sich Marco van den Berg, dass seine Jungs "Roberts am Ende den Ball so leicht überlassen haben. Unsere Absicht war, dass er das Spiel nicht entscheidet." Enttäuscht war der Niederländer, der den Bayreuther Basketball in den letzten Wochen auf ein ganz anderes Niveau gehoben hat, aber nur vom Ergebnis.
Für Bambergs Coach Chris Fleming war es wichtig, dass seine Mannschaft in der hitzigen Atmosphäre mit Kampfgeist die Partie für sich entschieden habe. "Ich bin sehr stolz auf die Art und Weise, wie wir gespielt haben. Sicherlich gibt es eine Menge Fehler, die man verbessern kann, aber die Spielhärte und die am Ende getroffenen Entscheidungen waren sehr gut", freute sich Fleming.
Viel Zeit, an den Fehlern zu arbeiten, bleibt ihm indes nicht - bereits am Mittwoch (19.30 Uhr) wartet in der Frankenhölle mit den Oldenburgern ein weiterer unangenehmer Gegner auf die Brose Baskets. Auch die EWE Baskets feierten am Montag im Derby in Bremerhaven auswärts einen Erfolg. Beim 97:89-Sieg bei den Eisbären glänzten die Leistungsträger Bobby Brown (22 Punkte, 9 Assists), Ronny Burrell (20), Kenny Hasbrouck (20/3 Dreier), Adam Chubb (19/11 Rebounds) und Rickey Paulding (11), erhielten aber auch kaum eine Pause.
"Oldenburg spielt auf einem sehr guten Niveau und ist eine Mannschaft, die äußerst athletisch ist, vielleicht die Mannschaft in der gesamten Liga, die am fähigsten ist, ein ganz hohes Tempo zu spielen. Sie haben sehr gefährliche Offensivspieler", weiß Fleming, dass es am Mitwoch sehr wichtig sein wird, dem Spiel frühzeitig den Bamberger Stempel aufzudrücken und den Rebound zu kontrollieren.
Im Hinblick auf das am Samstag (20 Uhr) folgende Schlagerspiel gegen Bayern München will Fleming auch die Spielzeit auf mehr Schultern verteilen. "Sicherlich müssen wir in den nächsten beiden Partien eine größere Rotation spielen, und wir brauchen eine verbesserte Leistung von einigen Spielern, insbesondere offensiv. Aber ich bin optimistisch, dass wir das schaffen werden", so Fleming. Vor allem Julius Jenkins, Tibor Pleiß, aber auch Kapitän Casey Jacobsen blieben diesbezüglich in Bayreuth unter ihren Möglichkeiten.




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